# taz.de -- Die Sport-Strategie von Donald Trump: Hauptsache, alles erst mal kaputt machen
> Warum US-Präsident Donald Trump sich vom Boxen und American Football
> abgewendet hat. Und warum er so sehr auf MMA und Fußball setzt.
(IMG) Bild: Ein Freund des MMA-Sports: US-Präsident Trump schaut bei einem UFC-Kampf im April zu
Beides ist bemerkenswert. Erstens: Donald Trump hat sich noch in den
1980er- und 1990er Jahren im Profiboxen engagiert, seit einem halben
Jahrhundert ist er [1][stärker mit MMA verbunden]. Zweitens: Trump
investierte früher in American Football, heute greift er dessen größte Liga
NFL an, sie müsse ihren Namen ändern, denn der europäische Fußball solle in
Amerika nicht länger Soccer heißen.
Es gibt da Gemeinsamkeiten, unter anderem die, dass Boxen und American
Football für Trump unternehmerische Projekte waren. Nicht zuletzt
finanzierte der damalige Casino-Betreiber Trump 1988 den bedeutenden
Schwergewichts-WM-Kampf von [2][Mike Tyson] gegen Michael Spinks, beide bis
dahin ungeschlagen, den Tyson durch K. o. nach 91 Sekunden gewann. In einer
vergleichsweise kurzen Phase war Donald Trump also ein erfolgreicher
Boxunternehmer, doch mit der Pleite seiner Casinos konnte er sich dort
nicht mehr halten. Das alles ähnelt dem Football-Engagement Trumps:
Besitzer eines NFL-Clubs wurde er nicht, und das Projekt einer
Konkurrenzliga, United States Football League, fuhr er gegen die Wand.
Nach dem Boxen wandte sich Trump dem MMA zu, nämlich der Organisation UFC.
Man kann es auch umgekehrt formulieren: Die UFC und ihr Chef Dana White
näherten sich Trump an. Der bot dem Sport, der mit seinen Käfigkämpfen das
traditionelle Boxen herausfordern wollte, die Bühne, die er benötigt. „Als
wir das Unternehmen gerade erst gekauft hatten, wollte uns kein
Veranstaltungsort aufnehmen“, sagte Dana White. „Donald Trump war der
Erste, der sagte: ‚Wir veranstalten die Kämpfe hier.‘“
Der Aufschwung, den das von der UFC organisierte MMA nahm, war von Beginn
an mit dem Namen und dem Gesicht Trump verbunden. Der amerikanische
Sportjournalist Karim Zidan [3][analysiert]: „Während Ligen wie die NBA und
NFL zu Arenen für Bewegungen wurden, die sich für soziale Gerechtigkeit
einsetzten – sei es durch Spieler, die während der Nationalhymne knieten,
oder durch Teams, die sich für fortschrittliche Anliegen einsetzten –,
positionierte sich die UFC als trotzige Alternative.“
## Mit rechts nach rechts gekämpft
Man kann auch sagen: Der Kampfsport unterstützte den windigen Geschäftsmann
Trump darin, politischer Kopf einer rechtspopulistischen Bewegung zu
werden. Und der bemerkte, wie Zidan schreibt, dass die UFC und ihr Publikum
einerseits rassistisch ausgrenzen kann, andererseits „gezielt um wichtige
Minderheitengruppen – darunter arabischstämmige Amerikaner und Latinos“
werben kann.
Trump hatte verstanden, dass das Boxen ihm so etwas nicht bieten konnte.
Das Profiboxen in den USA gehört nämlich zur amerikanischen Sportkultur,
und die hat immer eine demokratische Tradition. Das US-Boxen hat immerhin
[4][Muhammad Ali] hervorgebracht. Mit den großen Kämpfen, die Boxer wie Joe
Louis und [5][Max Baer] gegen den Deutschen Max Schmeling austrugen, war
die Symbolik des amerikanischen Boxens, Teil der Kultur dieses Landes zu
sein, gefestigt worden. Schon der Titel von [6][Jack Johnson], erster
schwarzer Schwergewichtsweltmeister der Geschichte, war Ausdruck des
Kampfes für Emanzipation und Bürgerrechte.
Was Trump mit seiner Abwendung vom Boxen – und vom Football und vom
Basketball – versucht, ist Teil seines Kulturkampfs, den er schon gegen
Hollywood und die Musikszene des Landes austrägt. Erst mal Disruption.
Zunächst will er solche Institutionen, auch die des Sports, die für ihn zu
sehr den Geist einer liberalen Gesellschaft in sich tragen, zerschlagen.
Das dürfte das ganze Programm sein.
8 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Martin Krauss
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