# taz.de -- Krise bei Volkswagen: Blumes Plan ist dreist, nicht intelligent
       
       > Der VW-Chef plant mit Werksschließungen und dem Abbau Zehntausender
       > Stellen. Sein Gerede über Alternativen zeugt nicht von Empathie.
       
 (IMG) Bild: Konzernchef Blume bekommt Gegenwind von der Belegschaft und der IG Metall, hier in Zwickau
       
       Konzernchef Oliver Blume versucht zu menscheln. Er wolle Werksschließungen
       vermeiden. Es gebe „intelligentere Lösungen“ für die vier von ihm
       angezählten VW-Werke, sinnierte der Manager am Wochenende. Doch seine
       Wortmeldung ist weder menschlich noch sonderlich intelligent.
       
       Besäße Blume ein Mindestmaß an Empathie gegenüber seiner Belegschaft, dann
       hätte er [1][der Bild am Sonntag kein Interview gegeben], sondern wäre am
       Freitag vor die VW-Mitarbeitenden getreten und hätte ihnen Rede und Antwort
       [2][zu seinen Kahlschlagplänen] gestanden. Schließlich geht es um
       Zehntausende Beschäftigte, deren Jobs und Zukunft der Vorstand um Blume
       derzeit infrage stellt. Und das noch nicht mal zwei Jahre nachdem die
       Belegschaft massive Lohneinbußen für die Standortsicherung akzeptiert
       hatte.
       
       Trotzdem macht Blume weiter Druck, dass die Kostensenkungen nicht genügen
       würden. Angeblich sollen jetzt 100.000 Stellen wegfallen – doppelt so viele
       wie ursprünglich geplant. Als „intelligentere“ Lösung schon länger im
       Gespräch sind deswegen zwei Möglichkeiten: die Umstellung auf
       Rüstungsproduktion oder die Produktion von in China entwickelten
       VW-Modellen.
       
       Dass das VW-Management Alternativen zu Werksschließungen diskutiert,
       überrascht nicht. Jedes Betriebsratsmitglied weiß spätestens nach der
       ersten Schulung, dass auch Chefs ein Interesse haben, Entlassungen zu
       vermeiden. Schließlich müssen sie dann teure Abfindungen zahlen. Und gerade
       in einem Konzern wie Volkswagen, wo es einen starken Betriebsrat gibt, sind
       Entlassungen nicht so ohne weiteres durchsetzbar. Das hat Blume jetzt auch
       bei der Aufsichtsratssitzung gemerkt, wo er erstmals einen Dämpfer für
       seine Kahlschlagpläne bekam.
       
       Insofern ist Blumes Sinnieren über „intelligentere Lösungen“ weder
       mildtätig noch sonderlich innovativ. Sie ist stattdessen dreist.
       Intelligent wäre zum Beispiel gewesen, frühzeitig auf günstige
       Elektromodelle zu setzen, statt Werke zu schließen und Menschen zu
       entlassen.
       
       13 Jul 2026
       
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 (DIR) Simon Poelchau
       
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