# taz.de -- Entwickler von Chatbot Claude: KI-Unternehmen Anthropic will an die Börse
       
       > 2026 nimmt als Jahr der Mega-Börsengänge Gestalt an. Nach Elon Musks
       > SpaceX macht jetzt der OpenAI-Konkurrent den Schritt zur
       > Aktienplatzierung.
       
 (IMG) Bild: Der Börsengang von Anthropic könnte einer der drei größten in diesem Jahr werden
       
       dpa/afp | Die [1][KI]-Firma Anthropic, die der schärfste Rivale des
       [2][ChatGPT]-Entwicklers OpenAI ist, nimmt Kurs auf die Börse. Ein Antrag
       für eine Aktienplatzierung wurde zunächst vertraulich eingereicht, wie
       Anthropic mitteilte. Damit bleiben Geschäftsinformationen zunächst unter
       Verschluss, während die Unterlagen von der US-Börsenaufsicht SEC geprüft
       werden.
       
       Anthropic ist für seinen Chatbot Claude bekannt, der vor allem von
       Unternehmen genutzt wird. Zudem arbeitet das Unternehmen an einem KI-Modell
       namens Mythos, das Lücken in Cybersicherheitssystemen aufspüren soll. Neben
       den US-Behörden hofft auch die EU auf einen Test-Zugriff, um mögliche
       Risiken auszuloten. Deutsche Verfassungsschützer*innen und
       Sicherheitspolitiker*innen hatten gewarnt, Kriminelle oder
       staatliche Akteure könnten Mythos für Cyberangriffe nutzen.
       
       Der Börsengang von Anthropic könnte einer der drei größten in diesem Jahr
       werden. Die KI-Firma schloss zuletzt eine 65 Milliarden Dollar schwere
       Finanzierungsrunde zu einer Gesamtbewertung von 900 Milliarden US-Dollar
       ab.
       
       ## Weitere Mega-Börsengänge bei Big Tech
       
       Auch OpenAI werden Börsenambitionen nachgesagt, die in ähnlichen
       Dimensionen liegen könnten. Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX, in der
       inzwischen auch seine KI-Firma xAI aufgegangen ist, [3][könnte bereits
       Mitte Juni an die Börse gehen]. Dabei wird Medienberichten zufolge eine
       Gesamtbewertung von bis 1,8 Billionen US-Dollar angestrebt. Mit demnach
       erhofften Erlösen von bis zu 80 Milliarden Dollar wäre es der mit Abstand
       größte Börsengang. Zugleich gibt es nach wie vor Zweifel, ob die
       Investitionen von Hunderten Milliarden Dollar in Infrastruktur für
       künstliche Intelligenz am Ende wieder zurückverdient werden können.
       
       Anthropic steht derzeit in einem Rechtsstreit mit dem
       US-Verteidigungsministerium. Dabei geht es um die uneingeschränkte
       militärische Nutzung der KI-Technologie, die Anthropic dem Pentagon
       verweigert hat. Der Konzern erklärte, er wolle KI nicht zur
       „Massenüberwachung im Inland“ oder in vollautonomen Waffensystemen
       einsetzen lassen. Das Pentagon stufte Anthropic daraufhin als
       „Sicherheitsrisiko in der Lieferkette“ ein, wogegen das Unternehmen sich
       juristisch wehrt.
       
       2 Jun 2026
       
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