# taz.de -- Krankschreibungen ohne Praxiskontakt: Online statt Telefon? Geht auch nicht
> Bundesgesundheitsministerin Warken will Online-Krankschreibungen ohne
> Arztkontakt stoppen. Persönliches Erscheinen in Praxen soll Pflicht sein.
(IMG) Bild: Muss gar nicht niesen: Gesundheitsministerin Warken (CDU)
dpa | Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt die Pläne der
schwarz-roten Koalition, die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten
Tag einzuführen und [1][die telefonische Krankschreibung] abzuschaffen.
„Niemand muss bei Krankheit zwingend in die Arztpraxis“, sagte die
CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es sei zwar das
Ende der telefonischen Krankschreibung vereinbart, nicht aber die
Möglichkeit eines Attests per Video.
Bislang wird in der Regel eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) erst
ab dem vierten Tag verlangt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete
die Pläne damit, dass der Krankenstand gesenkt werden solle. [2][Gegen die
Pläne gibt es Proteste] – auch, weil damit mehr kranke Menschen in den
überlasteten Praxen erwartet werden.
Warken kündigte an, bald Vorschläge vorlegen zu wollen, um eine
Krankschreibung per Online-Fragebogen ohne Arztkontakt zu unterbinden.
„Damit wird diesem Missbrauch endlich ein Riegel vorgeschoben“, sagte die
Ministerin.
## Zuckersteuer kommt Versicherten zugute
Breite Kritik gibt es an dem Krankenkassensparpaket der Koalition, das
darauf abzielt, die [3][gesetzlichen Krankenkassen 2027 von stark
steigenden Ausgaben zu entlasten] und neue Beitragserhöhungen zu
verhindern. Ursprünglich war eine Zuckerabgabe für süße Getränke wie
Limonaden geplant. Die Mehreinnahmen sollten den Kassen zukommen, später
änderte die Bundesregierung ihre Pläne in eine Zuckersteuer um, die dann in
den allgemeinen Haushalt fließen würde.
Auf die Frage, warum sie diese Einnahmen aus der Hand gegeben habe,
antwortete Warken: „Im Sparpaket ist festgelegt, dass die
Krankenversicherung im Gegenzug mehr Steuermittel erhält. Die 650 Millionen
Euro, die die Steuer auf zuckergesüßte Getränke im kommenden Jahr
einbringen soll, kommen also den Versicherten zugute.“
17 Jul 2026
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