# taz.de -- Social-Media-Verbot für Kinder: Es droht eine Luftnummer
       
       > Die EU-Expertenempfehlungen enthalten sinnvolle Punkte. Jedoch bleibt die
       > Durchsetzbarkeit bisher noch völlig offen.
       
 (IMG) Bild: Es gibt bereits eine Altersgrenze ab 13 Jahren bei vielen Apps wie Tiktok, die aber von den Plattformen nicht kontrolliert wird
       
       Ein Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige, danach eine Freigabe von
       Tiktok und Co. unter Vorbehalt des Jugendschutzes: [1][Was die
       Expertengruppe der EU-Kommission da am Montag zur politischen Umsetzung
       empfohlen hat], klingt markig. Allein, die Zweifel bleiben, ob das Ganze
       nicht doch eher eine Luftbuchung ist.
       
       Zum einen ist da die Altersgrenze 13 Jahre, die es jetzt schon gibt bei
       vielen Apps wie Tiktok, die aber von den Plattformen de facto nicht
       kontrolliert wird. Ursula von der Leyen hatte [2][deshalb bereits im April
       eine Alterskontroll-App] vorgestellt, die die Lücke zwischen Anspruch und
       Wirklichkeit schließen soll. Allerdings fürchten Datenschützer*innen
       angesichts eines nötigen Gesichtsscans und hinterlegten Ausweisdokumenten –
       und zwar von allen Nutzer*innen – um den Persönlichkeitsschutz im Netz.
       Zudem war auch am Montag weiter unklar, wann genau diese App tatsächlich
       einsatzbereit wäre.
       
       Und danach, wenn das Kind dann endlich 13 ist und immer noch ein sehr
       junger Mensch? Die Idee, das Internet nach und nach freizugeben, so ähnlich
       wie die Freiwillige Selbstkontrolle bei Filmen, ist gar nicht so schlecht.
       Ausdrücklich und zu Recht nimmt die Expertenkommission auch Angebote wie
       KI-Chatbots oder Videospielplattformen in den Blick und nennt das Ganze
       „Social Media Plus“. Die Altersstaffelung ist jedenfalls die
       differenziertere Herangehensweise, weil ihr auch Dinge wie digitale
       Teilhabe nicht egal sind. Zudem ist es ein Ansatz, der zumindest versucht,
       auch die Konzerne in die Verantwortung zu nehmen, was das eigentliche Ziel
       sein muss.
       
       Denn: Je jugendfreundlicher, desto niedriger das FSK-Label, desto breiter
       der potenzielle Nutzer*innen-Kreis – das soll der wirtschaftliche Hebel
       sein.
       
       Dafür braucht es allerdings eine überzeugende Kontrolltechnik, vor allem
       was Datensicherheit angeht. Sonst wird passieren, was sich bereits in
       Australien besichtigen lässt, wo 70 Prozent der Jugendlichen einen aktiven
       Account haben trotz gesetzlichen Verbots: nämlich nichts.
       
       13 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-social-media-vorgaben-kinder-100.html
 (DIR) [2] /Kontroll-App-fuer-Social-Media/!6171562
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Klöpper
       
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