# taz.de -- Fossile Bohrungen: Das bisschen Erdgas
> Könnten Gasbohrungen in Deutschland dabei helfen, die Importabhängigkeit
> zu verringern? Die Bundesregierung sagt ja, kann das aber nicht
> beziffern.
(IMG) Bild: Protest gegen Gasbohrungen in Deutschland im September 2025
Die Bundesregierung spricht sich immer wieder für Gasbohrungen in
Deutschland aus, kann aber deren Vorteile nicht beziffern. Das geht aus
einer Antwort auf Fragen der Grünen-Bundestagsabgeordneten Lisa Badum
hervor, die der taz vorliegt.
Im Zuge der fossilen Energiepreiskrise seit Beginn des Irankriegs hat die
Bundesregierung erneut die inländische Gasförderung ins Spiel gebraucht, um
Energiesicherheit zu gewährleisten. Das Angebot müsse ausgeweitet werden,
heißt es etwa im Ergebnispapier eines Koalitionsausschusses Mitte April.
„Dazu gehört auch die Nutzung heimischer Energiequellen, z. B. die
Erschließung ausgewählter heimischer Gasvorkommen.“
Auf Badums Frage, um wie viel Prozent die Gasimportabhängigkeit durch
inländische Bohrungen reduziert werden könne, antwortete die
Bundesregierung nur: „Wie viel [1][Erdgas] in Deutschland gefördert wird,
entscheiden die Unternehmen. Die Bundesregierung plant die Fördervolumina
nicht.“
„Wenn man die Bundesregierung fragt, was diese Bohrerei tatsächlich für
unsere Versorgungssicherheit bringt und wie lange sie dauern wird, zeigt
sie sich überaus schmallippig“, kritisiert Badum. „Wahrscheinlich ist auch
der Merz-Regierung bewusst, dass es sich eigentlich gar nicht lohnt, für
ein paar Tropfen Gas jahrzehntelang unsere Landschaft zu durchlöchern.“
## Die nutzbaren Reserven sind klein – außer mit Fracking
Gefragt nach einer Einschätzung, wie groß die nutzbaren Gasvorkommen in
Deutschland sind, entgegnete die Bundesregierung, „ob, inwieweit und wann
diese Reserven tatsächlich förderbar sind und gefördert werden, entscheiden
die Unternehmen“ und verwies auf den [2][Jahresbericht des
niedersächsischen Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie].
Darin schätzen die Forscher*innen die nutzbaren heimischen Reserven auf
etwa 33,3 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Das entspricht etwa einem Drittel
des deutschen Jahresverbrauchs. Heimische Gasvorkommen tragen derzeit etwa
5 Prozent zur Versorgung bei, der Rest wird importiert. Mehr Förderung wäre
möglich, wenn die Bundesregierung Fracking erlauben würde. Recherchen des
[3][Spiegel] zufolge könnten so 300 bis 2.000 Milliarden Kubikmeter
zusätzlich angezapft werden.
7 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Lobbyisten-im-Wirtschaftsministerium/!6201363
(DIR) [2] https://nibis.lbeg.de/DOI/dateien/GB_49_2026_Text_3_web.pdf
(DIR) [3] https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/energiereserven-deutsche-gasvorkommen-und-ihre-foerdermoeglichkeiten-a-e124e6ae-44e6-40e6-ac1f-70ce4fe59135
## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
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