# taz.de -- USA und Europa bauen Rüstung aus: Bündnis für mehr Raketen und Lenkflugkörper
> Europäische Unternehmen wollen verstärkt US-Waffensysteme herstellen,
> zuliefern oder die Wartung übernehmen. Dazu werden in Ankara neue
> Kooperationen verkündet.
(IMG) Bild: Montage einer AMRAAM-Rakete (Advanced Medium-Range Air-to-Air) im Persischen Golf am 16. März 2003
dpa | Die USA und europäische Verbündete wollen ihre Fähigkeiten zur
Herstellung und Wartung von modernen Lenkflugkörpern gemeinsam ausbauen.
Dazu solle mit Partnern die Produktion von Raketen des Typs AMRAAM
ausgeweitet und für PAC-3-Lenkflugkörper des [1][Flugabwehrsystems Patriot]
ein Wartungszentrum in Europa geschaffen werden, sagte der
US-Unterstaatssekretär für Beschaffung, Michael P. Duffey, auf dem
Rüstungsforum des Nato-Gipfels in Ankara.
Seine Regierung sei auch für eine Ausweitung der PAC-3-Produktion über die
Grenzen der USA hinaus offen, sagte Duffey. In welchem europäischen Land
das vereinbarte Wartungszentrum entstehen werde, ist nach seinen Worten
noch nicht entschieden. Eine Absichtserklärung dazu unterschrieben
Vertreter aus Deutschland, Polen, den Niederlanden und Schweden.
## Luft-Luft-Raketen mit europäischer Beteiligung
Die AMRAAM (Advanced Medium-Range Air-to-Air Missile) ist ein
Luft-Luft-Lenkflugkörper mittlerer Reichweite zur Bekämpfung von
Flugzielen. Das Waffensystem ist wie die Patriot-Flugabwehrraketen ein
knappes Gut.
„Indem wir unsere gemeinsamen industriellen Stärken bündeln, bauen wir die
globale AMRAAM-Lieferbasis aktiv aus, beschleunigen die Produktion und
stellen sicher, dass unsere Soldaten weiter den Herausforderungen der
modernen Bedrohungslage begegnen können“, sagte Duffey. Eine
Absichtserklärung für das Projekt unterschrieben Vertreter aus Deutschland,
den Niederlanden, Großbritannien, Norwegen, Kanada, Belgien und aus
Finnland.
## Produktion von Boden-Boden-Raketen
Der [2][deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall] will gemeinsam mit dem
US-Hersteller Lockheed Martin [3][Kurzstreckenraketen des Typs ATACMS]
bauen und unterzeichnete auf dem Rüstungsforum eine Absichtserklärung.
Damit solle die erste Koproduktion dieser Raketen in Europa entstehen,
teilte Rheinmetall mit.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger erklärte dazu: „Mit dem Aufbau der
ATACMS-Produktion am Rheinmetall-Standort Unterlüß schaffen wir neue
Fähigkeiten für Deutschland und Europa, sichern die Versorgung unserer
Kunden und stärken unsere verteidigungspolitische Autonomie.“
7 Jul 2026
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