# taz.de -- Italo will DB Konkurrenz machen: Bahnchefin Palla warnt vor „ungesteuertem Wettbewerb“
       
       > Das italienische Unternehmen Italo will im deutschen Fernverkehr
       > mitmischen. Bisher hält die Deutsche Bahn dort 95 Prozent Marktanteil.
       
 (IMG) Bild: Sieht Probleme beim Italo-Einstieg in den deutschen Bahn-Fernverkehr: DB-Chefin Evelyn Palla
       
       dpa | Angesichts drohender Konkurrenz im [1][Fernverkehr] hat
       [2][Deutsche-Bahn]-Chefin Evelyn Palla die Politik aufgerufen, bessere
       politische Rahmenbedingungen zu schaffen. „Sonst droht ein ungesteuerter
       Wettbewerb, dessen Folgen sich am Ende womöglich für die Mehrheit negativ
       auswirken“, sagte Palla vor Journalisten in Berlin.
       
       Hintergrund ist die Ankündigung des italienischen Unternehmens Italo, ab
       2028 in Deutschland Fernverkehrsfahrten anbieten zu wollen. Das Unternehmen
       will dafür umfangreich in Züge investieren – aber auch eine gewisse
       Sicherheit haben, dass es lukrative Trassen bedienen darf. Diese Trassen,
       also Streckenabschnitte zu einer bestimmten Zeit, vergibt die Bahn-Tochter
       InfraGo unter Aufsicht der Bundesnetzagentur.
       
       Italo will zunächst die Strecken München-Frankfurt-Köln-Dortmund im
       Stundentakt und München-Berlin-Hamburg alle zwei Stunden fahren. Das
       Unternehmen hätte gerne langfristige Verträge, solche sogenannten
       Rahmenverträge gibt es in Deutschland aber seit 2017 nicht mehr. Trassen
       werden derzeit bei der jährlichen Fahrplanerstellung immer neu vergeben.
       
       Darüber hinaus wollen die Italiener eine Gewährleistung, dass ein
       festgelegter Mindestanteil an Kapazitäten für neue Marktteilnehmer
       reserviert wird. Mit beiden Anliegen hat sich Italo an die
       Bundesnetzagentur gewandt. Eine Entscheidung steht noch aus.
       
       Die Bahn betont seit Wochen, dass sie nichts gegen Wettbewerb habe, warnt
       aber davor, dass Fernverkehrsfahrten in die Fläche wegfallen könnten, wenn
       lukrative Trassen an Konkurrenten gehen. „Wettbewerb ist eben auch kein
       Selbstzweck und wir müssen achtsam sein“, sagte Bahnchefin Palla. „Wir
       müssen achtsam sein, dass diese Vorteile auch wirklich bei allen Menschen
       in Deutschland ankommen und nicht nur bei einigen wenigen. Bei einigen
       wenigen in den Metropolen, die heute bereits über ein sehr gutes
       Mobilitätsangebot verfügen.“
       
       2 Jun 2026
       
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