# taz.de -- Kürzung des Unterhaltsvorschusses: Als Nächstes spart die Bundesregierung bei Alleinerziehenden
> Zahlt ein Elternteil keinen Unterhalt, springt der Staat ein.
> Familienministerin Prien (CDU) kündigt jetzt an, die Hilfe auf sechs
> Jahre zu begrenzen.
(IMG) Bild: Ist das Kind 16 Jahre oder älter, soll der Unterhaltsvorschuss generell wegfallen
kna | Der [1][staatliche Unterhaltsvorschuss] soll künftig nur noch bis
einschließlich zum 15. Lebensjahr gezahlt werden. Bundesfamilienministerin
Karin Prien (CDU) möchte schnellstmöglich einen entsprechenden
Gesetzentwurf vorlegen, wie sie der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA)
sagte. Der Vorschuss wird vom Staat ausgelegt, wenn nach einer Trennung
säumige Partner – in der Regel die Väter – nicht zahlen.
Vor der Ausweitung des Vorschusses im Jahr 2017 sei dieser nur bis zum 12.
Geburtstag und nur für maximal 72 Monate gezahlt worden, erklärte Prien.
Der Vorschuss habe sich zu „einem der größten Kostenfaktoren für die
Kommunen“ entwickelt. Die Kosten hätten sich seit der jüngsten Reform
vervierfacht. Aktuell können Alleinerziehende den Vorschuss ohne weitere
zeitliche Begrenzung bis zum 18. Geburtstag erhalten.
[2][Bund und Länder hätten verabredet,] die Kommunen stärker zu entlasten
und säumige Zahler härter zu verfolgen, sagte die Ministerin. So solle zum
Beispiel der Entzug des Führerscheins bei falschen Angaben oder fehlender
Auskunft möglich werden. Wichtig sei, dass Länder und Kommunen gebündelt
die Eintreibung ausstehender Unterhalte verfolgten: „Das ist eine Frage der
Gerechtigkeit.“
Die [3][von Betroffenen geforderte Änderung] bei der Anrechnung des
Kindergelds auf den Unterhaltsvorschuss wird nach Priens Worten dagegen
wohl zunächst nicht kommen. Es werde vorläufig bei der vollständigen
Anrechnung bleiben. „Eine Änderung wie die hälftige Anrechnung ist zurzeit
einfach nicht finanzierbar“, so die Ministerin. CDU/CSU und SPD hatten sich
darauf eigentlich im Koalitionsvertrag verständigt.
12 Jul 2026
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