# taz.de -- US-Kabinett: Trump feuert Justizministerin Pam Bondi
> Erneutes Köpferollen im US-Kabinett: Präsident Trump hat Justizministerin
> Bondi entlassen, die im Skandal um Epstein unter Druck geraten war.
(IMG) Bild: Ex-US-Justizministerin Pam Bondi bei einer Trump-Rede am 29. Januar 2026
afp/dpa | Präsident Donald Trump hat am Donnerstag Justizministerin Pam
Bondi entlassen, die im Skandal um den verstorbenen Sexualstraftäter
Jeffrey Epstein unter Druck geraten war. Bondis Nachfolge tritt bis auf
Weiteres ihr Stellvertreter an, der frühere Trump-Anwalt Todd Blanche.
Sie ist bereits die zweite Ministerin, die der Präsident binnen weniger
Wochen feuert. Die oppositionellen Demokraten feierten ihre Entlassung.
Der US-Präsident würdigte Bondi „als großartige amerikanische Patriotin und
loyale Freundin“. Sie sei in gut einem Jahr im Amt erfolgreich gegen die
Kriminalität in den Vereinigten Staaten vorgegangen, schrieb er. Gründe für
ihre Entlassung nannte der 79-Jährige nicht.
Der Sender CNN und die New York Times hatten berichtet, Bondi sei bei Trump
unter anderem wegen ihres Umgangs mit den Epstein-Akten in Ungnade
gefallen. Zudem sei der Präsident frustriert, weil die Justizministerin
nicht hart genug gegen seine Widersacher vorgegangen sei.
## Massiver Streit wegen Epstein-Akten
Trump hatte die Justizministerin unter anderem zu [1][Verfahren gegen die
New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James] und den früheren FBI-Chef
James Comey animiert, die beide in der Vergangenheit gegen Trump ermittelt
hatten. Gerichte blockierten die Anklagen jedoch.
[2][Für massiven Streit sorgten zudem die Epstein-Akten.] Bondis
Ministerium hatte auf Beschluss des Kongresses rund drei Millionen
Dokumente zu dem verurteilten Sexualstraftäter veröffentlicht, der Trump
Jahre vor seinem Tod 2019 nahegestanden hatte. Bei einer Anhörung dazu in
einem Parlamentsausschuss wirkte Bondi im Februar überfordert und konnte
Vorwürfe der „Vertuschung“ nicht glaubwürdig entkräften. Am 14. April
sollte sie erneut aussagen.
Gerüchte über eine Entlassung Bondis gab es bereits seit Längerem. Sie ist
bereits die zweite Ministerin aus Trumps Kabinett, die gehen muss. Anfang
März hatte der Präsident Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen. Sie
war nach tödlichen Schüssen ihrer Einsatzkräfte auf zwei US-Bürger in der
Stadt Minneapolis mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.
Bondis einstweiliger Nachfolger Blanche dankte Trump für sein Vertrauen.
„Wir werden weiterhin hinter der Polizei stehen, das Gesetz vollstrecken
und alles in unserer Macht Stehende tun, um Amerika sicher zu halten“,
erklärte er im Onlinedienst X.
## Ehemaliger Trump-Anwalt vertritt Bondi zunächst
Der 51-jährige Blanche war bis zu Trumps erneutem Amtsantritt einer seiner
persönlichen Anwälte. Er verteidigte den Immobilienunternehmer unter
anderem im Schweigegeldprozess gegen die frühere Pornodarstellerin Stormy
Daniels. In dem Verfahren wurde Trump im Mai 2024 wegen Dokumentenfälschung
verurteilt. Damit wurde er der erste US-Präsident, der als verurteilter
Straftäter ins Weiße Haus einzog.
Die Opposition begrüßte Bondis Entlassung. Der Minderheitsführer der
Demokraten im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, nannte sie „die
korrupteste Justizministerin der modernen amerikanischen Geschichte“. Bondi
habe versucht, alle Trump-Kritiker zum Schweigen zu bringen, erklärte er.
Die Opposition wirft Trump vor, [3][das Justizministerium zum Werkzeug
persönlicher Rachefeldzüge gegen seine Gegner gemacht] und damit gegen die
Gewaltenteilung verstoßen zu haben.
Gut ein halbes Jahr vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress steht
Trump selbst unter Druck. Zu den Gründen zählen sein planlos wirkendes
Vorgehen im Irankrieg und die massiv gestiegenen Treibstoff- und
Lebenshaltungskosten, die vielen Bürgerinnen und Bürgern zu schaffen
machen. Meinungsumfragen zufolge sinken die Zustimmungsraten des
Präsidenten seit Monaten.
Der Präsident stellte Bondi derweil einen „wichtigen neuen Job im
Privatsektor“ in Aussicht. Nähere Angaben machte er nicht. Bondi schrieb
auf X, sie sei „begeistert“ über die neue Aufgabe und werde auch künftig
für Trump und seine Regierung kämpfen.
## Wird Tulsi Gabbard als nächstes „gegangen“?
Die Juristin aus Trumps Wahlheimat Florida war bisher als treue Gefolgsfrau
des Rechtspopulisten aufgetreten. So unterstützte sie nach Trumps
Wahlniederlage gegen Joe Biden im Jahr 2020 etwa dessen Falschbehauptungen
über angeblichen Wahlbetrug der Demokratischen Partei.
Die als Trump-nah geltende Influencerin Laura Loomer schrieb im
Onlinedienst X, auch Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard stehe kurz vor der
Entlassung. Loomer begründete dies mit Gabbards Unterstützung für den Mitte
März zurückgetretenen Leiter des Nationalen Terrorabwehrzentrums (NCTC),
Joe Kent. Dieser hatte den Irankrieg und Trumps Kurs scharf kritisiert.
## Bondi dankt Trump auf X
Bondi bedankte sich auf X bei Trump für die Zeit im Kabinett. Ihre Zeit als
Ministerin sei in das mit Abstand folgenreichste erste Jahr des
Justizministeriums in einer Amtszeit eines Präsidenten in der Geschichte
der Vereinigten Staaten gefallen.
Blanche sagte Trump zu, das Ministerium werde weiter das Gesetz durchsetzen
und alles dafür tun, dass die USA sicher seien. Er lobte auf X Bondis
Leistung: Sie habe das Ministerium mit Stärke und Überzeugung geführt, er
sei ihr für die Führung und die Freundschaft sehr dankbar.
3 Apr 2026
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