# taz.de -- RWE gibt Windkraftprojekte auf: Geld von Trump fürs Nichtbauen
> Der deutsche Energiekonzern RWE vereinbart mit der US-Regierung, keine
> Windräder zu bauen. Dabei könnten die USA sie gut gebrauchen.
(IMG) Bild: Die Trump-Regierung verfolgt konsequent eine Politik gegen erneuerbare Energien und setzt auf fossile Brennstoffe
RWE hat mit der Trump-Regierung eine Vereinbarung getroffen, seine
Windkraftprojekte in den USA abzubrechen. Der Konzern gibt gegen 1,2
Milliarden Dollar seine drei Pachtverträge für Offshore-Standorte vor der
US-Küste auf. Zudem gab er bekannt, stattdessen in fossile Brennstoffe in
den USA zu investieren.
RWE verliert damit Ansprüche für Windkraftstandorte vor New York, Louisiana
und Kalifornien. 2022 zahlte der Konzern bei einer Auktion, die von Trumps
Vorgängerregierung unter dem Demokraten Joe Biden durchgeführt wurde, 1,1
Milliarden Dollar für seine Pacht in New York – die größte Auktion dieser
Art jemals. Die Pachten in Louisiana und Kalifornien kosteten zusammen 163
Millionen Dollar, wie Reuters berichtet.
RWE wollte dort Windparks bauen. Allein am Standort New York war eine
Leistung von 3 Gigawatt geplant. In einer Pressemitteilung versprach RWE
2024, dass das Projekt zudem 700 neue Arbeitskräfte schaffen und 3
Milliarden Dollar lokale wirtschaftliche Aktivität generieren würde. Alle
Projekte in den USA waren in der frühen Planungsphase und wären vermutlich
frühestens in fünf Jahren realisiert worden.
## Der Energiebedarf in den USA steigt
Nun erklärte RWE: „Nach sorgfältiger Abwägung wurde festgestellt, dass für
diese Projekte in den USA auf absehbare Zeit keine Genehmigungsfähigkeit
gegeben ist.“ Das Unternehmen wolle seine Ressourcen auf Energieprojekte
konzentrieren, für die eine verlässliche Perspektive für die Umsetzung
bestehe. Damit meint der Konzern Investitionen in fossile Brennstoffe: 900
Millionen Dollar in Flüssigerdgas-Projekte und 300 Millionen Dollar in
Gasturbinen.
[1][Der Energiebedarf in den USA steigt, insbesondere wegen des Ausbaus von
Rechenzentren], und damit steigen [2][auch die Preise.] Besonders in der
Region New York, wo die größte Anlage von RWE stehen sollte, sind viele
Rechenzentren geplant.
Die Trump-Regierung verfolgt währenddessen konsequent eine [3][Politik
gegen erneuerbare Energien]. Sie kürzte bereits im vergangenen Jahr
Förderung für Solar- und Windkraft und stoppte die Prüfung von
Onshore-Windkraftprojekten. Trump selbst wettert immer wieder gegen
Windkraft – sie sei teuer und hässlich, so der US-Präsident.
## Das Abkommen ist Teil einer Strategie der US-Regierung
RWE ist nicht das erste Unternehmen, das einen [4][Deal mit der
US-Regierung macht, um Windparks nicht zu bauen.] Die Regierung hat in den
vergangenen Monaten insgesamt zwölf Verträge von fünf Energiekonzernen
aufgekauft und dafür etwa 3,93 Milliarden Dollar gezahlt. Die Zahlung an
RWE ist die bislang höchste.
„Es ist ein Schlag ins Gesicht der Energiewende“, sagt Marina Falke von
Greenpeace. Während sich RWE in Deutschland modern und grün präsentiere,
knicke es jetzt viel zu schnell unter dem Druck der US-Regierung ein.
„Jetzt, in 2026, wo wir den Klimawandel ganz deutlich spüren, in neue
fossile Projekte zu investieren, zementiert fossile Abhängigkeiten. Es
zeigt das Greenwashing von RWE ganz deutlich“, so Falke.
Die Ankündigung von RWE fällt zusammen mit einem Urteil, von dem die
Windkraft in den USA profitieren könnte: Am Donnerstag wies ein Gericht die
US-Regierung an, die Blockade von Genehmigungsverfahren für
Windkraftprojekte aufzuheben. Sie verstoße gegen vorliegende Fristen. Ein
Bündnis von Verbänden für erneuerbare Energien hatte gegen das
Verteidigungsministerium geklagt, weil es Windkraftprojekte rechtswidrig
verzögere, indem es routinemäßige militärische Prüfungen stoppte. Die
Regierung habe keine ausreichende Begründung für die pauschale Aussetzung
der Verfahren geliefert, begründete das Gericht seine Entscheidung.
7 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Strompreise-explodieren-Privathaushalte-zahlen-die-KI-Zeche-article26103539.html
(DIR) [2] https://heatmap.news/sparks/average-electricity-bills-july-2026?_hsenc=p2ANqtz-99T8-OeLdHsOFu-iSlBdestvzlX3_a9s7ePoAcnN0CBJicKoXL_XqnsGrQJziS7s7r4oWB9br-9_NhyTE7bBsPr5JhsA&_hsmi=432006451
(DIR) [3] /US-Klimapolitik-nach-einem-Jahr-Trump/!6145731
(DIR) [4] /Erneuerbare-Energien-unter-Trump/!6165354
## AUTOREN
(DIR) Pauline Ruprecht
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