# taz.de -- Auf Druck der USA: Weltbank schwächt Klimapläne deutlich ab
> Die USA konnten sich zwar nicht damit durchsetzen, den Klimaaktionsplan
> der Entwicklungsbank ganz zu streichen. Zentrale Regeln fallen aber weg.
(IMG) Bild: Die Zentrale der Weltbank in Washington
Die Weltbank verabschiedet sich von ihrer Selbstverpflichtung, 35 Prozent
ihrer jährlichen Kreditvergabe Klimaprojekten vorzubehalten. Auch die
Regel, dass weitere 45 Prozent an Entwicklungsprojekte gehen sollen, die
sich als Nebeneffekt positiv aufs Klima auswirken, wird gestrichen. [1][Das
teilte die Weltbank am Montag mit].
Die Weltbank schwächt damit ihren Klimaaktionsplan deutlich ab. Er soll
aber grundsätzlich weiterlaufen. Auch das stand infrage. Ohne aktive
Entscheidung dafür wäre er Ende Juni ausgelaufen.
Die Weltbank ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die als
Entwicklungsbank dazu beitragen soll, gegen Armut weltweit zu kämpfen. Weil
die [2][Klimakrise] Lebensgrundlagen gefährdet und arme Menschen besonders
betrifft, sind auch Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen der
Erderhitzung schon lange Teil ihrer Arbeit. Die Stimmrechte richten sich
primär nach der Höhe der finanziellen Einlagen der Mitgliedsländer. Größter
Anteilseigner sind die USA. Sie haben deshalb auch am meisten Einfluss auf
die Entscheidungen in Weltbank-Gremien.
Die [3][Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump] hätten den
Klimaaktionsplan am liebsten auslaufen lassen. Auf vor allem ihren Druck
hin entfällt jetzt sein inhaltlicher Kern. Auch andere Ölländer wie
Saudi-Arabien, Kuwait und Russland unterstützen diesen Kurs. Frankreich
hingegen hatte sich lautstark gegen eine Abschwächung der Klimapläne
ausgesprochen.
## „Um Haaresbreite Super-GAU“
Entwicklungsorganisationen loben, dass der Klimaaktionsplan überhaupt
weitergeführt wird. Ansonsten herrscht aber Sorge. „Um Haaresbreite wäre es
ein Super-GAU geworden. Wir sind erleichtert, aber Freude kommt nicht auf“,
sagte Ute Koczy von Urgewald. „Klimaschutz wird ab sofort in der Weltbank
kleingeschrieben. Das ist eine Schande angesichts der rasanten
Hitzeentwicklungen auf der Welt.“
Ähnlich sieht das Ute Sudmann von Germanwatch. „Wir sehen die Entwicklungen
in der Weltbank in Bezug auf den Klimaschutz mit großer Sorge“, sagte sie.
„Es bleibt zu hoffen, dass die Nachfrage der Kund*innen der Weltbank nach
Klimaschutz und Anpassungsfinanzierung stark genug ist, um die fehlenden
institutionellen Ziele zu kompensieren.“
30 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.worldbank.org/en/news/statement/2026/06/29/update-on-the-world-bank-group-climate-change-action-plan
(DIR) [2] /Schwerpunkt-Klimawandel/!t5008262
(DIR) [3] /Schwerpunkt-USA-unter-Trump/!t5079612
## AUTOREN
(DIR) Susanne Schwarz
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