# taz.de -- Kampf um die Fifa-Spitze: Vertrauensschwund und Treuebekenntnisse
       
       > Nach dem Aus für die Investorenpläne von Gianni Infantino kämpft der
       > Fifa-Präsident um seine Wiederwahl. Gegenkandidaten werden bereits
       > aufgebaut.
       
 (IMG) Bild: Plötzlich nicht mehr unantastbar: Fifa-Boss Gianni Infantino muss nun doch Wahlkampf machen
       
       Was für ein Absturz! Es ist gerade einmal zwei Wochen her, da musste Gianni
       Infantino, der Präsident des Internatioalen Fußballverbands, glauben, er
       sei unantastbar. Er ließ sich rund um das Endspiel der Fußball-WM für ein
       Turnier feiern, mit dem die Fifa sagenhafte 15 Milliarden US-Dollar
       umgesetzt hatte. Die WM sei das „das größte soziale und kulturelle Ereignis
       gewesen, das die Menschheit je erlebt hat“, sagte er auf einem Empfang im
       Trump Tower in New York, an dem neben etlichen Milliardären auch
       US-Präsident Donald Trump teilgenommen hatte.
       
       Auf die bis dato übliche Pressekonferenz des Fifa-Präsidenten zum Ende
       einer WM verzichtete Infantino und [1][lederte vielmehr in einem
       Instagram-Post gegen alle], die das Mega-Event kritisch gesehen haben. Dazu
       verkündete er auf der Plattform seiner Wahl, bei der die Kommentarfuktion
       stets deaktiviert ist, dass schon über 200 der 211 Fifa-Verbände
       [2][zugesichert hätten, ihn zu unterstützen,] wenn 2027 turnusgemäß die
       Wahl des Fifa-Präsidenten ansteht. Keine zwei Wochen hat es dann gedauert
       und die Vorstellung, Infantino könnte seinen Posten an der Spitze der Fifa
       verlieren, ist kein Hirngespinst mehr.
       
       Dass die Fifa mittlerweile die Pläne, Anteile am Geschäft mit den
       Fußballweltmeisterschaften an private Investoren aus dem Umfeld der Familie
       von Donald Trump zu veräußern, [3][hat fallen lassen], wird Infantino wohl
       nicht reichen beim Ansinnen, im Amt zu bleiben. Die Uefa hatte gar mit
       einem Boykott aller Fifa-Turniere gedroht, um die Investorenpläne zu
       verhindern, die Infantino mit seinen Vertrauten hinter dem Rücken der
       wichtigsten Fifa-Gremien ausgeheckt hatte.
       
       ## „Schäbiger Hinterzimmerdeal“
       
       Nachdem sich sowohl der Kontinentalverband aus Nord- und Mittelamerika
       Concacaf sowie der asiatische Fußballverband AFC gegen [4][eine Beteiligung
       von Investoren an den Weltturnieren] ausgesprochen hatten, war Infantino
       nichts anderes übrig geblieben, als seine Pläne fallen zu lassen. Nun geht
       es um die Zukunft Infantinos an der Spitze des Weltverbands. Uefa und
       Concacaf geben sich nicht zufrieden mit der Rücknahme des Deals.
       
       Die Fifa-Führung habe „nicht nur das Vertrauen der Uefa, sondern auch das
       vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie verloren“, [5][heißt es in
       einem Statement der Europäischen Fußballunion], in der die Fifa-Pläne als
       „schäbiger, undurchsichtiger Hinterzimmerdeal“ bezeichnet werden. Auch in
       Nord- und Mittelamerika hat man genug von dem Gebaren der aktuellen
       Fifa-Spitze. Das sei Ausdruck „armseliger Führung“. Die Fifa habe
       aufgehört, den Fußball an die erste Stelle zu setzen, [6][heißt es in einer
       Concacaf-Mitteilung].
       
       Der Wahlkampf um das Amt an der Fifa-Spitze hat also begonnen. [7][Erste
       Medien berichten davon], dass sich Concacaf-Präsident Victor Montagliani
       als Gegenkandidat zu Infantino in Stellung bringen könnte. Der Kanadier ist
       einer jener acht Vizepräsidenten der Fifa, die von Infantinos
       Investoren-Plänen ebenso überrascht wurden wie die Öffentlichkeit. Bis zum
       18. November muss er seinen Hut in den Ring geworfen haben, will er bei der
       Wahl auf dem Fifa-Kongress im März 2027 im marokkanischen Rabat gegen
       Infantino antreten.
       
       Derweil hat auch Infantino begonnen, Unterstützer hinter sich zu
       versammeln. Der marokkanische Fußballverband, neben Spanien und Portugal
       einer der drei Hauptausrichter der Männer-WM 2030, [8][hat schon
       angekündigt, Infantino zu unterstützen]. Der war am vergangenen Donnerstag
       höchstselbst in Marokko und wurde von König Mohammed VI. empfangen.
       
       Auch Infantino ist wohl schon im Wahlkampfmodus. Katar, WM-Gastgeber 2022,
       sowie der Libanon, das Heimatland von Infantinos Frau, haben ebenfalls
       schon angekündigt, den Amtsinhaber bei der Wahl zu unterstützen.
       
       2 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.instagram.com/p/DbRfdfdCFIS/?img_index=3
 (DIR) [2] https://www.instagram.com/p/Da81mXyD7Qu/?hl=en&img_index=1
 (DIR) [3] /Infantino-macht-Kehrtwende/!6201013
 (DIR) [4] /Investoren-im-Fussball/!6199999
 (DIR) [5] https://www.uefa.com/news-media/news/02a8-213e1cb056eb-c0ae1b85aa7f-1000--uefa-welcomes-fifa-s-withdrawal-of-plans-to-sell-a-stake-i/
 (DIR) [6] https://www.concacaf.com/competitions/concacaf/news/concacaf-and-its-41-member-associations-welcome-the-withdrawal-of-the-proposed-fifa-forward-enterprise
 (DIR) [7] https://www.nytimes.com/athletic/7485172/2026/08/02/fifa-world-cup-stake-sale-inside/?redirected=1
 (DIR) [8] https://frmf.ma/articles/communique-4
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Rüttenauer
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Fifa
 (DIR) Fußball
 (DIR) Uefa
 (DIR) Gianni Infantino
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) GNS
 (DIR) Fifa
 (DIR) Fußball
 (DIR) Kolumne Press-Schlag
 (DIR) Fußball
 (DIR) Fußball
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Uefa prüft rechtliche Schritte: Infantino soll Beweise aufbewahren
       
       Die Uefa baut eine rechtliche Drohkulisse auf. Der erste Nationalverband
       entzieht Fifa-Boss Gianni Infantino öffentlich seinen Beistand zur
       Wiederwahl.
       
 (DIR) Kandidaten für Infantinos Nachfolger: Fünf Gauner für Zürich
       
       Gianni Infantinos Zeit als Fifa-Präsident geht zu Ende. Die taz stellt
       Kandidaten vor, die die Korruptionstradition des Verbands weiterführen
       könnten.
       
 (DIR) Investoren im Fußball: Business und die Liebe zum Spiel
       
       Beim Streit des Weltverbands Fifa mit der Uefa geht es um Milliarden. Unten
       in der Regionalliga beim TSV 1860 München geht es wieder um Fußball.
       
 (DIR) Streit über Investorendeal der Fifa: Ein Riss geht durch die Fußballwelt
       
       Die Uefa droht mit einem WM-Boykott, sollte die Fifa Investoren ins Boot
       holen. Sie fordert die sofortige Rücknahme des vorbereiteten
       Milliardendeals.
       
 (DIR) Investoren im Fußball: Der große WM-Ausverkauf
       
       Fifa-Präsident Gianni Infantino will Investoren am Geschäft mit den
       Weltmeisterschaften beteiligen. Aus Europa gibt es heftigen Protest
       dagegen.