# taz.de -- Umweltministerium in Baden-Württemberg: Grüne lenken bei Artenschutz ein
> Erst gestrichen, nun wieder bewilligt: In Baden-Württemberg gibt es jetzt
> doch Geld für Landschaftspflege. Umweltschützer*innen sind
> erleichtert.
(IMG) Bild: Morgenstimmung im Naturschutzgebiet Zeller Aachried am Bodensee
Das Umweltministerium in Baden-Württemberg hat angekündigt, doch nicht so
stark wie geplant beim Arten- und Naturschutz zu kürzen. Kurzfristige
Verträge mit Landschaftspfleger*innen sollen weiterhin bewilligt
werden. Die Umweltorganisation BUND begrüßt die Entscheidung: Es sei „ein
großer Schaden“ abgewendet worden, sagt die baden-württembergische
Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch.
Das grün geführte Umweltministerium [1][teilte am Mittwoch mit], dass nun
doch Mittel für einjährige Maßnahmen in der Landschaftspflege
bereitgestellt werden können. Entsprechende Anträge würden „wie in den
letzten Jahren“ bewilligt. Bei den Maßnahmen handelt es sich um konkrete
Aufgaben der Landschaftspflege, also zum Beispiel Beweidung von Flächen
oder die Pflege von Feuchtgebieten. Sie wirken sich direkt auf den Schutz
von Tieren und Natur aus.
Noch im Juli 2026 könnten nach Angaben des Ministeriums etwa 8 Millionen
Euro für solche [2][Maßnahmen des Arten- und Biotopschutzes] zugewiesen
werden. Das Geld geht an die Naturschutzbehörden und die
Regierungspräsidien. Letztere sind für die Verwaltung der einzelnen
Regierungsbezirke zuständig. Die Stellen können die Mittel dann für
Aufträge ausgeben. Die Finanzierung sei jetzt doch möglich, weil
„Zahlungen, die für das Jahr 2026 geplant waren, nun zum Teil erst im Jahr
2027 erfolgen werden“, heißt es vom Umweltministerium.
Pilarsky-Grosch vom [3][BUND] ist erleichtert: „Bei der Pflege von
Naturschutzgebieten oder anderen ökologisch wertvollen Flächen hätte
bereits ein Jahr Verzug einen Rückschlag um mehrere Jahre bedeutet.“
## Protest von Landschaftspfleger*innen und Forstwirt*innen
Der Hintergrund: Die Regierungspräsidien hatten im Mai [4][überraschend
alle Aufträge für einjährige Maßnahmen gestrichen]. Das hätte einer Kürzung
von bis zu 12 Millionen Euro entsprochen. Die Umweltministerin teilte
damals mit, dass nicht vorhergesehene Mehrausgaben im Naturschutz der Grund
für die Einsparung gewesen wären.
Neben Landschaftspfleger*innen waren auch Land- und Forstwirt*innen
betroffen, die sich auf Arbeiten im Naturschutz spezialisiert haben. Mehr
als 2.000 Betroffene schlossen sich in der „[5][Allianz für Artenvielfalt]“
zusammen. Sie warnten vor drohenden Entlassungen und Einnahmeverlusten.
24 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://um.baden-wuerttemberg.de/de/presse-service/presse/pressemitteilung/pid/zusaetzliche-mittel-fuer-den-arten-und-biotopschutz
(DIR) [2] /Schwerpunkt-Artenschutz/!t5008549
(DIR) [3] https://www.bund-bawue.de/
(DIR) [4] /Proteste-gegen-Gruene/!6195943
(DIR) [5] https://allianz-fuer-artenvielfalt.de/
## AUTOREN
(DIR) Charlotte Gabel
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