# taz.de -- WM-Auftakt der DFB-Elf: Sehr leicht und ein bisschen lehrreich
       
       > Die Deutschen zeigen beim 7:1 gegen Curaçao, was sie können. Auch wo sie
       > Probleme haben, war gegen einen wirklich nicht starken Gegner zu sehen.
       
 (IMG) Bild: Geht doch! Jamal Musiala vor seinem Tor zum 4:1
       
       ## Deutschland – Curaçao 7:1 (3:1)
       
       Das Spiel: Ein klarer Sieg, gewiss. Und doch lieferte die Partie in Houston
       viel Material zum Nacharbeiten für das Trainerteam des DFB. Ein paar schöne
       Kombinationen. Viel zu oft viel zu viel Hektik und Ungenauigkeit im
       Passspiel vor der Pause. Fleiß in der Balleroberung. Jede Menge gelaufene
       Kilometer. Mal war Tempo im Spiel, mal konnten die Deutschen den eigenen
       Pässen nicht folgen. Blanke Panik herrschte bisweilen in der ersten Hälfte,
       wenn einer das bisweilen übermotiviert wirkenden Spieler aus dem
       [1][Fußballzwergenland Curaçao] mit hohem Tempo auf den Ballführenden
       zugerast kam. Warum eigentlich?
       
       Dann wieder Hacke, Dribbling, irgendwas, das schön aussehen sollte. Jede
       Menge Schüsse auf das Tor von Elos Room und etliche echte Chancen. Viele
       Tore und eins natürlich von Deniz Undav. Und erst spät im Spiel ein wenig
       mehr Ruhe und vielleicht die Erkenntnis, dass WM-Neuling Curaçao nicht
       wirklich ein konkurrenzfähiger Gegner war.
       
       Die Defensive war übrigens genauso anfällig, wie man es inzwischen gewohnt
       ist von den Deutschen (sie unten). Dass Curaçao bisweilen zwei Spieler von
       der Abwehrarbeit befreit hat, damit diese für Konter bereitstehen, darf man
       getrost als ebenso frech wie klug bezeichnen. Das werden die nächsten
       Gegner der Deutschen sicher nicht übersehen haben.
       
       Aura: In der ersten Hälfte hat beinahe jeder deutsche Eckball den Kopf von
       Nico Schlotterbeck gefunden. Ist das noch physikalisch oder
       sportwissenschaftlich zu erklären? Oder hatten da äußere Mächte ihre Hand
       im Spiel? Ins Tor hat er auch geköpft. [2][Aura] eben.
       
       Stimmungsbarometer: Was das Anfeuern der Kicker auf dem Platz durch die
       Ersatzspieler angeht, gehört das DFB-Team zweifelsohne zur absoluten
       Weltspitze.
       
       Der taz Fifa-Friedenspreis: Die Zurückhaltung der deutschen Defensive nicht
       nur vor dem 1:1-Ausgleich von Curaçao wird noch so manch anderen Gegner,
       der eigentlich nicht mithalten kann, im Spiel halten. Der DFB kann schon
       mal einen Platz in seinem Trophäenschrank freimachen.
       
       Titelreife: „Dass man zwei Jahre warten muss, dass man Weltmeister wird,
       tut weh.“ Das hatte Nagelsmann [3][nach dem Viertelfinal-Aus bei der
       Heim-EM] vor zwei Jahren gesagt. Sagen wir es so: Das Erreichen der
       K.-o.-Runde sollte dieses Mal durchaus drin sein. Es wäre das erste Mal
       seit 2014.
       
       14 Jun 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Rüttenauer
       
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