# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Selenskyj legt USA neuen Friedensplan für die Ukraine vor
> Der ukrainische Präsident wirft Russland außerdem vor, die Parlamentswahl
> im kommenden Monat als Vorwand für eine neue Mobilmachung nutzen zu
> wollen.
(IMG) Bild: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj
## Neuer Friedensplan
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben
vom Dienstag den USA Vorschläge für einen Plan zur Beendigung des Krieges
mit Moskau übergeben. Zudem warf er Russland vor, [1][die Parlamentswahl]
im kommenden Monat als Vorwand für eine neue Mobilmachung nutzen zu wollen.
Die Ankündigung neuer Vorschläge für die weitgehend ins Stocken geratenen
Friedensgespräche erfolgt vor dem Hintergrund von Andeutungen beider Seiten
über einen baldigen Besuch von US-Unterhändlern in beiden Ländern.
„Wir haben unsere Vorschläge der amerikanischen Seite übermittelt“, sagte
Selenskyj in seiner nächtlichen Videoansprache. Die USA könnten helfen, die
Verteidigung der Ukraine zu stärken, vor allem bei der Flugabwehr. Zudem
könnten sie Druck auf Russland ausüben, damit dessen Pläne auf ein Ende des
Krieges anstatt auf eine Verlängerung abzielten. Details zu den Vorschlägen
nannte Selenskyj nicht.
Selenskyj sagte, der ukrainische Geheimdienst habe Beweise dafür, dass
Russland seine „Pseudo-Wahl“ im September – eine Anspielung auf die
Beschränkungen bei der Abstimmung – ausnutzen werde, um eine neue
Mobilmachung auszurufen. „Sie bereiten sich auf eine Mobilisierung im
Herbst vor, unmittelbar nach der Imitation von Parlamentswahlen“, sagte
Selenskyj. Dies sei Teil eines Plans, „den Anschein zu erwecken, dass die
Russen angeblich den Krieg unterstützen“. Putin plane eine zusätzliche
schnelle Mobilisierung von mehreren hunderttausend Russen bis Ende des
Jahres und eine weitere ähnliche Zahl im nächsten Jahr.
Die Friedensgespräche liegen weitgehend auf Eis. Russland fordert für eine
Einigung unter anderem die vollständige Abtretung von vier Regionen, die
Moskau für sich beansprucht. Russland hatte 2022 nach Beginn seiner
umfassenden Invasion eine „Teilmobilmachung“ ausgerufen. Russische
Offizielle lehnten eine Stellungnahme zu dem Thema ab. Der frühere
russische Präsident Dmitri Medwedew hatte im vergangenen Monat erklärt,
Russland benötige keine neue Mobilmachung, da in der ersten Hälfte des
Jahres 2026 bereits 200.000 Freiwillige Verträge unterzeichnet hätten.
Russlands Oberster Gerichtshof hatte am Montag die liberale
Jabloko-Partei, die einzige offiziell registrierte Partei, die sich gegen
den Krieg in der Ukraine stellt, von der Wahl ausgeschlossen. (rtr)
## Bundeswehr: mutmaßlich einige hundert Drohnenüberflüge
Die Bundeswehr hat in den vergangenen Jahren eine Zunahme von
[2][Drohnensichtungen] verzeichnet. „Seit Beginn der völkerrechtswidrigen
russischen Vollinvasion der Ukraine im Februar 2022 hat das Meldeaufkommen
auch zu Drohnensichtungen mit Bezug zur Bundeswehr deutlich zugenommen und
sich verstetigt“, sagte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos dem
Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
„In Summe sind in den vergangenen Jahren einige hundert mutmaßliche
Drohnenüberflüge im Bereich der Bundeswehr gemeldet worden“, sagte der
Sprecher weiter. „Die Meldungen umfassen dabei vorrangig einzelne Drohnen,
aber mitunter auch Drohnenschwärme.“ Das sicherheitspolitische Umfeld in
Deutschland und Europa habe sich in den vergangenen Jahren grundlegend
verändert. Deutschland sehe sich täglich [3][hybriden Bedrohungen] wie
Desinformation, Cyberangriffen, Spionage oder Sabotage ausgesetzt.
Zuletzt war in der vergangenen Woche bekannt geworden, dass über einem
Militärstützpunkt in Mechernich in Nordrhein-Westfalen zwei Drohnen
gesichtet worden waren. Der Fall wurde laut Bundeswehr an die Polizei
übergeben.
Zudem hatte in der vergangenen Woche eine mit Sprengstoff und Zünder
bestückte Drohne am Flughafen Leipzig/Halle – in der Nähe ukrainischer
Transportflugzeuge – für erheblichen Wirbel gesorgt. Die Bundesanwaltschaft
hat die Ermittlungen an sich gezogen. (dpa)
12 Aug 2026
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