# taz.de -- Überraschende Erholung: Mangroven feiern ein Comeback
> Mangrovenwälder haben sich in den vergangenen 15 Jahren weitgehend
> erholt, zeigt eine Studie. Das ist eine gute Nachricht – mit
> Einschränkungen.
(IMG) Bild: Menschen zerstörten oder beschädigten immer seltener Mangrovenwälder
Als 2004 an Weihnachten Tsunamis Indonesiens Küste trafen, war sie in
manchen Abschnitten deutlich weniger zerstört als an anderen: Dort wuchsen
Mangrovenwälder. Gelegen an den Küsten und Flussufern in den Tropen sind
die Wälder Meister der Anpassung. Ihre Wurzeln können vorübergehend unter
Wasser stehen und sie vertragen die Mischung aus Salz- und Süßwasser. Die
Wälder [1][binden große Mengen] CO₂ und sind wichtig für den Artenschutz.
„Ihre Wurzeln dienen zahlreichen Fischarten als Brutstätten und
Lebensraum“, erklärt Véronique Helfer, Forscherin am Leibniz-Zentrum für
Marine Tropenforschung. „Mangroven sind für viele lokale Kulturen bedeutsam
und können die Bewohner teilweise vor dem Meeresspiegelanstieg infolge des
Klimawandels schützen, weil Sedimentablagerungen das Gelände anheben.“
Doch wie für viele andere tropische Wälder sah es für sie eigentlich
schlecht aus. Nachdem die Mangrovenwälder der Welt seit den 1980er Jahren
um 3.000 Quadratkilometer zurückgegangen waren, hat sich ihre Fläche seit
2010 überraschenderweise wieder nahezu erholt. Zu diesem Ergebnis kommt
eine [2][Studie], die im Fachmagazin Science erschienen ist.
## Die Studie
Für ihre Ergebnisse haben die Forschenden Satellitendaten ausgewertet.
Denen nach hat sich die Fläche der Mangrovenwälder seit 2010 vor allem
durch die Ausbreitung neuer Wälder vergrößert, nicht weil sich bestehende
Wälder erholt hätten. Wichtig für die Erholung waren der Studie zufolge
unter anderem bessere Umweltschutzmaßnahmen in Indonesien nach den
Tsunamis.
Jedoch lieferten die Daten keine Aussagen über den Aufbau der
Mangrovenwälder, sagt Mangrovenforscherin Helfer, die nicht an der Studie
beteiligt war. „Manche Baumarten sind dank ihrer Wurzelstruktur sehr gut
darin, Wellen zu brechen“, führt sie als Beispiel an, „andere weniger.“ Wie
gut die neuen Mangrovenwälder also vor Stürmen schützen, müsse deshalb noch
erforscht werden.
## Was bringt’s?
Die Studienautor*innen schreiben, ihre Ergebnisse zeigten, dass
Mangrovenwälder resilienter seien als gedacht. Helfer weist aber darauf
hin, dass sich aus den Satellitendaten nicht ablesen lasse, ob menschliche
Hilfe – Pflanzungen etwa – zur Ausbreitung der Wälder beigetragen hat.
Für die lokalen Gemeinschaften sei es zumal wichtig, dass Mangrovenwälder
sich nicht nur global betrachtet erholen, [3][sondern auch lokal], betont
Helfer. Immer noch werden [4][zum Beispiel Bestände im Nigerdelta
zerstört], unter anderem durch die dortige Ölförderung. Den Menschen dort
ist nicht geholfen, wenn Mangrovenwälder in Australien wachsen.
Die Ergebnisse seien trotzdem „eine gute Nachricht“, sagt Helfer. Menschen
zerstörten oder beschädigten immer seltener Mangrovenwälder. „Das ist gut,
wir haben Aufmerksamkeit dafür geschaffen.“ Und die braucht es weiterhin.
Denn Mangrovenwälder seien zunehmend durch Folgen der Erderhitzung wie
Tropenstürme und den Meeresspiegelanstieg gefährdet, sagt die Forscherin.
8 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Klimakrise-in-Bruessel/!6122951
(DIR) [2] https://www.science.org/doi/10.1126/science.aec9773
(DIR) [3] /Hintergruende-des-Umsturzes-in-Madagaskar/!6116841
(DIR) [4] /Aktivist-ueber-Oekozide/!5949027
## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
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