# taz.de -- Neonazi-Flucht gescheitert: Marla Svenja Liebich nach Deutschland ausgeliefert
> Im August 2025 sollte die Nazi-Figur Liebich die Haft antreten, floh
> jedoch. In Tschechien wurde Liebich gefasst, nun geht’s in einen
> deutschen Knast.
(IMG) Bild: Wollte offensichtlich mit Änderung des Geschlechtseintrags provozieren: Neonazi Marla Svenja Liebich
dpa/taz | Neonazi [1][Marla Svenja Liebich] ist von Tschechien nach
Deutschland gebracht worden. Das teilte die tschechische Polizei am
Vormittag auf der Plattform X mit. Die verurteilte Liebich soll nach
Justizangaben in das Frauengefängnis im sächsischen Chemnitz gebracht
werden.
Liebich wurde in Deutschland im Juli 2023 – damals noch als Mann mit dem
Vornamen Sven – vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede
und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe [2][von einem Jahr und sechs
Monaten ohne Bewährung verurteilt.] Nach der Verurteilung hatte Liebich das
Geschlecht und Namen von männlich auf weiblich ändern lassen. Ziel der
Aktion war wohl, zu provozieren und [3][das Selbstbestimmungsgesetz ins
Lächerliche zu ziehen.]
Sobald Liebich in Chemnitz ist, muss die Anstaltsleitung des
Frauengefängnisses entscheiden, ob Liebich dort einsitzt. Ursprünglich
sollte Liebich dort die Haft schon Ende August 2025 angetreten, war jedoch
geflohen und wurde erst im April dieses Jahres in Tschechien gefasst.
Daraufhin war Liebich ins tschechische Pilsen (Plzeň) gebracht worden. Das
Gericht in der Stadt im Westen Tschechiens hatte dann Anfang Juni
entschieden, dass Liebich an die deutschen Behörden übergeben werden soll.
Später hatte das Oberlandesgericht in Prag Beschwerden der 55-jährigen
Neonazi-Person gegen die Auslieferung abgewiesen. Sie seien nicht begründet
gewesen, hieß es.
## Frauenknast oder nicht?
Liebich hatte seit 2014 regelmäßig Protest organisiert, oft auf dem
Marktplatz in Halle in Sachsen-Anhalt, häufig mit queerfeindlichen
Äußerungen. Immer wieder kam es dabei auch zu Auseinandersetzungen mit
Gegendemonstranten. Mehrfach mussten sich Gerichte mit Beschuldigungen
gegen Liebich auseinandersetzen. Im Juli 2023 folgte die Verurteilung.
In sechs Anklagen hatte die Staatsanwaltschaft unterschiedliche Vorwürfe
gegen die 1970 in Merseburg im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) geborene Liebich
erhoben. Einige Vorfälle lagen zu Beginn des Prozesses bereits mehrere
Jahre zurück. Liebich sei ein Gratwanderer und überschreite in manchen
Fällen die Grenze des Rechts, hatte die Richterin damals erklärt. In
vorigen Prozessen sprachen Gerichte lediglich Geld- oder Bewährungsstrafen
aus. Liebich wehrte sich gegen das Urteil vom Amtsgericht, scheiterte damit
jedoch.
Liebich wurde zum Haftantritt in das Frauengefängnis von Chemnitz geladen,
weil das Gefängnis von Liebichs Meldeadresse das nächstgelegene ist. Nach
der Ankunft in Chemnitz wird Liebich unter anderem medizinisch untersucht.
Die Staatsanwaltschaft in Halle ist in Deutschland die zuständige
Vollstreckungsbehörde für den Fall. Vor dem Gericht in Pilsen hatte Liebich
angegeben, nicht nach Deutschland gebracht werden zu wollen – angeblich aus
Angst vor einem deutschen Männergefängnis.
15 Jul 2026
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