# taz.de -- Hymne zur Fußball-WM: Der übliche Andrea Bocelli
       
       > Es gibt kaum ein sportliches Großereignis, das Andrea Bocelli noch nicht
       > eröffnet hat. Auch für die Fifa hat der Tenor schon öfter geträllert.
       
 (IMG) Bild: Nimmermüde: Andrea Bocelli singt „Nessun dorma“ zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Mailand
       
       Wenn die großen Sportverbände rufen, schmettert Andrea Bocelli. Und wie!
       Ein paar Lautfetzen der Arie „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“ von
       Giacomo Puccini schweben wahrscheinlich immer noch über dem Stadion San
       Siro in Mailand. Dort hatte Bocelli im Februar zur [1][Eröffnungsfeier der
       Olympischen Winterspiele] gesungen. Die Menschen im Stadion und allüberall
       auf der Welt waren wohl angemessen ergriffen von der Stimme des immerhin
       schon 67-jährigen Sängers.
       
       Nicht erst damit hatte sich Bocelli für eine Rolle bei der Eröffnungsfeier
       der Fußball-WM qualifiziert. Schon im Dezember 2025 hatte er der Fifa seine
       Stimme geschenkt. Bei der Auslosung des Turniers in Washington sollen
       etliche der Anwesenden zum Taschentuch gegriffen haben, als Bocelli die
       Versammelten dazu aufrief, nur ja nicht einzuschlafen – „Nessun dorma“
       eben.
       
       Natürlich gehört er auch zu den Künstlern, die die nagelneue Hymne der WM
       eingesungen haben, die von der Fifa am Mittwoch hochoffiziell vorgestellt
       worden ist. Mit David Guetta, Megan Thee Stallion und EJAE performt er den
       Song, dem man in den kommenden fünf Wochen wohl kaum entkommen kann.
       [2][„DNA“] heißt die Hymne und Bocelli und Kollegen singen: „It’s more than
       just a game, it’s our DNA.“ Das ist ungefähr so originell wie ein Statement
       von Fifa-Präsident Gianni Infantino und passt allein deshalb perfekt zu
       diesem Turnier.
       
       Viel hat Bocelli selbst nicht zur Turnierhymne zu sagen. „Der Titel DNA
       sagt bereits alles“, wird er in der Presseaussendung des Internationalen
       Fußballverbands zitiert. Und eins stellt er klar: „An die Fifa, an die
       Organisatoren und an alle Fans, die sich weltweit in Stadien, Wohnzimmern
       und auf Dorfplätzen versammeln werden: Wir singen für euch.“ Das ist doch
       ein feiner Zug.
       
       Aber so kennt man Bocelli. Er hat schon für zwei US-Präsidenten gesungen,
       Bill Clinton und George W. Bush, für zwei Päpste, für Königinnen und
       Könige, er ist in London aufgetreten, in Oberhausen oder Moskau. Eine
       Fußball-EM hat er auch schon eröffnet. 2021 ist das gewesen. Und als
       [3][Leicester City 2016] zur Überraschung aller die Premier League gewann,
       da wollte er bei der Meisterfeier nicht fehlen. Auch bei der Trauerfeier
       für Franz Beckenbauer in der Münchner Arena hat er ein Farewell
       beigetragen. „Time to say goodbye“. Was sonst?
       
       Er kann Dinge eröffnen und beenden. Auch bei einer WM-Schlussfeier ist er
       schon mal aufgetreten, 2010 in Johannesburg. Was wäre der Sport nur ohne
       ihn?
       
       11 Jun 2026
       
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