# taz.de -- Was tun gegen den Energiewende-Rollback?: Der Urknall
       
       > Der apokalyptische Sommer bringt Regierungen zum Nachdenken. Die deutsche
       > allerdings nicht, kritisiert unser Autor. Er regt an: Bürger:innen, DIY!
       
 (IMG) Bild: Insofern lautet der „Energie-für-Alle“-Rat im Sommer 2026: Ran an die Balkone, rauf auf die Dächer und ab in die Keller!
       
       Im Anfang war das Wort, sagt die Theologie. Am Anfang war alles pure
       Energie, antwortet die Physik. Wer Recht hat? Unklar. Aber klar ist, dass
       beides, sowohl Worte als auch Energie, elementar sind – und damit herzlich
       willkommen, liebe taz-Leser:innen, zur ersten Ausgabe der Kolumne „Energie
       für alle“! Hier soll es alle sechs Wochen um Klima- und Energiefragen
       gehen: Wie sieht die Energiegegenwart und -zukunft aus? Auf welche
       Klima-Welt steuern wir zu? Welche politischen Entwicklungen gibt es bei uns
       und anderswo? Diese und andere Fragen will ich an dieser Stelle adressieren
       und freue mich, wenn Sie mit dabei sind. Und nicht zuletzt, weil man im
       Anfang ja auch die Tat sehen kann, soll es auch um die Frage des „Was tun?“
       gehen.
       
       Also: Wo stehen wir in Sachen Klima und Energie im Sommer 2026?
       [1][Apokalyptische Waldbrände in Frankreich, Spanien und Italien] zeigen,
       dass Europa nicht verschont wird von den Auswirkungen der Klimakrise. In
       Deutschland haben die Hitzewellen offenbart, wie schlecht wir auf die neue
       Klimarealität vorbereitet sind: [2][Krankenhäuser, Pflegeheime und Schulen
       überhitzen], Asphalt wird flüssig und die [3][Rhein-Schifffahrt kommt zum
       Erliegen].
       
       Währenddessen hat der schwelende Irankonflikt eine neue Realität auf den
       globalen Öl- und Gasmärkten geschaffen: Die Preise liegen etwa 50 Prozent
       über dem Niveau von Februar, die deutschen [4][Gasspeicher sind nicht mal
       zu Hälfte gefüllt], und die Lage ist hoch volatil.
       
       Die Antwort auf diese beiden unschönen Trends ist dieselbe: Massiv Wind-,
       Solaranlagen und Batterien installieren und so viel wie möglich
       elektrifizieren. Das ist der schnellste Weg, um das Klima zu schützen, und
       die Antwort auf die [5][Gas- und Ölkostenfalle]. Denn Wind und Solar sind
       die billigste Art Strom zu erzeugen, Wärmepumpen erzeugen 3- bis 4mal mehr
       Wärme pro eingesetzter Kilowattstunde als Gasheizungen, Elektroautos sind
       2- bis 3mal effizienter als Verbrenner und die Speicher-Revolution
       transferiert Solarstrom günstig in den Abend.
       
       ## Deutsche Außenseiterpositionen
       
       Das erkennen gerade viele Regierungen auf der Welt – eigentlich alle Öl-
       und Gasimporteure. Es geht hier schließlich um die Sicherung von Wohlstand.
       Auch die EU-Kommission hat deswegen Mitte Juli eine
       Elektrifizierungsstrategie beschlossen, mit dem Ziel, dass Europa bis 2040
       den Anteil elektrischer Prozesse verdoppelt. Es gibt allerdings auch
       Ausnahmen: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche propagiert Gas, wo es nur
       geht, und der neue Verkehrsminister Steffen Bilger glaubt nach wie vor an
       eine Zukunft von Verbrenner-Autos.
       
       Was also tun? Angesichts dieser Regierung müssen wir Bürger:innen es
       selbst in die Hand nehmen. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt, eine
       Wärmepumpe anzuschaffen und/oder eine [6][(Balkon-)Solaranlage] zu
       installieren. Die Technik ist inzwischen so weit, dass es in praktisch
       jedem Haus geht. Und für die, die kein Haus haben: Rufen Sie Menschen mit
       Eigenheim an, die Sie kennen und lieben. Sie werden es ihnen danken, denn
       die Förderungen für Wärmepumpen und Solaranlagen sinken kontinuierlich –
       schon ab 2027 werden die Konditionen schlechter. Eine bessere Art, den
       Geldbeutel zu schonen, den Wert des Hauses zu steigern und gleichzeitig was
       fürs Klima zu tun, gibt es nicht. Insofern lautet der
       „Energie-für-Alle“-Rat im Sommer 2026: Ran an die Balkone, rauf auf die
       Dächer und ab in die Keller!
       
       6 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Waldbraende-in-Frankreich/!6201123
 (DIR) [2] /Kliniken-im-Klimawandel/!6196558
 (DIR) [3] /Duerre-in-Deutschland/!6201568
 (DIR) [4] https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Gasversorgung/aktuelle_gasversorgung/start.html
 (DIR) [5] /Studie-eines-Fraunhofer-Instituts/!6193716
 (DIR) [6] /Lob-der-Solarenergie-in-Deutschland/!6064921
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Patrick Graichen
       
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