# taz.de -- 2 Jahre nach ihrem Sturz in Bangladesch: Die verhasste Regentin will zurück
       
       > Bangladeschs frühere Premierministerin Sheikh Hasina verkündet, im
       > Dezember aus dem Exil zurückkehren zu wollen. Die Regierung reagiert
       > empört.
       
 (IMG) Bild: Bangladeschs gestürzte Premierministerin Sheikh Hasina, hier 2018, will trotz Todesurteil aus dem Exil zurückkehren
       
       Ihr Abgang wurde von Hunderttausenden in ihrer Heimat Bangladesch
       [1][gefeiert]: Am 5. August 2024 floh Bangladeschs
       Langzeit-Premierministerin Sheikh Hasina nach Indien. Sie hatte durch ihre
       Mischung aus immer autoritärerer Politik und Vetternwirtschaft zu viele
       Menschen gegen sich aufgebracht. Massenproteste zwangen sie zur Flucht.
       
       Als die 78-Jährige am Mittwochabend in ihrer ersten Live-Übertragung seit
       ihrem Sturz spricht, bricht ihre Stimme. „Ich werde vielleicht inhaftiert,
       aber ich werde im Dezember nach Bangladesch zurückkehren“, kündigt sie an,
       trotz einer drohenden [2][Todesstrafe]. Den Dezember bezeichnet sie als
       „Monat des Sieges“, eine Anspielung auf den Unabhängigkeitskrieg 1971.
       
       In ihrer Ansprache zeichnet Hasina das Bild einer Nation, die – ohne sie –
       in eine wirtschaftliche und sicherheitspolitische Krise geraten sei. Sie
       sorge sich um die Zukunft Bangladeschs, das von ihrem Vater aufgebaut
       worden sei. Zugeschaltet aus den USA war ihr Sohn und Berater ihrer
       Awami-Partei, Sajeeb Wazed Joy. Er folgte der Linie seiner Mutter und
       bezeichnete Bangladesch als „gescheiterten Staat“, der zu einem „weiteren
       Pakistan“ geworden sei, in dem [3][extremistische Kräfte] wachsen würden.
       
       Solange die Tötung von Beamten und Awami-Liga-Anhänger:innen während der
       Proteste 2024 nicht aufgearbeitet sei, gebe es für seine Partei nichts,
       wofür sie sich entschuldigen müsste, so Joy. Auch habe es sich nicht um
       einen friedlichen [4][Studentenprotest] gehandelt, verteidigte Hasina sich.
       Organisierte Gruppen hätten versucht, die Forderungen der Studenten in ein
       gewalttätiges politisches Instrument zu verwandeln.
       
       ## Bangladeschs Regierung fordert die Auslieferung
       
       Die Regierung in Dhaka reagierte empört, sie fordert weiterhin Hasinas
       Auslieferung. Sie bezeichnet Hasina als „[5][flüchtige, wegen Verbrechen
       gegen die Menschlichkeit verurteilte Straftäterin]“ und kritisiert, dass
       ihr in Indien eine Bühne geboten werde, auf der sie „giftige
       Verunglimpfungen“ von Bangladesch verbreiten könne. Die Leugnung der Tötung
       von laut UN-Angaben über 1.400 Zivilisten während der Proteste im Juli und
       August 2024 sei ein vergeblicher Versuch, die Geschichte umzuschreiben.
       
       Mit der Übergangsregierung unter Nobelpreisträger Muhammad Yunus, den
       Hasina während der Veranstaltung wiederholt attackierte, begann im Sommer
       2024 der Bruch mit der Awami-Herrschaft. Bei den Wahlen im Februar kehrte
       die [6][konservative Bangladesh Nationalist Party] (BNP) an die Macht
       zurück. Die Awami League bleibt verboten, was in weiten Teilen der
       Bevölkerung auf Zustimmung stößt, ausgenommen Hochburgen der Partei wie
       Gopalganj.
       
       Diplomatisch sorgt der Auftritt schon im Vorfeld für Spannungen.
       Bangladesch hatte Indien aufgefordert, sich von der Veranstaltung zu
       distanzieren. Delhi betonte, dass es sich um eine private Veranstaltung
       handele.
       
       6 Aug 2026
       
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