# taz.de -- Befragung des Kanzlers: Merz will bei Rente „Klarheit am Ende des Jahres“
> Rente gut, alles gut? Der Kanzler strahlt in der Regierungsbefragung
> Zuversicht aus und will, dass das Paket bis Ende des Jahres beschlossen
> wird.
(IMG) Bild: Friedrich Merz reicht den Grünen am Mittwoch die Hand zur Begrüßung. Aber warum auch den Taliban?
Bundeskanzler Friedrich Merz will, dass die Rentenreform bis Ende des
Jahres beschlossen ist. Während der Regierungsbefragung im Deutschen
Bundestag sagte Merz am Mittwoch, die Koalition werde in der nächsten Woche
einen Zeitplan erarbeiten. Über die Sommerpause werde das Kabinett
Eckpunkte erarbeiten und darauf aufbauend mehrere Gesetzentwürfe, die im
Herbst im Bundestag beraten werden sollen. „Für die Bevölkerung wäre es
wichtig, Klarheit und Sicherheit am Ende des Jahres zu haben.“ Merz
bekräftigte erneut, dass er sich wünsche, dass das [1][Reformpaket
vollumfänglich beschlossen] werde.
Die Regeln für die Regierungsbefragung sind klipp und klar: Es gibt drei
Runden mit je einer Frage pro Fraktion. Eine Minute Zeit zu fragen und eine
Minute Zeit zu antworten. Diese Regeln gelten auch für den Kanzler. Der
bekommt jedoch zu Beginn noch Zeit für ein Eingangsstatement. Merz nutzte
seine acht Minuten, um der Rentenkommission zu danken, die am Dienstag ihre
Empfehlungen vorgelegt hatte. Nach dem gestrigen Tag sei er sehr
zuversichtlich, dass es gelinge, auch alle weiteren Herausforderungen zu
meistern, so Merz.
Gleich darauf stand Unionsfraktionschef Jens Spahn auf, schlängelte sich
zur SPD-Fraktion durch und schüttelte Annika Klose, eine der drei
Abgeordneten, die in der Kommission mitgearbeitet hatten, die Hand. Dem
schloss sich auch ein Abgeordneter der Grünen an. So viel Überschwang ist
selten im Bundestag, doch die Glückwünsche galten wohl eher Klose selbst,
die am 24. Juni Geburtstag hat.
Die Regierungsbefragung war trotz der neuen Harmonie in der Koalition keine
reine Wohlfühlveranstaltung für den Kanzler. Die SPD-Abgeordnete Lina
Seitzl erinnerte Merz an die versprochene [2][Bafög-Reform] und wollte
wissen, ob die Studierenden sich darauf verlassen könnten, dass diese
umgesetzt werde. Zur Empörung der SPD hatte die Union eine bereits
verabredete Erhöhung der Sätze wieder infrage gestellt. Man sei in
intensiven Beratungen und es werde in den nächsten Tagen eine Lösung geben,
kündigte der Kanzler an. Und stellte in Aussicht, dass der Gesetzentwurf
noch im Juli im Kabinett beschlossen wird.
## Umverteilung löst keine Probleme
Die grüne Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge wollte von Merz wissen,
warum seine Koalition lieber pflegenden Angehörige die Rente kürzen wolle,
als die Erbschaftssteuer zu reformieren. Darauf antwortete Merz, der
ansonsten erstaunlich emphatisch und bescheiden auftrat, mit einem
typischen Merz: „Umverteilung hat selten geholfen, größere
gesellschaftliche Probleme zu lösen.“
Und als sich die grüne Verteidigungsexpertin Sara Nanni danach erkundigte,
warum man den frauenverachtenden Taliban, die Deutschland noch bis 2021
bekämpft hatte, nun die Hand reiche, wischte Merz das beiseite: „Wir
reichen den Taliban nicht die Hand.“ Es gebe lediglich technische Kontakte
für eine Zusammenarbeit im nationalen Interesse, sprich: für die
Abschiebung afghanischer Straftäter. Dafür habe der Bundesinnenminister
seine volle Unterstützung. Beim Thema Abschiebungen gibt’s für die
Koalition eben keine Haltelinie nach unten.
24 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anna Lehmann
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