# taz.de -- Geschlechterpolitik in den USA: Trump-Regierung kürzt Unterstützung für trans Kinder
       
       > Der US-Präsident verfolgt eine rigide Geschlechterpolitik. Nun gibt es
       > neue Einschränkungen für junge trans Menschen bei der medizinischen
       > Versorgung.
       
 (IMG) Bild: Hunderte Menschen protestierten am 8. Februar 2025 bei der Kundgebung „Rise Up For Trans Youth“ am Union Square in New York City
       
       dpa | Auf Anordnung von Präsident Donald Trump zahlt die staatliche
       Gesundheitsfürsorge der USA künftig nicht mehr für Operationen und
       Hormonbehandlungen von [1][transgender] Kindern und Jugendlichen. Auch
       viele andere medizinische Behandlungen werden laut dem Leiter der
       staatlichen Gesundheitssysteme Medicare und Medicaid, Mehmet Oz, nicht
       länger unterstützt. Die Behandlung von psychischen Problemen sei davon
       ausgenommen. Die neuen Regeln sollen am 13. Oktober in Kraft treten.
       
       Während Medicaid als Gesundheitsprogramm für Menschen mit geringerem
       Einkommen geschaffen wurde, widmet sich Medicare Senioren und Menschen mit
       Behinderungen. Die Abrechnung von Leistungen über die Programme macht einen
       wesentlichen Teil der Einnahmen vieler Kliniken aus. Eine flächendeckende
       Krankenversicherung wie in Deutschland gibt es in den Vereinigten Staaten
       nicht.
       
       Die US-Regierung teilt sich mit den Bundesstaaten die Kosten für Medicaid.
       Bundesstaatliche Gelder sind von der neuen Regelung nicht betroffen,
       allerdings haben zahlreiche republikanisch dominierte Bundesstaaten
       derartige Behandlungen schon zuvor stark eingeschränkt. Wie viele Kinder
       und Jugendliche von der neuen Regelung betroffen sein werden, ist auch
       deswegen schwer zu beziffern. US-Medien gehen von relativ wenigen Fällen
       aus.
       
       [2][Trump und seine Republikaner haben das kontrovers diskutierte Thema mit
       Aufregerpotenzial schon häufig für ihre politischen Zwecke genutzt], nicht
       nur im Wahlkampf. Und auch diesmal appellierte der US-Präsident via Truth
       Social an die Wähler: „Bitte erinnert euch daran, wenn ihr bei den
       Zwischenwahlen im November eure Stimme abgebt.“ Die Demokraten hielten
       Kinder für zu jung, um zu wählen, aber offensichtlich für alt genug, „um
       sich ihre Geschlechtsorgane abzuhacken“, höhnte Trump. „Wir werden Amerikas
       Kinder beschützen.“
       
       Kritiker werfen dem 80-Jährigen vor, mit der Beschneidung von
       Minderheitenrechten und aggressiver, diskriminierender Rhetorik [3][einen
       regelrechten Kulturkampf in den USA angezettelt] zu haben – ein Vorwurf,
       den umgekehrt auch die politische Rechte linksliberalen Kreisen in den USA
       macht, die sie für „woke“, also ideologisch verblendet und politisch
       überkorrekt hält.
       
       12 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Trans-Aktivist-auf-Instagram/!6196864
 (DIR) [2] /Trumps-Dekret-gegen-trans-Personen/!6060005
 (DIR) [3] /Kulturkampf-in-den-USA/!6192385
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Selbstbestimmung
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
 (DIR) Schwerpunkt LGBTQIA
 (DIR) Trans
 (DIR) Transfeindlichkeit
 (DIR) Gender
 (DIR) Sport
 (DIR) Narendra Modi
 (DIR) Diskriminierung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Trump sieht „Sieg“: US-Gericht billigt Ausschluss von Transgender-Athletinnen
       
       Trump hatte im Februar 2025 ein entsprechendes Dekret unterzeichnet. Der
       Supreme Court wies die Klagen von zwei jungen Transgender-Sportlerinnen
       allerdings ab.
       
 (DIR) Trans Rechte in Indien: Kontrolle statt Selbstbestimmung
       
       Indien galt als Vorreiter bei den Rechten von trans Personen. Nun hat die
       Regierung von Narendra Modi diesen Kurs trotz Protesten umgedreht.
       
 (DIR) Geschlechtseinträge in Ausweisen: Europäischer Gerichtshof stärkt Rechte von trans Personen
       
       Trans Personen haben in allen EU-Ländern Anspruch darauf, dass der
       Geschlechtseintrag im Pass angepasst wird – auch wenn das nationale Recht
       das nicht vorsieht.