# taz.de -- Erneuerbare Energien in den USA: Trump gibt sich vorerst im Kampf gegen Windräder geschlagen
> In den USA scheint es doch eine Zukunft für Windenergie zu geben. Ein
> gerichtlicher Rückzug öffnet wieder die Tür für neue
> Genehmigungsverfahren.
(IMG) Bild: US-Präsident Donald Trump ist ein bekennender Windkraftgegner
Windparkprojektierer in den USA sehen wieder Chancen. Gleich am ersten Tag
seiner zweiten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump eine executive
order erlassen, die Dutzende bereits geplante Windenergieprojekte ins
Ungewisse stürzte: Er [1][stoppte vorübergehend die Vergabe von
Genehmigungen des Bundes für Offshore- und Onshore-Windkraftprojekte.] Nun
aber hat die US-Regierung unerwartet bei einem Gericht beantragt, ein
Verfahren einzustellen, das dieses Dekret retten sollte.
Die Entscheidung des US-Justizministeriums erfolgte vergangene Woche. Die
Kläger haben dem Antrag bereits zugestimmt, deshalb sollte das Verfahren in
naher Zukunft offiziell abgeschlossen werden. Die Entscheidung darüber
liegt jedoch beim zuständigen Berufungsgericht.
Siebzehn Bundesstaaten und eine New Yorker Organisation, die sich für
erneuerbare Energien einsetzt, hatten im vergangenen Jahr Klage gegen die
Trumpsche Verordnung eingereicht. Im Dezember entschied eine
Bezirksrichterin in Massachusetts, dass das Dekret „willkürlich,
unbegründet und rechtswidrig“ sei und deshalb aufgehoben werden müsse. Das
US-Justizministerium ging daraufhin in Berufung, ließ dann aber mehrere
Gerichtstermine verstreichen – und stellte nun den Antrag, das Verfahren
einzustellen.
Die Branche feiert die Entscheidung des Justizministeriums als einen Erfolg
für Windkraft in den USA. „Die Tür steht nun wieder offen, und jeder
Projektentwickler kann auf der Basis von Fakten und Rechtslage für die
Genehmigung seines jeweiligen Projekts eintreten“, sagte Kit Kennedy, die
Geschäftsführerin für die Bereiche Strom, Klima und Energie beim Natural
Resources Defense Council, den Heatmap News, die als Erste über die
Entscheidung berichtet hatten.
## „Hässlich, gefährlich, ineffizient“
Trump ist ein bekennender Windkraftgegner. Er beschreibt Windturbinen als
hässlich, behauptet, dass die Anlagen Vögel und Wale gefährden – und dass
das ganze Konzept der Windkraft obendrein ineffizient sei.
Brancheninsider gehen deshalb nicht davon aus, dass die Regierung Trumps
ihren Kampf gegen die Windenergie komplett aufgeben wird. Neben dem
vorübergehenden Genehmigungsstopp hat das Weiße Haus auch andere Taktiken
eingesetzt, um den Bau von neuen Windkraftanlagen zu erschweren. So hat die
Regierung unter anderem Steuergelder in Höhe von fast zwei Milliarden
Dollar in die Hand genommen, um damit mindestens drei geplante
Offshore-Windparks zu streichen und die Firmen zu entschädigen. Unter
anderem bekam das französische Energieunternehmen [2][TotalEnergies fast
eine Milliarde US-Dollar, damit sie Offshore-Projekte vor der Küste New
Yorks und New Jerseys] aufgibt.
Auch gegen eine dieser Zahlungen haben wiederum sieben US-Bundesstaaten
zuletzt juristische Schritte eingeleitet. Sie sei rechtswidrig, sagte etwa
die Justizministerin des Staates New York, Letitia James, und sprach von
einem „Schein-Deal“. Die Bundesstaaten wollen erzwingen, dass die
Vereinbarung als aufgelöst und es der Regierung verboten wird, in Zukunft
ähnliche Verträge einzufädeln.
In einer weiteren Anklage wird dem Pentagon vorgeworfen, dass es [3][bei
der Überprüfung der Sicherheit von neuen Windkraftanlagen] bewusst langsam
vorgegangen sei. Dieses Vorgehen soll Investitionen in Höhe von 47
Milliarden Dollar gefährden.
Die Regierung, die die Technologie ablehnt, ist nicht das einzige Problem
der Windindustrie. Sie kämpfte zuletzt auch mit steigenden Preisen und
Lieferschwierigkeiten.
15 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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