# taz.de -- Stagnation um Gaza: Kein Plan
> Der Trump-Plan für Gaza ist ganz klar nicht perfekt. Aber er ist
> konstruktiver als die Vorstellungen der Hamas und Israels.
(IMG) Bild: Sonnenuntergang über dem Gazastreifen, über zwei Jahre hat Israels Militär und Führungsriege hier einen brutalen Krieg geführt
Die Tinte auf dem von der Hamas, dem „Friedensrat“ Donald Trumps und den
Vermittlerstaaten geschlossenen Abkommen zu einer Entwaffnung der Hamas war
wahrscheinlich noch nicht getrocknet, als schon wieder begonnen wurde, es
infrage zu stellen. Israel erklärte sofort seine Zweifel an dem Plan: Er
gebe nicht „Israels Positionen“ wieder und würde es der Hamas ermöglichen,
wieder zu einer Gefahr zu werden. Die Hamas wiederum gab an, man werde gar
nichts tun, bis Israels Militär sich ganz zurückziehe. Und wer glaube, die
Hamas werde von der Bildfläche verschwinden, sei sowieso „realitätsfern“.
Nun denn, möchte man beiden Seiten zurufen, wie soll es dann weitergehen?
Über zwei Jahre hat Israels Militär und Führungsriege im Gazastreifen einen
brutalen Krieg geführt. [1][Mehr als die halbe Fläche des Gazastreifens
kontrolliert Israel] – das hält die Hamas aber nicht davon ab, im anderen
Teil weiter mit eiserner Faust zu herrschen. Die Zivilbevölkerung Gazas
befindet sich weiter unter ihrer Kontrolle; mit deren Steuern und Abgaben
fließt wieder Geld in die Kassen der Dschihadisten. Für den Schutz und die
Versorgung der großenteils im Elend lebenden Bevölkerung wird dieses Geld
aber nicht eingesetzt.
Was ist also Israels Plan? Weiter Krieg führen, noch ein paar Quadratmeter
mehr einnehmen, noch mehr Tote, noch mehr Ansehen in der Welt verlieren?
Das Grundproblem lässt sich dadurch nicht lösen. Und was ist der Plan der
Hamas? Wieder Krieg führen, noch mehr Menschen töten?
Der [2][Plan des Friedensrats ist sicherlich] für beide Seiten kein
Wunschkonzert, er hat Lücken, und die wahre Herausforderung – die Umsetzung
– kommt erst noch. Trotzdem ist es der bisher einzige ausgehandelte und ins
Detail gehende Vorschlag für ein Ende des Kriegs.
Dass ihn beide Seiten ablehnen, zeigt: Man muss gar keinen Plan haben –
nicht einmal für den Kampf, den man so unbedingt führen will. Und schon gar
nicht für eine Friedenslösung.
3 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Humanitaere-Lage-im-Gazastreifen/!6169490
(DIR) [2] /Verhandlungen-zum-Gazastreifen/!6200605
## AUTOREN
(DIR) Lisa Schneider
## TAGS
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Gaza-Krieg
(DIR) Hamas
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
(DIR) Hamas
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Hamas
(DIR) Gaza
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) +++ Nachrichten im Gazakrieg +++: Drei Jahre unter den Trümmern, nun beerdigt
112 Menschen, die 2023 bei einem israelischen Luftangriff getötet wurden,
werden in Gaza beigesetzt. Derweil stockt die Umsetzung des Plans des
Friedensrats.
(DIR) Entwaffnung der Hamas: Ein Abkommen mit vielen Lücken
Die Hamas, das Board of Peace und Vermittler haben einen Weg vereinbart,
wie es zu einem Frieden im Gazastreifen kommen kann. Doch der Plan hat
Tücken.
(DIR) Verhandlungen zum Gazastreifen: Trump verkündet Einigung zur Entwaffnung der Hamas
Hat Donald Trumps Friedensrat wirklich einen Durchbruch erzielt? Die Hamas
soll ihre Waffen abgeben, doch die Islamisten stellen Bedingungen.
(DIR) Miliz im Gazastreifen: Die Hamas verkündet das Ende ihrer Regierung in Gaza
Hamas hat angekündigt, ihre Regierung im Gazastreifen aufzulösen und an
Technokraten zu übergeben. Ist das wirklich das Ende ihrer Herrschaft?
(DIR) Gemäß Gaza-Friedensplan: Hamas löst ihre De-facto-Regierung auf
Die Hamas gibt ihre zivile Verwaltung im Gazastreifen ab. An ihren
bewaffneten Strukturen hält sie aber fest. Nun soll eine neue
Technokratenverwaltung kommen.