# taz.de -- Tunesiens neuer Trainer: Unverhofft doch noch bei der WM
> Nach Tunesiens verheerender Auftaktniederlage soll der neue Trainer Hervé
> Renard das Team WM-tauglich machen. Die Aufgabe könnte kaum schwerer
> sein.
(IMG) Bild: Ausstrahlung hat er unbestreitbar: Hervé Renard bei seiner Vorstellung als tunesischer Nationaltrainer
Am Dienstag war der Neue bereits im mexikanischen WM-Quartier der Tunesier
eingetroffen und stellte sich der Presse vor. Nach der verheerenden
[1][Auftaktniederlage gegen Schweden (1:5)] hatte der nationale
Fußballverband sofort mit der Entlassung des französischen Trainers Sabri
Lamouchi reagiert. Nach nur einem Spiel – das hat es in der WM-Geschichte
noch nicht gegeben. Und [2][mit Hervé Renard], ebenfalls Franzose, haben
die Tunesier nun einen Mann mit viel Charisma und Erfahrung an der
Seitenlinie gewonnen.
Natürlich versuchte der 57-Jährige, die Wogen der Aufregung rund um das
verunsicherte Team zu glätten: „Wir haben noch ein paar Tage Zeit, um uns
vorzubereiten.“ Bis Sonntag soll er das Team doch noch WM-tauglich machen.
Dann geht es gegen Japan, im letzten Gruppenspiel warten die Niederlande.
Beide Teams haben im direkten Duell (2:2) einen extrem guten Eindruck
hinterlassen. Das WM-Ausscheiden Tunesiens scheint eigentlich programmiert.
Doch Renard lässt sich nicht kirre machen: „Es ist eine Weltmeisterschaft.
Ich weiß, wie viel Leidenschaft dieses Ereignis weckt. Das hat mich
motiviert, herzukommen. Es ist eine Herausforderung, die nicht einfach
ist.“ Der Verweis auf seine Erfahrung ist bewusst gesetzt. Er blickt auf 17
Trainerstationen in den vergangenen 27 Jahren zurück.
Am meisten erinnerlich dürften den Fußballfans seine Auftritte bei der
letzten Männer-WM als Trainer für Saudi-Arabien sein. Im Auftaktspiel sah
nicht nur der Trainer mit dem Model-Gesicht an der Seitenlinie gut aus,
sein Team machte beim Sieg gegen den späteren Weltmeister Argentinien (2:1)
ebenfalls eine formidable Figur. Es blieb zwar der einzige Erfolg im
Turnier, dafür aber ein unvergesslicher.
Weniger Aufmerksamkeit bekam Hervé Renard danach für sein [3][Engagement
bei Frankreichs Fußballerinnen]. Das Scheitern im WM-Viertelfinale 2023 war
für das mitfavorisierte Team enttäuschend. Ein Jahr später kehrte Renard
zurück zu Saudi-Arabiens Fußballern. Er wollte wieder zur Männer-WM. Ein
Traum, der im April nach seiner Entlassung zu platzen schien, ehe nun der
Notruf aus Tunesien kam.
17 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Fussball-WM-2026/!6186719
(DIR) [2] /WM-Ueberraschungsteam-Saudi-Arabien/!5895341
(DIR) [3] /Spielerinnenproteste-zur-Fussball-WM/!5948391
## AUTOREN
(DIR) Johannes Kopp
## TAGS
(DIR) Fußball-WM
(DIR) Tunesien
(DIR) Trainer
(DIR) Fußball-WM
(DIR) Fußball-EM der Frauen 2025
(DIR) Fußball-WM
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Fußball-WM 2026, alle Spiele: Argentiniens spätes Glück
Lionel Messis Team schockt England in der Nachspielzeit und steht schon
wieder im WM-Finale. Ein aufgeregter Tag in London endet arg traurig.
(DIR) Favoriten-Duell bei der Fußball-EM: Wunderbar und schlau
Bei 2:1 gegen England zeigt das französische Team Kreativität und Biss. Der
Neuaufbau könnte schon bei diesem Turnier Früchte tragen.
(DIR) WM-Überraschungsteam Saudi-Arabien: Der smarte Antreiber
Vor der Partie gegen Mexiko hat Saudi-Arabien gar Chancen aufs
Achtelfinale. Hervé Renard ist ein begabter Motivator und ein richtig guter
Trainer.