# taz.de -- Trumps 80. Geburtstag: Gewaltige Party
       
       > Mit Käfigkämpfen feierte US-Präsident Trump seinen 80. Geburtstag vor dem
       > Weißen Haus. Doch die größere Aufmerksamkeit bekommt das Abkommen mit dem
       > Iran.
       
 (IMG) Bild: Eine interessante Nutzung des Südrasens des Weißen Hauses: Martial-Arts-Kämpfe
       
       US-Präsident Donald Trump feierte seinen 80. Geburtstag, wie vielleicht nur
       er es kann. Vor dem Weißen Haus wurden am Sonntag (Ortszeit) mehr als ein
       halbes Dutzend UFC-Kämpfe ausgetragen. Doch für die großen Schlagzeilen des
       Tages sorgte ein Abkommen zwischen den USA und Iran, das den monatelangen
       Krieg beenden soll.
       
       „Das Abkommen mit der [1][Islamischen Republik Iran] ist nun abgeschlossen.
       Herzlichen Glückwunsch an alle! Hiermit genehmige ich ausdrücklich die
       gebührenfreie Öffnung der Straße von Hormus und ordne gleichzeitig die
       sofortige Aufhebung der Seeblockade durch die US-Marine an. Schiffe der
       Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!“, erklärte Trump in einem
       Post auf Truth Social.
       
       Wenig später relativierte der US-Präsident in einem weiteren Post, dass die
       Straße von Hormus erst am kommenden Freitag wieder geöffnet werden soll und
       dann zunächst nur, um die dortigen Seeminen zu räumen.
       
       Weitere [2][Details zum Abkommen] gab Trump bislang nicht bekannt. Die
       Reaktionen auf das Friedensabkommen zwischen den USA und Iran dürfen als
       verhalten positiv interpretiert werden. Bundeskanzler Friedrich Merz
       erklärte, dass er das Abkommen begrüße. „Das kann den Weg zur Erholung der
       Weltwirtschaft und Stabilisierung der Region bahnen. Es gilt, das
       Vereinbarte zielstrebig umzusetzen“, erklärte der CDU-Politiker auf X.
       
       ## Keine Atomwaffe für Iran
       
       Ein Pressesprecher für UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete das
       Abkommen als einen wichtigen Schritt zur friedlichen Beilegung des
       Konflikts. Neben einer schnellen Umsetzung der Vereinbarung machten auch
       viele Staatsoberhäupter klar, dass Iran niemals eine Atomwaffe besitzen
       dürfe. „Iran darf niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. Wir sind
       bereit, zu diesem Zweck mit den USA, Iran und der IAEA zusammenzuarbeiten“,
       hieß es in einer Erklärung der E4-Staaten (Deutschland, Frankreich,
       Großbritannien und Italien).
       
       Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif sagte in den sozialen
       Medien, dass beide Seiten „die sofortige und dauerhafte Beendigung der
       Militäreinsätze an allen Fronten, auch im Libanon“ beschlossen hätten. Eine
       Unterzeichnungszeremonie ist für Freitag in der Schweiz geplant.
       
       ## Demokraten und auch Republikaner bleiben skeptisch
       
       Die Reaktionen aus dem US-Kongress waren trotz des angeblichen Durchbruchs
       skeptisch. Der republikanische Senator Lindsey Graham, ein erklärter
       Kritiker des iranischen Mullah-Regimes, sagte, er sei darauf gespannt, wie
       die kommenden Verhandlungen zum Atomprogramm sowie anderer Themen verlaufen
       werden.
       
       „Ich bin etwas besorgt darüber, dass die Sichtweise Irans über das Abkommen
       von dem abzuweichen scheint, was das amerikanische Verhandlungsteam
       behauptet“, sagte Graham.
       
       Der höchstrangige Demokrat im Auswärtigen Ausschuss des
       US-Repräsentantenhauses, Gregory Meeks, will abwarten, bis die genauen
       Details des Abkommens veröffentlicht werden.
       
       „Ich warte noch auf die bestätigten Einzelheiten einer etwaigen
       Vereinbarung, aber wie ich von Anfang an gesagt habe: Trumps selbst
       gewählter Krieg war verfehlt und schadete den amerikanischen Interessen“,
       erklärte er.
       
       Medienberichten zufolge soll sich die USA dazu bereit erklärt haben,
       eingefrorene iranische Vermögenswerte im Wert von 25 Milliarden US-Dollar
       freizugeben – unter anderem durch direkte Bargeldtransfers, die
       Zusammenarbeit regionaler Staaten sowie finanzielle Rahmenkredite.
       
       ## Feier inklusive Blutspritzer
       
       Trump selbst feierte den angeblichen Durchbruch bei den Verhandlungen mit
       einer Sportveranstaltung im Garten des Weißen Hauses. Trump saß zusammen
       mit Frau Melania und anderen Familienmitgliedern direkt am Ring. Sie waren
       so nahe dran, dass sie wahrscheinlich die Blutspritzer der Kämpfer
       abbekamen.
       
       UFC Freedom 250, wie sich die Veranstaltung selbst nannte, dürfte als
       Erfolg gesehen werden. Immer wieder startete das Publikum mit „U-S-A!
       U-S-A!“-Schreien. Der UFC-Kampfabend war die erste der
       Sportveranstaltungen, die Trump anlässlich des 250. Geburtstags der USA in
       der Hauptstadt austragen wird.
       
       Sollten die Medienberichte zum US-Friedensabkommen allerdings tatsächlich
       der Wahrheit entsprechen, dann ist das Abkommen äußerst ähnlich dem
       Atomabkommen aus dem Jahr 2015. Und dann ist die Frage, war der Krieg
       nötig?
       
       „Die Straße von Hormus war schon vor Trumps Krieg offen; er kann ihre
       Wiedereröffnung also nicht als Kriegssieg für sich beanspruchen. Das wäre
       unlogisch!“, sagte der ehemalige US-Botschafter in Russland, Michael
       McFaul.
       
       15 Jun 2026
       
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