# taz.de -- Ergebnis der Social-Media-Kommission: Dann vielleicht doch besser das, was Karin Prien sagt
       
       > Seit September beraten Expert:innen über den richtigen politischen
       > Umgang mit den sozialen Medien. Die wichtigste Frage lassen sie einfach
       > offen.
       
 (IMG) Bild: Bei diesem Kind ist die Altergrenze eindeutig unterschritten – aber eine klare Entscheidung fehlt weiterhin. Jetzt muss Karin Prien ran
       
       Seit September 2025 haben sich die Expert:innen getroffen, beraten,
       abgewogen zu den Gefahren von Social Media für die Jugend. Am Ende konnten
       sich auch diese klugen Köpfe [1][zu keiner klaren Antwort auf die Frage
       durchringen]: Braucht es ein Social-Media-Verbot für bestimmte
       Altersgruppen?
       
       Stattdessen nun zwei Alternativen. Entweder ein Mindestalter von 13 Jahren:
       Das ist heute bei vielen Plattformen schon Standard, wird aber nicht
       durchgesetzt. Oder aber man guckt sich die Anbieter einzeln an, ohne
       pauschale Altersvorgabe. Mit anderen Worten: Problem vertagt,
       beziehungsweise der Ball liegt jetzt wieder im Feld der Politik. Aus einer
       Fachfrage, bei der man sich endlich eine klare Orientierung gewünscht
       hätte, ist wieder eine politische geworden. Wir sind – trotz aller
       geballten Expertise der Expert:innen – also so schlau wie zuvor.
       
       Denn dass die Sache kompliziert ist, das wusste man ja. Gute Argumente gibt
       es für ein Verbot, gute Argumente gibt es auch dagegen.
       
       Dafür: Schutz vor Mobbing, Gewalt, Fake News, süchtig machenden Funktionen
       wie Endlos-Scrolling. Vor allem, wenn man sich nicht sicher sein kann, wie
       schnell und wirksam nun tatsächlich datenschutzkonforme Technik für eine
       Altersverifikation bereitgestellt wird, die zudem – [2][wie in Australien
       der Fall] – nicht einfach umgangen wird.
       
       Gegen eine Altersgrenze kann man wiederum das Teilhabeargument zu Felde
       führen. Social Media, heißt es dann oft, biete gerade auch der queeren
       Jugendlichen auf dem niedersächsischen (oder wo auch immer) Dorf einen
       digitalen Treffpunkt. Und überhaupt, das verschiebe doch nur wieder den
       Druck weg von den Plattformen hin zu den Kindern, die ausbaden müssen, dass
       die Erwachsenen eine bessere digitale Welt nicht hinbekommen.
       
       ## Eine klare Entscheidung bleibt aus
       
       In dem Sinne zeigt das [3][Ringen der Expert:innenkommission], wie
       verflixt schwierig dieser Abwägungsprozess ist. Vermutlich gibt es kein
       ganz Richtig und kein ganz Falsch bei der Frage nach einer Altersgrenze.
       Dennoch hätte man eine klare Entscheidung erwarten dürfen.
       
       Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat sich bereits für die Variante mit
       einer Altersgrenze von 13 Jahren für Social-Media-Accounts ausgesprochen.
       Leider muss man wohl sagen: In Anbetracht der Alternativen wäre das der
       richtige Weg. Denn die präventiven Maßnahmen, die die
       Expert:innenkommission vorschlägt, sind zum einen enorm umfangreich
       und zum anderen weder finanziert noch mit Personalressourcen abgesichert.
       
       24 Jun 2026
       
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 (DIR) Anna Klöpper
       
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