# taz.de -- Surfwelle in Hamburg: Irgendwie vergnügen können muss sich der Mensch
       
       > Eine Wasserwelle für Surfer hat in Hamburg noch gefehlt. Sie belebt einen
       > bisher eher öden Abschnitt des Elbufers und schafft Lebensfreude.
       
 (IMG) Bild: Nicht nur für die, die sich auf die Welle schwingen, interessant: Einfach nur gucken ginge auch, wenn diese Idee Wiklichkeit wird
       
       Denn das ist ein schönes Projekt, das die Lebensfreude fördert. Schon mal
       bodygesurft? Also einfach im Meer in eine brechende Welle eingetaucht, die
       Arme nach vorn, den Körper versteifen und sich dann mitziehen lassen bis
       ins flache Wasser. Surfen, mit und ohne Brett, liegend oder stehend, kann
       Menschen schon begeistern, wenn sie [1][am Meer im Urlaub] sind. Jemand,
       der diese Begeisterung teilt, will nun am Hamburger Hafen einen [2][Ponton
       mit einer künstlichen Surfwelle] ansiedeln.
       
       [3][Das Elbufer] ist dank Industrialisierung und Küstenschutz überwiegend
       ohnehin nur noch eine Betonwüste. Alte Zeichnungen, wie belebt und
       vielfältig genutzt das Ufer früher mal aussah, lassen einen wehmütig
       werden. Heute ist der ehemalige Fischereihafen neben dem Parkplatz des
       Kreuzfahrtterminals ein öder Ort.
       
       Sollte dort eines Tages jener Ponton stehen, auf dem Unternehmer Felix
       Segebrecht ein blaues Wasserbecken mit Welle und eine Gastronomie nebst
       Ausleihe für Surfbretter unterbringen möchte, wertet es den Ufer-Abschnitt
       angenehm auf. Spaziergänger, die von den Landungsbrücken bis zum
       [4][Elbstrand nach Övelgönne] wandern, haben hier üblicherweise eine
       optische Durststrecke zu überwinden. Künftig können sie stehen bleiben und
       Surfer bestaunen.
       
       ## Gratis-Unterhaltung fürs Volk
       
       Der [5][Eisbach in München] macht es vor. Nicht nur für die, die sich mutig
       auf die Welle schwingen, ist es dort interessant, sondern auch für jene,
       die einfach gucken. Und das soll hier auch kostenlos möglich sein. Das
       könnte ein reizvoller Ort werden, fürs Sehen-und-gesehen-Werden, eine
       Gratis-Unterhaltung fürs Volk.
       
       Sicher, es ist ein kommerzielles Projekt. Eine Stunde Surfen soll
       einschließlich Ausleihe von Brett und Neoprenanzug ab 49 Euro kosten. Dabei
       teilen sich jeweils acht bis zehn Leute das Becken. Ein Surfer steht laut
       Felix Segebrecht, der selbst diesen Sport ausübt, immer nur wenige Sekunden
       auf dem Brett, länger könnte man sich gar nicht halten. Das Surfen auf der
       festen Welle sei aber viel einfacher als draußen im Meer, beteuert er. „Das
       kann jeder lernen.“ Geplant sei ein Spiel- und Trainingsplatz für Anfänger,
       Fortgeschrittene und Profis. Auch Surfangebote in Kooperation mit
       Sozialprojekten soll es geben.
       
       Gebaut werden soll der Ponton, wenn die Behörden die Genehmigung erteilen,
       bei der Meyer-Floating-Solutions-Werft im finnischen Turku und dann
       mindestens 30 Jahre halten. Betrieben werden soll er mit gefiltertem
       Elbwasser. Für eine natürliche Welle im Fluss fehlt in Hamburg das Gefälle.
       Die Energie für das Hochpumpen des Wassers – laut Segebrecht wird nur halb
       so viel benötigt wie bei vergleichbaren Wellen – muss aber natürlich
       bezahlt werden. Und diesen Verbrauch kann man als überflüssig geißeln,
       andererseits benötigt auch jede Elbfähre und jede U-Bahn zum Hafen Energie.
       
       Es sei, so verrät Segebrecht, auch ein Halbstunden-Ticket für 25 Euro
       geplant. Die halbe Stunde kostet dann immer noch so viel wie zweieinhalb
       Drinks an einer Beachbar. Doch irgendwie vergnügen können muss sich der
       Mensch. Und das Elbufer ist dafür der richtige Ort. Hamburgs Wasserkante
       zieht die Menschen aus den Vorstädten nun mal an. Mal ehrlich: Wer das
       Privileg genießt, hier nah dran zu wohnen, nimmt dafür ein bisschen
       Wasserzirkus gern in Kauf.
       
       6 Aug 2026
       
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