# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Wieso sind Tauben immer noch schmutzig, wenn sie fliegen und es regnet?
       
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       > beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Yara, 7 Jahre.
       
 (IMG) Bild: Die Sache ist nur die: So schmutzig sind Tauben gar nicht
       
       Sie flattern durch Bahnhöfe. Gurrend picken sie auf Marktplätzen Brotkrumen
       auf. Und viele Kinder scheuchen sie schrecklich gern durch die
       Einkaufspassagen. Tauben gehören fest zu unserem Stadtbild. Doch ihr Ruf
       ist nicht der beste.
       
       Viele Leute mögen keine Tauben. Sie sind genervt von ihnen, weil sie auf
       Dächer, Fensterbretter und Denkmäler kacken. Die Vögel werden manchmal auch
       „[1][Ratten] der Lüfte“ genannt, weil sie als dreckig gelten und
       Krankheiten übertragen sollen.
       
       Die Sache ist nur die: So schmutzig sind Tauben gar nicht. Weder eine Taube
       noch irgendein anderer Vogel kann sich Schmutz im Gefieder leisten. Denn
       das würde ihnen Probleme beim Fliegen bereiten. Darum putzen so ziemlich
       alle Vögel ihre Federn mit dem Schnabel. Außerdem baden sie ausgiebig, mal
       im Wasser, mal im Sand.
       
       Warum also gelten Tauben als schmutzig? Das liegt nicht an dem Vogel
       selbst, sondern an den Hinterlassenschaften. Allerdings ist Taubenkot nicht
       gefährlicher als der von [2][anderen Vögeln]. Nur kommen eben in unseren
       Städten viel mehr Tauben an einem Ort zusammen. Dadurch fällt der
       Taubendreck mehr auf.
       
       Dass so viele Tauben in unseren Städten leben, ist unsere eigene Schuld.
       Vor Tausenden Jahren hielten Menschen Tauben als Haustiere. Sie
       transportierten Briefe und wurden auch gegessen. Die Nachkommen dieser
       Haustauben sind bis heute an uns gewöhnt. In der Stadt finden sie Schutz
       vor Feinden wie dem Habicht. Außerdem gibt es reichlich Futter, auch wenn
       Brotkrümel und Pommes auf dem Boden [3][gar keine gesunde Nahrung für sie
       sind].
       
       Wilde Tauben nisten und brüten an Klippen und in Höhlen. Darum fühlen sich
       die Vögel an Hauswänden, Brücken und anderen Bauwerken wohl. Dort sorgen
       sie dann erst für richtig Ärger. Es heißt, der Taubendreck greife die
       Baustoffe an und mache die Gebäude kaputt. So richtig bewiesen ist das
       nicht. Einige Forschende sagen: Weder würden die Tauben viel Dreck machen
       noch greife Taubenkacke Baustoffe wie Stein oder Holz an.
       
       Doch Schmutz hin oder her: Tauben sind wilde Tiere, auch wenn sie so nah
       bei den Menschen leben. Und wilde Tiere sollte man nicht anfassen. Sie
       können Bakterien und Keime mit sich tragen, die den Tieren zwar nicht
       schaden, den Menschen aber schon. Vielleicht erzählen ja deshalb manche
       Eltern ihren Kindern, die Tauben seien dreckig, eklig und igittigitt.
       
       13 Aug 2026
       
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