# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Sind Kuhhörner eigentlich innen hohl?
       
       > Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       > beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Josha, 5 Jahre.
       
 (IMG) Bild: Beim Watussirind aus Ostafrika können die Hörner bis zu eineinhalb Meter lang werden
       
       Eine gemütlich graskauende Kuh strahlt Ruhe aus. Dem gleichen Tier mit
       seinen spitzen Hörnern direkt gegenüberzustehen, kann hingegen ganz schön
       einschüchternd sein. Das soll es auch. Denn Kühe und Bullen haben ihre
       Hörner vor allem, um sich damit verteidigen zu können. Die Hörner müssen
       also einiges aushalten können. Wie geht das? Woraus sind die Hörner
       gemacht? Und sind sie innen hohl?
       
       Um das zu beantworten, haben wir beim Forschungszentrum [1][für
       Nutztierbiologie] angerufen. Olaf Bellmann ist dort Tierarzt. Er
       beantwortet deine Frage, Josha, mit Ja – Kuhhörner sind innen hohl. „Das
       müssen sie auch sein, sonst wären sie viel zu schwer“, sagt Bellmann.
       
       Zwar hätten die meisten Rassen in Europa nicht allzu lange Hörner, doch
       einige schon, wie etwa das Ungarische Steppenrind, bei dem die Hörner bis
       zu einem Meter lang sind. Beim Watussirind aus Ostafrika können sie sogar
       bis zu eineinhalb Meter lang werden. „Wären die Hörner nicht hohl, könnten
       die Tiere sie gar nicht tragen und erst recht nicht damit kämpfen.“
       
       Kühe spüren keine Schmerzen in ihren Hörnern. Denn sie sind aus Horn, dem
       gleichen Material wie unsere Finger- und Fußnägel. Ein Kuhhorn ist über
       einen Hornzapfen mit dem Schädel verbunden. Dieser Zapfen besteht aus
       Blutgefäßen und Knochengewebe, das von Nerven durchzogen ist. An diesen
       Stellen können die Tiere auch Schmerzen empfinden.
       
       Wenn man die Hörner entfernen will, braucht man spezielle Sägen oder heiße
       Messer. So haben es wohl die Wikinger gemacht, wenn sie Hörner entfernt
       haben. Denn die Außenhülle eines Kuhhorns ist ein bis zwei Zentimeter dick
       – viel stabiler als unsere Nägel.
       
       Bellmann erzählt, dass heute vielen Kühen, [2][die mit wenig Platz in
       Ställen gehalten werden, die Hörner entfernt werden]. Das passiere bereits,
       wenn sie noch kleine Kälber sind. „Um zu vermeiden, dass sie sich selbst,
       ein anderes Tier oder einen Menschen verletzen“, sagt er. Bevor das Horn
       gewachsen ist, wird der Hornansatz entfernt. Dabei wird die Stelle betäubt,
       damit die Kälber keine Schmerzen haben. Es gibt außerdem auch Kuhrassen,
       die vom Menschen so gezüchtet worden, dass sie ohne Hörner auf die Welt
       kommen. Wie zum Beispiel das Angusrind.
       
       Kühe nutzen ihre Hörner vor allem zur Verteidigung – aber nicht nur. Sie
       können sich damit auch das Fell kratzen. Und die Hörner können bei der
       Nahrungssuche helfen. Manchmal lockern die Kühe den Boden mit ihren Hörnern
       auf, um Gräser zu finden. „Gerade bei den Bullen dienen die Hörner auch ein
       bisschen dem imposanten Gehabe“, sagt Bellmann und lacht. „Ein bisschen
       Show müssen die ja immer machen.“
       
       15 Jul 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hannah Marlene Göschel
       
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