# taz.de -- Handelsdeal EU–USA: Turnberry? War das was?
> Vor einem Jahr einigten sich EU-Kommissionspräsidentin Von der Leyen und
> US-Präsident Trump auf ein Zollabkommen. Jetzt ist der Deal wieder in
> Gefahr.
(IMG) Bild: Das Zollabkommen zwischen der USA und der EU wird am 27.07.2025 besiegelt und könnte schon wieder Geschichte sein
Ein Jahr nach dem umstrittenen Handelsdeal mit US-Präsident Donald Trump
stellt sich die EU auf neuen Ärger ein. [1][Trump droht mit
„substanziellen“ Strafzöllen], nachdem Brüssel vergangene Woche [2][ein
Bußgeld von 890 Millionen Euro gegen den US-Internetkonzern Google]
erlassen hatte. Das Europaparlament warnte vor einem Scheitern des
Handelsdeals.
Die EU müsse „auf alle Szenarien vorbereitet sein“, sagte der Chef des
Handelsausschusses, Bernd Lange (SPD). Falls die Amerikaner die
Vereinbarungen von Juli 2025 nicht einhielten, „kann und muss die EU
entschlossen reagieren“. Wenn Trump neue Strafzölle erlasse, müsse das
Handelsabkommen ausgesetzt werden, sagte sein italienischer
Parlamentskollege Brando Benifei.
Der sogenannte [3][Turnberry-Deal] sollte die jahrelangen Zoll- und
Handelsstreitigkeiten beilegen. Er sieht vor, alle EU-Zölle auf
US-amerikanische Autos und andere Industriegüter abzuschaffen. Für Exporte
in die USA gilt hingegen ein Zollsatz von 15 Prozent. Die EU hat sich zudem
zum Kauf großer Mengen von US-Flüssiggas und zu massiven Investitionen in
den USA bekannt.
Die Vereinbarung, die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Trumps
Golf-Resort im schottischen Turnberry unterzeichnet hatte, stand von Anfang
an in der Kritik. Sie benachteilige die europäische Industrie, hieß es. Von
der Leyen weist das zurück: Der Deal habe einen Handelskrieg verhindert und
Ruhe gebracht, erklärte die EU-Kommission zum Jahrestag am 27. Juli.
## Wieder droht Ärger
Doch nun droht eine neue Eskalation. Die EU werde einen „sehr hohen Preis“
für die Google-Strafe zahlen, warnte Trump. Den Europäern werde „so bald
wie möglich ein erheblicher Zoll auferlegt“. Erst am Freitag trat ein neuer
US-Aufschlag von 10 Prozent in Kraft. Trump begründete ihn mit
[4][angeblich unzureichenden Maßnahmen der EU gegen Zwangsarbeit].
Die EU-Kommission wies den Vorwurf zurück – gab sich aber erleichtert, weil
die 10 Prozent offenbar mit dem bestehenden 15-Prozent-Zoll verrechnet
werden sollen. Ein weiterer US-Strafzoll, wie ihn Trump nun androht, würde
dieses Kalkül aber zunichtemachen und einen neuen Handelskrieg
heraufbeschwören.
28 Jul 2026
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## AUTOREN
(DIR) Eric Bonse
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