# taz.de -- ++ Krieg in der Ukraine ++: Getroffener Frachter soll deutscher Reederei gehören
> Einer der von russischen Angriffen getroffenen Frachter gehörte offenbar
> einer deutschen Reederei. Die Ukraine greift russische Raffinerien an.
(IMG) Bild: Eine Serie von russischen Attacken auf zivile Schiffe: ein brennender Frachter vor dem Hafen von Odessa am 28. Juli
## Getroffener Frachter gehört deutscher Reederei
Eins der am Mittwoch im Schwarzen Meer von russischen Drohnen getroffenen
Schiffe soll laut Medienberichten einer deutschen Reederei gehören. Das
deutsche Frachtschiff „EMIL“ soll in der Nähe von Odessa manövrierunfähig
gemacht worden und während der Evakuierung der Besatzung weiter angegriffen
worden sein. Verletzte habe es keine gegeben. Die „EMIL“ fährt derzeit
unter liberianischer Flagge und gehört der Hamburger Reederei Johann M. K.
Blumenthal GmbH & Co. KG
Getroffen und beschädigt wurde auch das auch unter der Flagge
Guinea-Bissaus fahrende Frachtschiff „Mera Queen“, wie der Gouverneur der
Region Odessa, Oleh Kiper, am Donnerstagmorgen mitteilte. Das Schiff sei
mit Weizen beladen.
Das russische Verteidigungsministerium hat die Angriffe bestätigt. Demnach
wurden gestern Abend im Schwarzen Meer, südlich und östlich von Odessa,
zwei Frachtschiffe, die nach russischen Angaben militärische Güter
transportierten von Angriffsdrohnen getroffen. (taz)
## Schweden übergibt der Ukraine Schattenflottenfrachter
Schweden übergibt der Ukraine einen beschlagnahmten Frachter der
sogenannten russischen Schattenflotte. Das oberste schwedische Gericht
lehnte einen Einspruch der Reederei gegen die Entscheidung ab, wie aus
einem Urteil hervorging, das der AFP am Donnerstag vorlag. Die ukrainische
Justiz vermutet, dass der Frachter gestohlenes Getreide aus von Russland
besetzten Gebieten transportierte.
Die schwedische Polizei hatte die „Caffa“ im März auf Anfrage der
ukrainischen Justiz beschlagnahmt. Der 96 Meter lange Frachter war auf dem
Weg von Casablanca in Marokko nach St. Petersburg in Russland. Das Schiff
steht auf einer Sanktionsliste der Ukraine und fuhr unter falscher
guineischer Flagge, zehn von elf Crewmitgliedern waren Russen.
Russland nutzt die sogenannte Schattenflotte, um wegen des Ukrainekrieges
vom Westen verhängte Sanktionen zu umgehen. Die Frachter sind häufig alt
und in schlechtem Zustand, ihnen fehlen die vorgeschriebenen
Versicherungen. Wie im Fall der „Caffa“ ist oft schwierig nachzuvollziehen,
wem die Schiffe gehören. Nach schwedischen Regierungsangaben war wohl auch
dieser Frachter nicht versichert.
An Bord der „Caffa“ befindet sich nach Einschätzung des ukrainischen
Sanktionsbeauftragten Wladyslaw Wlasiuk eine Getreidelieferung. Er erklärte
im März, das Schiff habe bereits in der Vergangenheit gestohlenes
ukrainisches Getreide transportiert, unter anderem auf einer Fahrt vom
Hafen Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim nach Syrien
im vergangenen Jahr. (afp)
## Ukraine trifft russische Raffinerien
Die Ukraine hat nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut die
russische Ölindustrie getroffen. Die Angriffe dienten dazu, die für
Russlands Kriegskasse wichtigen Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu schmälern,
schrieb er in sozialen Medien. Dazu veröffentlichte er einen
Zusammenschnitt von Videos, die kilometerhohe Rauchsäulen zeigen.
Erneut wurde demnach die Raffinerie in Jaroslawl nördlich der Hauptstadt
Moskau getroffen. Gouverneur Michail Jewrajew schrieb auf Telegram von 93
abgewehrten Drohnen und dem bislang größten feindlichen Drohnenangriff.
Herabstürzende Trümmer lösten demnach Feuer auf dem Gelände der Raffinerie
und von drei Privathäusern aus. Vier Menschen hätten Splitterverletzungen
erlitten.
Außerdem schrieb Selenskyj von einem Angriff auf die Raffinerie
Baschneft-Novoil in der Stadt Ufa in der russischen Teilrepublik
Baschkortostan. Dort hatten Behörden am Vortag von einem Brand im
Industriegebiet gesprochen. Die insgesamt drei Raffinerien in Ufa waren im
Juni, Juli und Anfang August Ziel ukrainischer Attacken gewesen. (dpa)
## Fast 16.000 Ausländer kämpfen auf ukrainischer Seite
In ihrem Verteidigungskampf gegen Russlands Angriffskrieg wird die Ukraine
nach Behördenangaben von knapp 16.000 Ausländern aus 72 Staaten
unterstützt. „Fast 40 Prozent davon sind aus den Ländern Lateinamerikas“,
sagte die für Soldatenrechte zuständige Militärbeauftragte Olha
Reschetylowa einer Meldung von Interfax-Ukraine zufolge.
Die ukrainische Armee verfüge nach Angaben von Präsident Wolodymyr
Selenskyj über rund 880.000 Soldaten. Im Juni kündigte der kürzlich
entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow eine Reform an, wonach
der Anteil an ausländischen Söldnern in Sturmtruppen und Infanterie auf bis
zu 50 Prozent steigen soll. Dafür will Kyjiw mit einem durchschnittlichen
Sold von umgerechnet rund 5.800 Euro weltweit neue Kämpfer rekrutieren.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische
Invasion. Gleich nach Kriegsbeginn gründete Kyjiw eine sogenannte
internationale Legion und warb Ausländer für den Krieg an. Auch auf
russischer Seite kämpfen ausländische Söldner. (dpa)
## Russland greift Schiff in der Ukraine an
Bei einem neuen russischen Angriff auf ein Schiff in der Schwarzmeerregion
Odessa sind nach ukrainischen Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet
und drei weitere verletzt worden. „Diesmal wurde ein unter der Flagge von
Guinea-Bissau fahrender Handelsfrachter getroffen, der mit ukrainischem
Weizen beladen war“, teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit.
„Der Feind greift weiterhin ununterbrochen zivile Schiffe im
Schwarzmeerraum an“, sagte Kiper. „Solche Angriffe zeigen einmal mehr die
Systematik und den Zynismus des russischen Terrors sowie die Gefahr, die
der Aggressor sowohl für das Leben der Zivilbevölkerung als auch für die
weltweite Ernährungssicherheit insgesamt darstellt“, sagte er. Die Ukraine
gehört zu den großen Getreideexporteuren und nutzt dafür die Häfen um
Odessa als Umschlagplatz.
Russland und die Ukraine haben zuletzt ihren See- und Luftkrieg
intensiviert. Beide Länder beschießen gegenseitig in der Schwarzmeerregion
Schiffe. Besonders im Raum Odessa kommt es immer wieder zu folgenreichen
Treffern.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe auf das
Gebiet Odessa. Es seien zwei Schiffe südlich und östlich von Odessa
getroffen worden, hieß es. Das Ministerium warf der Ukraine vor, die
Getreidefrachter für den Transport von militärischen Gütern zu nutzen. Von
unabhängiger Seite sind die Angaben nicht überprüfbar. (dpa, taz)
6 Aug 2026
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
(DIR) Ukraine
(DIR) Odessa
(DIR) Russland
(DIR) Schifffahrt
(DIR) Russland
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Arabischer Golf: Drohende Ölkatastrophe durch Schiff russischer Schattenflotte
Ein riesiger Öltanker der russischen Schattenflotte liegt vor Oman auf
Grund. Satellitenbilder zeigen bereits einen fast 800 Quadratkilometer
großen Ölteppich.
(DIR) +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: US-Senat stimmt für neue Sanktionen gegen Russland
Eine US-Parlamentskammer ringt sich zu potenziell folgenschweren Sanktionen
gegen Russland durch. Kurz nach dem Votum gibt es neue Luftangriffe auf die
Ukraine.
(DIR) Krieg in der Ukraine: Menschenjagd auf Russisch
Ein Video zeigt einen Ukrainer, der vor einer Drohne davonzurennen
versucht. Gnadenlos geht die Angriffsarmee gerade gegen die
Zivilbevölkerung vor.
(DIR) Krieg in der Ukraine: Menschenjagd mit Drohnen
Ein Gemüsehändler in Cherson wird von einer russischen Drohne angegriffen.
Ein Video des Angriffs geht viral. Für viele Ukrainer ist das längst
Alltag.
(DIR) +++Krieg in der Ukraine+++: Mindestens 15 Tote in und um Kyjiw
Laut ukrainischer Luftwaffe konnte die Ukraine bei einem nächtlichen
russischen Angriff keine einzige Rakete abschießen. Mehrere Tote und
Verletzte.