# taz.de -- G7-Gipfel: Trump, Merz und ein ungewolltes Deutschlandtrikot
       
       > So richtig rund läuft es nicht zwischen dem Bundeskanzler und dem
       > US-Präsidenten. Muss es vielleicht auch gar nicht.
       
 (IMG) Bild: Merz und Trump beim missglückten Liebesbeweis: Auweia, sieht das cringe aus
       
       Das war knapp. Um ein Haar wäre unser schönes Deutschland im #TeamTrump
       gelandet. Glücklicherweise verhält es sich mit der diplomatischen
       Geschicklichkeit des Bundeskanzlers so, dass man nicht wirklich fürchten
       muss, er könne in dieser Disziplin brillieren. So war es auch diese Woche
       auf dem [1][G7-Gipfel in Évian]. Während es weltpolitisch um Krieg und
       Frieden ging, befand sich Friedrich Merz auf der Mission Streichelzoo. Er
       wollte Donald Trumps Ego so lange streicheln, bis der vergessen haben
       würde, dass der [2][Kanzler ihn in Sachen Irankrieg gewagt hatte zu
       kritisieren].
       
       Wochenlang hat er wohl überlegt, was Trumps Herz zum Schmelzen bringen
       könnte. Und dies ist ihm eingefallen: das Trikot der deutschen
       Nationalmannschaft. Während Trump nichtsahnend am Konferenztisch Platz
       genommen hatte, [3][schlich sich Merz von hinten an ihn heran und hielt dem
       US-Präsidenten dann das T-Shirt vor die Nase. „Guck mal!“ Er drehte es um.
       Hinten waren „Trump“ und die Nummer „47“ aufgedruckt.] Denn Trump ist der
       47. Präsident der USA.
       
       Trump schaute in etwa so wie meine Mutter, als sie ein neues Bügeleisen zum
       Geburtstag bekam: Sie wusste nicht, was das sollte. So auch Trump. Zunächst
       einmal: Wieso 47? Er war auch der 45. Präsident und ist doch eigentlich die
       Nummer eins. Warum also nicht T-Shirt One? Und wieso sollte er ein
       deutsches Trikot anziehen, wenn doch sein eigenes AMERIKANISCHES Team
       ebenfalls spielt? Nee, das Ding wollte er nicht. Er hat schließlich schon
       ein Montblanc-Schreibset von Angela Merkel in der White House Gift Unit
       herumliegen, obwohl er ausschließlich mit Sharpie-Filzstiften schreibt.
       
       ## "Im selben Team"
       
       Trump drehte sich wieder zum Tisch. Merz stand also da mit dem Trikot wie
       bestellt und nicht abgeholt. „Das ist deins!“, betonte er dann und drückte
       es Trump in die Hand. Von der anderen Seite müssen die Präsidentenberater
       wohl wild gestikuliert haben, dass er sich mal ein bisschen freuen müsse.
       Also hält er das Trikot für fünf Sekunden angestrengt in die Kameras.
       
       Dann wusste der Amerikaner aber nicht, wohin mit dem Shirt. Eine Handtasche
       hat er ja nicht. Jedenfalls knubbelte er es irgendwie zusammen und legte es
       achtlos neben sich. Das weitere Schicksal des Trump-Shirts ist nicht
       bekannt. Der Kanzler habe Trump wissen lassen wollen, dass man „im selben
       Team“ spiele, schrieb er später auf X. Zum Glück ist das nicht der Fall.
       
       21 Jun 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Silke Mertins
       
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