# taz.de -- Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Die Unmöglichkeit einer Koalition
       
       > Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern droht eine Verdopplung der
       > AfD-Stimmen. Das macht die Regierungsbildung extrem schwierig. Alle
       > Grafiken zur Wahl.
       
 (IMG) Bild: Wer soll künftig darin sitzen? Im Schweriner Schloss tagt der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern
       
       Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern darf die AfD auf extreme
       Zuwächse hoffen. Sie kann laut Umfragen die SPD überholen, die bisher
       stärkste Partei dort ist und die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig
       stellt. Für die SPD wird es schwer, noch eine mehrheitsfähige Koalition zu
       finden. Die Wahl findet am 20. September statt, zeitgleich mit der
       [1][Abgeordnetenhauswahl in Berlin] und zwei Wochen nach der
       [2][Landtagswahl in Sachsen-Anhalt].
       
       Die folgenden Grafiken zeigen die Werte der jeweils jüngsten Umfrage.
       Ältere Umfragen anderer Institute lassen sich per Mausklick anzeigen. Aber
       wie bei allen Umfragen gilt auch hier, dass sie nur Momentaufnahmen zeigen.
       Bis zum Wahlsonntag kann sich noch viel ändern.
       
       Die Prozente
       
       Die AfD liegt im Ostseebundesland laut Umfragen weit vorn. Demnach kann
       [3][die rechtsextreme Partei] ihren Stimmenanteil von der letzten Wahl 2021
       noch mal nahezu verdoppeln. Die SPD hat zwar zuletzt wieder aufgeholt, muss
       aber dennoch mit starken Verlusten gegenüber 2021 rechnen. Auch CDU und
       Grünen drohen Verluste. Für die Grünen könnte das dramatisch sein, wenn sie
       wie in den Umfragen unter 5 Prozent bleiben und damit aus dem Landtag
       fliegen. Der CDU droht das schlechteste Landtagswahlergebnis in ihrer
       Geschichte.
       
       Neu in Parlament einziehen könnte das BSW. Es wird bei 5 Prozent oder knapp
       darüber gesehen.
       
       Die Linke, die derzeit mit der SPD zusammen regiert, kann mit Gewinnen
       rechnen.
       
       Die FDP spielt nur eine Rolle am Rande. Mal wird sie bei 3 Prozent gesehen,
       mal wegen noch geringeren Werten gleich unter „Sonstige“ unsichtbar
       verbucht.
       
       Die fiktive Direktwahl
       
       Ministerpräsident:innen werden auch in Mecklenburg-Vorpommern nicht
       direkt, sondern von den Abgeordneten des Landtags gewählt. Deshalb ist die
       Frage nach der Direktwahl nur theoretisch. Sie zeigt aber das Potenzial der
       Spitzenkandidat:innen, deren Beliebtheit am Ende doch in eine
       Wahlentscheidung münden könnte.
       
       Und hier liegt [4][SPD-Amtsinhaberin Manuela Schwesig] klar vorn. Fast die
       Hälfte der Befragten möchte sie gern weiterhin im Amt sehen.
       [5][CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters] bleibt eine Randerscheinung.
       
       Auffällig sind die Umfragewerte des AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik
       Holm. Der „Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten“ – offizieller
       Spitzenkandidat ist AfD-Fraktionschef Enrico Schult – findet deutlich
       weniger Zuspruch als seine Partei. Das ist ein Hinweis darauf sein, dass
       selbst potenzielle AfD-Wähler:innen die Braunen nicht wirklich an der Macht
       sehen wollen.
       
       Der Umfrageverlauf
       
       Die AfD liegt in allen Umfragen schon seit drei Jahren vorn. Ihr laut
       Infratest dimap zwischenzeitlich auf 20 Prozentpunkte angewachsener
       Vorsprung ist zuletzt aber deutlich abgeschmolzen, weil die SPD aufgeholt
       hat. Offensichtlich wirkt hier ein Effekt, der auch schon bei anderen
       Landtagswahlen, etwa 2024 in Brandenburg, sichtbar wurde. Die
       Anti-AfD-Wähler:innen tendieren zum stärksten Gegner der AfD. Und das ist
       hier die SPD. Vor allem die CDU und das BSW, aber auch die Grünen haben im
       Gegenzug Stimmenanteile verloren.
       
       Die Sitze
       
       Die aus den Umfragen errechnete Sitzverteilung für den kommenden Landtag
       ist entsprechend: Die AfD darf darauf hoffen, die Zahl ihrer Abgeordneten
       zu verdoppeln. Die SPD muss herbe Verluste befürchten.
       
       Der Koalitionsrechner
       
       In der folgenden Grafik können Sie Ihre Wunschkoalition eintragen – und
       schauen, ob sie eine Mehrheit hätte. Schwierig wird es aber, ein Bündnis zu
       finden, dass nicht nur rechnerisch auf mehr als die Hälfte der Sitze käme,
       sondern auch politisch denkbar ist.
       
       Eine Koalition gegen die AfD wird schwer. SPD, Linke und CDU könnten
       zusammen eine rechnerische Mehrheit bekommen. Aber die Union [6][schließt
       weiterhin vehement] jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei aus. In
       Thüringen haben SPD, CDU und BSW eine Dreierkoalition gebildet. Aber auch
       die hätte in Mecklenburg-Vorpommern keine Mehrheit. Auch für die in
       Sachsen-Anhalt zumindest [7][denkbare] braun-lila [8][Zusammenarbeit aus
       AfD und BSW] scheint es an der Ostsee nicht zu reichen. Und von einer
       absoluten Mehrheit ist die AfD, [9][anders als in Sachsen-Anhalt,] derzeit
       weit entfernt.
       
       Die Wahlkreise
       
       In der folgenden Grafik werden ab dem Wahlabend die Resultate der einzelnen
       Wahlkreise sichtbar.
       
       Die Hochburgen
       
       In dieser Grafik können Sie ab dem Wahlabend sehen, wo die einzelnen
       Parteien besonders stark oder besonders schwach abgeschnitten haben.
       
       Die Wählerwanderung
       
       Auch diese letzte Grafik wird erst am Wahlabend mit Daten befüllt.
       
       Sie wird dann zeigen, von und zu welchen Parteien die Wähler:innen
       gewechselt sind.
       
       1 Jul 2026
       
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       ## AUTOREN
       
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