# taz.de -- Gewaltenteilung in den USA: Recht, Richter, Donald Trump
> Der Supreme Court hat es in dieser Woche geschafft, Recht und Verfassung
> gleichzeitig zu stärken und zu schwächen.
(IMG) Bild: Der Supreme Court in Washington ist derzeit wohl die einzige Institution, die noch so etwas wie eine „Gefährderansprache“ in Richtung Weißes Haus zu halten vermag
Zum Ende seiner Sitzungsperiode, immer kurz bevor die neun Richter*innen
des Obersten Gerichtshofs der USA in die Sommerpause gehen, hagelt es noch
einmal Urteile. Und mit einem Präsidenten wie Donald Trump, der beständig
die Grenzen des Rechts – und damit seiner Macht – zu erweitern sucht, haben
sie besondere Bedeutung.
Jedenfalls so lange, wie zumindest die Entscheidungen des Obersten
Gerichtshofs selbst für Trump noch bindend erscheinen.
Wenn sich alle darauf einigen, die Gewaltenteilung zwischen Exekutive,
Judikative und Legislative zu akzeptieren und Politik in diesem
Institutionsrahmen zu gestalten, dann funktioniert das Konzept der durch
Wahlen auf Zeit verliehenen Macht eigentlich ganz gut. Eben weil ein
Versuch des Machtmissbrauchs, in aller Regel durch die Exekutive, von den
anderen gut eingehegt werden kann. Erst wenn jemand mit der Devise „Mir
doch egal!“ daherkommt und dafür noch willige Helfershelfer findet, kann
das alles kippen.
Trump erklärte im Januar, nicht das Recht könne ihn davon abhalten,
irgendetwas zu tun, sondern lediglich seine eigene Moral. Genau das ist der
Moment, an dem normalerweise die Polizei kommen und eine Gefährderansprache
halten muss: Versuch es, und wir nehmen dich fest.
## Gestärkt und geschwächt
Diese Funktion hat in den USA derzeit gerade so noch der Oberste
Gerichtshof. Und der hat es in dieser Woche geschafft, Recht und Verfassung
gleichzeitig zu stärken und zu schwächen.
[1][Staatsbürgerschaft qua Geburt] auf US-Boden: bleibt. [2][Transrechte]:
können weg. [3][Schutz unabhängiger Regierungsinstitutionen]: kann weg.
Recht auf Briefwahl: bleibt. Für einen von Trump geformten Gerichtshof ist
das womöglich besser als gedacht. Aber kein Grund zur Beruhigung. Der
Machtkampf zwischen Trump und dem Recht geht weiter.
4 Jul 2026
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## AUTOREN
(DIR) Bernd Pickert
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