# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Warum gibt es keine Bienen im Winter?
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(IMG) Bild: Summ, summ, summ
Den ganzen Frühling waren sie fleißig auf den Wiesen unterwegs. Jetzt sieht
man allmählich immer weniger [1][Bienen]. Es gibt ja auch immer weniger
Blüten, aus denen sie Nektar trinken können. Im Winter schwirren dann gar
keine Bienen mehr herum. Wo verschwinden sie alle hin?
Wenn es kalt wird, ziehen wir uns dicke Pullover an und drehen die Heizung
auf. Tiere können das nicht. Manche haben ein Fell, Bienen nicht, sie
müssen sich auf andere Art und Weise warm halten. Wie alle Insekten sind
Bienen wechselwarm. Das bedeutet, dass ihre Körpertemperatur direkt von der
Umgebung abhängt. Fallen die Temperaturen draußen, sinkt auch die
Körpertemperatur der Insekten. Wärme bekommen Insekten nur von der Sonne.
Oder aber von einer guten Behausung!
Honigbienen leben in einem großen Staat mit einer Königin. Den ganzen
Frühling und Sommer sind sie fleißig, um für den Winter vorzusorgen und
Vorräte anzulegen. Sie fliegen von Blüte zu Blüte und saugen mit ihren
Rüsseln Nektar auf. Ist eine Biene richtig vollgetankt, fliegt sie zurück
in ihren Stock. Dort gibt sie ihren Nektar an andere Bienen weiter und
sucht die nächste Blüte auf. Die Bienen im Stock reichern den Nektar mit
weiteren Stoffen an. Der macht ihn für längere Zeit haltbar.
## Sie bilden eine Wintertraube
Sobald es keine Blüten mehr gibt und es zu kalt wird, kuscheln sich die
Bienen eng in ihrem Stock zusammen – mit der Königin in ihrer Mitte.
Wintertraube nennt man das. In dieser Traube versetzen die äußeren Bienen
ihren Oberkörper in Schwingung. Die schnellen Bewegungen ihrer Muskeln
erzeugen Wärme. Weil das ganz schön anstrengend ist, wechseln sich die
Tiere ab: Wer erschöpft ist, krabbelt weiter ins Innere der Traube, ruht
sich aus und bekommt Nektar als Belohnung. Dann sind andere Bienen dran mit
Zittern und Warmhalten. Darum sieht man keine Honigbienen im Winter. Sie
halten ihren Staat warm, bis es draußen wieder wärmer wird.
Es gibt aber auch andere Bienenarten, die nicht in einem Bienenstock leben.
[2][Hummeln] zum Beispiel graben sich im Boden ein und halten Winterruhe.
Es gibt bei uns auch Hunderte Arten von Wildbienen. Die leben meist ohne
Staat und Königin. Den kalten Winter überleben sie darum nicht. Ihre Art
bleibt aber trotzdem erhalten. Denn sie haben vorher Eier abgelegt, etwa in
totem Holz oder Pflanzenstängeln. Aus den Eiern schlüpfen im Frühjahr
wieder junge Wildbienen, und das Spiel geht von vorne los.
17 Aug 2026
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(DIR) Philipp Brandstädter
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