# taz.de -- Brüchiger Waffenstillstand im Irankrieg: Angriffe und Gegenangriffe
       
       > Offiziell besteht der Waffenstillstand zwischen den USA und Iran weiter.
       > Tatsächlich wird gekämpft. Iran sagt weiter, die Gespräche seien
       > ausgesetzt.
       
 (IMG) Bild: Rauchzeichen des Friedens steigen nach einem Drohenangriff vom Treibstofflager des Kuwaiter Flughafens auf
       
       Wie nennt man einen Konflikt mit gegenseitigem Beschuss? Anscheinend
       Waffenruhe.
       
       Am späteren Dienstag hatte die Islamische Republik Iran [1][erneut in den
       Golfstaaten angegriffen]: Zwei Raketen wurden auf Kuwait abgefeuert, die
       wohl noch im Flug abstürzten. Mehrere Raketen wurden außerdem auf Bahrain
       abgeschossen. Laut dem Verteidigungsministerium wurden sie abgeschossen.
       Auf beide Länder zielte Iran außerdem mit Drohnen.
       
       In der Nacht griffen daraufhin die USA auf der iranischen Insel Keschem in
       der Straße von Hormus an. Iran wiederum erklärte, er habe in Bahrain und
       einem weiteren Staat, ohne Kuwait zu nennen, angegriffen, weil zuvor die
       USA die sogenannte Waffenruhe gebrochen hätten. So habe das US-Militär auf
       einen Tanker gezielt, der die weiterbestehende US-Seeblockade Irans
       durchbrechen wollte.
       
       Bei dem Angriff in Kuwait wurde auch der Flughafen getroffen, wohl von
       einer Drohne. Eine Person wurde dabei getötet, mehrere wurden verletzt,
       Gebäude schwer beschädigt. Erst am Montag war der Flughafen nach den
       Angriffen Irans im Rahmen des Krieges mit den USA und Israel wieder
       eröffnet worden.
       
       ## Der Grundkonflikt bleibt ungelöst
       
       Der Hintergrund dieser jüngsten Eskalation: Die USA und Iran führten
       bislang weiter Verhandlungen um eine Verlängerung der sogenannten
       Waffenruhe und einer Lösung für ein Kriegsende. Dabei kam es jüngst zu
       einer wenig erstaunlichen Sackgasse. Daraufhin meldeten dem iranischen
       Staat nahestehende Medien, dass der Austausch von Nachrichten zwischen den
       beiden Parteien eingestellt sei.
       
       Die angebliche Waffenruhe ist nun theoretisch erst einmal verlängert, doch
       bleibt der Grundkonflikt ungelöst. Ein großer Streitpunkt dabei ist das
       weiterhin in Iran verbliebene [2][angereicherte Uran]. Das wollten die USA
       im Krieg 2025 zerstört haben. Es stellte sich aber heraus, dass das eben
       nicht der Fall war. Hinzu kommt der Streit über die von Iran unterstützten
       Milizen in der Region. Die USA wollen – so zumindest die Aussage
       US-Offizieller zu Beginn der Verhandlungen –, dass Iran seine Unterstützung
       für diese beendet. Iran wird sie aber kaum aufgeben.
       
       Dass Iran den [3][Austausch von Nachrichten beendet] habe, wie etwa die
       Agentur Tasnim erklärte, hat wohl damit zu tun, dass Israel jüngst seine
       Militärfeldzug in Libanon intensivierte. Die von Iran unterstützte
       Hisbollah-Miliz feuert ebenfalls weiterhin Raketen auf Nordisrael ab, die
       lokale Bevölkerung bleibt entweder vertrieben oder lebt unter der Gefahr
       des Beschusses.
       
       Die Folgen des Krieges betreffen Libanon aber noch intensiver: Im Süden des
       Landes, an der Grenze, wurden ganze Dörfer und Städte dem Erdboden
       gleichgemacht. Die südlichen Großstädte Nabatija und Sour sind fast
       vollständig zur Flucht aufgerufen. Auch aus dem Süden der Hauptstadt Beirut
       flohen jüngst die Menschen. Israel hatte zuvor Angriffe dort angekündigt.
       
       Auf Befehl des US-Präsidenten Donald Trump wurde eine massive Ausweitung
       der bestehenden Angriffe aber wohl vorerst verhindert. Trotzdem wurde etwa
       am Mittwoch ein Fahrzeug in Khalde getroffen, nur wenige Kilometer vor
       Beirut.
       
       Noch wurde die Waffenruhe nicht offiziell für beendet erklärt. Auch wenn
       sie es, eigentlich offensichtlich, bereits ist.
       
       3 Jun 2026
       
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