# taz.de -- Wichtiges zum Weltkatzentag: 7 Gründe, warum Katzen links sind
       
       > Bei allen Differenzen haben Mitarbeitende dieser Zeitung etwas gemeinsam:
       > Sie wissen genau, was links ist und was nicht. Eine Recherche im
       > katz-Haus.
       
 (IMG) Bild: Nadeschda Krupskaja und Wladimir Lenin mit Katze
       
       Anlässlich des Weltkatzentags – und natürlich, um mit niedlichem
       Tier-Content Klicks wie diesen hier von Ihnen zu erheischen, – lassen wir
       heute die Katze aus dem Sack und liefern unschlagbare Argumente für Ihre
       nächste Diskussion beim Dinner am Katzentisch.
       
       Erstens: Na klar, sind Katzen links, das wusste doch schon Miau Tse Tung.
       Hitler hatte einen Hund, Lenin eine Mieze. Auch Rosa Luxemburg hatte eine
       Katze, sie hieß Mimi und kommt oft in ihren Briefen vor.
       
       Zweitens: „Katzen sind links, denn Privateigentum sehen die kritisch“, weiß
       Videoredakteur Nicolai K. „Im ländlichen Raum besetzen sie immer wieder
       Häuser.“ Sie markieren zwar ihr Revier, aber es sind keine Nationalisten:
       Sie bauen keine [1][Mauern und Zäune], sondern überwinden sie im Nu.
       
       Drittens: „Katzen sind die Anarchist*innen des Tierreichs“, sagt die
       Catgirl-Fotoredakteur*in, die gerne selbst mal Haarreifen mit flauschigen
       Katzenöhrchen trägt. „Es gibt ja auch Bengalo-Katzen“, stimmt eine andere
       Kollegin zu. „Sie sind fundamental antiautoritär“, ist Konstantin N.
       überzeugt. „Bliebe die Frage zu klären, ob Linke immer antiautoritär sind“,
       ergänzt Kultur-Kollegin Nina A.
       
       Viertens: Ja, die Stubentiger tun jedenfalls mehr für unser Wohlergehen und
       unsere [2][Gesundheit als CDU, CSU und SPD]. Katzenstreicheln senkt den
       Blutdruck und die Herzfrequenz, die unsere neoliberale Regierungskoalition
       mit ständig neuen Frechheiten in die Höhe treiben.
       
       Fünftens: Katzen fressen und schlafen den ganzen Tag: nämlich rund 12
       Stunden pro Tag. Damit realisieren sie das [3][Recht auf Faulheit], das der
       französische Sozialist Paul Lafargue bereits 1880 proklamierte und wie es
       zum Beispiel Punks bis heute praktizieren.
       
       Sechstens: „All cats are beautiful“, hackt auf diese Umfrage hin
       Wirtschaftsredakteur Simon P. sofort in die Tasten. Hä? Das stimmt. Aber
       sind denn alle Linken schön? Belegen kann P. diese These nicht. Na ja,
       Schönheit kann ja auch von innen kommen.
       
       Siebtens: Und anders als [4][die Hunde] arbeiten Katzen und Linke nicht mit
       der Polizei zusammen. „Doch, [5][in Amsterdam gibt es eine, die heißt
       Nimi]“, grätscht die Fachredakteurin für Käse und Kanäle dazwischen. Da
       schaltet sich der Redakteur für Knüppel und Kinder ein und fragt: „Wie
       macht die Polizeikatze?“ – „Miau!“
       
       ## 5 Gründe, warum Katzen nicht links sind
       
       Aber, in der taz maunzen bekanntermaßen gern alle durcheinander. So auch in
       dieser Frage. Als Pluralismusfans wollen wir Ihnen auch die Argumente der
       Minderheit nicht vorenthalten.
       
       Erstens: Katzen sind nicht links, denn sie schwänzeln oft den
       Kapital-Lesekreis, bilden keine Kollektive, meist sind sie nicht mal
       Gewerkschaftsmitglied und wählen finden sie dumm, auch wenn sie sehr
       wählerisch sein können.
       
       Zweitens: Katzen sind nicht demokratisch drauf, im Gegenteil: Sie können
       sich geradezu diktatorisch verhalten. „Wenn mensch Despotie, Manipulation,
       Dreistigkeit, toxischen Individualismus und einen nicht enden wollenden
       krallenbewehrten Tötungstrieb, der als ‚spielen‘ verharmlost wird, als
       linke Eigenschaften klassifizieren möchte, dann sind Katzen definitiv
       links“, gibt Manuel S. zu Protokoll. Er ist Katzensklave a. D., die
       Kratzspuren auf seiner Seele sind noch sichtbar. „Allein ihre Trägheit und
       ihr Hedonismus halten sie vermutlich davon ab, full-blown libertarian zu
       sein“, stimmt ihm Anna B., Katzenexpertin, da Social-Media-Redakteurin, zu.
       Und ergänzt: „Katzen sind nicht links. Aber Linke sind ja auch oft nicht
       richtig links.“
       
       Drittens: Während es sowohl zottelige Linke als auch zottelige Katzen gibt,
       sind letztere eindeutig die gepflegtere Spezies. Sie verbringen [6][pro Tag
       allein dreieinhalb Stunden] damit, sich zu putzen. Das kann man von Linken
       nicht gerade sagen. Wer schon mal in einem Autonomen Zentrum war, weiß das.
       Und sogenannte Säuberungsaktionen sind ja auch eher ein Ding von Nazis.
       
       Viertens: „Nein, Linkssein hat mit Solidarität zu tun“, faucht sofort ein
       Kollege. Er ist Antifaschist, meist schwarz gekleidet und genervt von den
       vielen weißen Haaren, die seine WG-Katzen verlieren. „Neulich habe ich die
       Katze dann zum ersten Mal angeschrien“, beichtet er – sichtlich schockiert
       über sich selbst. „Sie hat einfach nicht aufgehört zu jammern!“ (Wenn das
       nicht links ist!) Nun hängt bei Marco F. der Haussegen schief und er sucht
       eine neue Mietzwohnung. Aber in Berlin müssen ja nur Katzen keine hohen
       Neumietpreise zahlen. „All cats are beautiful“, verteidigt Derya T., eine
       Kollegin mit Herz für Minderheiten, die Samtpfötchen. Statt eines weißen
       Mannes halte sie sich lieber zwei schwarze Kater. „Denn die werden am
       seltensten adoptiert“, verweist sie auf die Statistik. „Wusstet ihr, dass
       nach Halloween immer besonders viele schwarze Katzen ans Tierheim abgegeben
       werden?“, so die Katzlerin.
       
       Fünftens: Mit Menschen, vor allem mit Kindern, sei ihr Kater stets goldig
       umgegangen, aber Nazis könnten privat ja auch total nett sein, berichtet
       Eiken B. „Unser Kater war Sozialdarwinist“, offenbart die taz
       nord-Redakteurin. „Für ihn galt das Recht des Stärkeren: Fressen oder
       gefressen werden. Elon Musk hätte seine wahre Freude an ihm gehabt.“ Katzen
       seien für sie deshalb: „Klar rechts!“ Korrekt, ist, dass Katzen eher selten
       vegan leben. Den typischen Reis mit Scheiß, den Linke bei Küfas servieren,
       würde wohl jede ordentliche Mieze verschmähen. Auch eine gewisse
       Gewaltbereitschaft ist nicht abzustreiten. (Diese attestieren Katzen auch
       diejenigen, die die Vierbeiner für links halten, nennen das allerdings
       „Militanz“ und „legitim“).
       
       Während die Sache bei Katzen ja wohl klar sei, kenne taz1-Redakteur Thomas
       S. lediglich ein Tier, das sich politisch nicht ganz einordnen lasse:
       „Pferde. Wegen der [7][Hufeisen].“
       
       8 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lotte Laloire
       
       ## TAGS
       
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