# taz.de -- Arbeitsrecht für Lehrer*innen: GEW kritisiert Gesetzesnovelle
> Die Gewerkschaft befürchtet eine starke Einschränkung der Mitbestimmung
> von Personalräten. Das sei der falsche Weg zu schnelleren Einstellungen.
(IMG) Bild: Berlin will Verfahren zur Einstellung von Lehrer*innen beschleunigen – die Gewerkschaft kritisiert die konkreten Pläne
Will der Senat Mitbestimmung einschränken, um Lehrer*innen künftig
schneller einstellen zu können? Das befürchtet aktuell die Gewerkschaft
Erziehung und Wissenschaft (GEW). Alarmiert ist die GEW wegen einer
geplanten Änderung des Personalvertretungsgesetzes sowie eines von der
Bildungsverwaltung in Auftrag gegebenen Gutachtens.
Nach der Gesetzesnovelle, die noch vor der Wahl verabschiedet werden soll,
hätten die Personalräte nur noch [1][eine Woche Zeit, um Neueinstellungen
an Schulen] zu prüfen, halb so lange wie bisher. Doch eine Woche sei
eindeutig zu kurz, sagt Gökhan Akgün, Landesvorsitzender der GEW. Allein
eine Prüfung der Eingruppierung sei langwierig. Schnellere
Einstellungsverfahren von Lehrer*innen würden auf Kosten der
Mitbestimmung gehen. Laut der Gewerkschaft liegen Einstellungsverfahren
demgegenüber teils sechs bis neun Monate bei der Verwaltung. „Die ist an
keiner Stelle an Fristen gebunden“, sagt der GEW-Vorsitzende.
Akgün sagt auch, dass Einstellungen oft fehlerhaft seien. Die Kontrolle
durch Personalräte sei deshalb dringend notwendig. „Wer [2][Bürokratieabbau
verspricht, aber Mitbestimmung abbaut, löst kein einziges Problem] an den
Schulen“, sagt Akgün. Der GEW zufolge ist diese Gesetzesänderung nicht mit
der Verfassung vereinbar, da sie das Mitbestimmungsrecht stark einschränke.
Sorge bereitet der GEW im Zusammenhang damit auch der Inhalt einer
Expertise zu Maßnahmen, die Einstellungsverfahren an Schulen beschleunigen
sollen. Die CDU-geführte Senatsverwaltung für Bildung hatte sie in Auftrag
gegeben. Die Vorschläge dienten der „internen Willensbildung“ und würden
zunächst intern geprüft, heißt es dort. In der Expertise raten die
Gutachter demnach zu Personalräten an Schulen.
## Gegen bestehende Strukturen der Mitbestimmung
Auch diese Vorschläge, die der GEW vorliegen, lassen dort die Alarmglocken
läuten. Die Vorschläge würden bestehende Strukturen zerschlagen und
Mitbestimmung schwächen. Schulpersonalräte würden ein Vielfaches mehr
kosten: Aktuell stünden 98 Stellen zur Verfügung, die Kosten dafür liegen
bei 7,8 Millionen Euro. Ungleich mehr Schulpersonalräte freizustellen,
würde dagegen rund 28 Millionen kosten, denn dafür würden rund 360 Stellen
benötigt. Die Kosten lägen insgesamt höher [3][als die vor Kurzem
finanzierten Entlastungen für Grundschulen].
Bei der Gewerkschaft kritisieren sie auch, dass die Verwaltung bisher
niemanden mit einbezogen habe. „Es ist skandalös, dass ohne GEW hier
klammheimlich Maßnahmen vorbereitet wurden, die ganz tief in die
Mitbestimmung gehen“, kritisiert Akgün. Auch das Abgeordnetenhaus habe
bisher keine offizielle Kenntnis vom Inhalt der Expertise. Die GEW fürchtet
auch, dass benachteiligte Schulen damit noch mehr als jetzt unter
Bildungsungerechtigkeit leiden würden.
Aus Sicht der GEW setzt die Bildungsverwaltung mit ihren
Reformierungsplänen an der falschen Stelle an. „Nicht die Mitbestimmung
bremst Verfahren aus, sondern komplizierte Abläufe und fehlende
Strukturen“, betont der Vorsitzende Akgün. „Schnelle Einstellungen erreicht
man nicht durch weniger Demokratie, sondern durch ausreichend Personal,
klare Zuständigkeiten und funktionierende Verfahren“, sagt er und kündigt
Widerstand der GEW gegen die Pläne an.
28 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Uta Schleiermacher
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