# taz.de -- Ebola-Ausbruch in Zentralafrika: Jedes vierte Opfer ist ein Kind
       
       > In der Demokratischen Republik Kongo sind bereits 200 Menschen mutmaßlich
       > an Ebola gestorben. Die WHO warnt. Derweil werden erste Genesene
       > entlassen.
       
 (IMG) Bild: Die Zahl der Toten steigt weiter: Ebola in der Demokratischen Republik Kongo
       
       Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, der in Zentralafrika vonstattengeht.
       Denn die Ebola-Fälle vermehren sich schneller als die Maßnahmen in Kraft
       treten, um das tödliche Virus einzudämmen, warnt die
       Weltgesundheitsorganisation WHO.
       
       Mittlerweile werden [1][in der Demokratischen Republik Kongo] über
       eintausend Verdachtsfälle gemeldet, mehr als 200 Menschen sind bereits
       mutmaßlich an der Fieberkrankheit gestorben. Laut Angaben der
       Kinderhilfsorganisation Save the Children ist jedes vierte bestätigte
       Todesopfer ein Kind.
       
       Auch ein kongolesischer Arzt ist dem hämorrhagischen Fieber erlegen. Er
       hatte in einem Ebola-Behandlungszentrum in der ostkongolesischen Stadt
       Bunia, die Hauptstadt der Provinz Ituri, wo das Epizentrum liegt, Patienten
       versorgt. Der aktuelle Ausbruch war [2][am 15. Mai] in der Provinz gemeldet
       worden.
       
       Doch es gibt auch gute Nachrichten aus Ituri: Am Mittwoch wurde dort der
       erste geheilte Ebola-Patient aus einer Klinik entlassen, nachdem sämtliche
       Tests negativ ausgefallen waren. Weitere Entlassungen würden gegen Ende der
       Woche erfolgen, so Mitarbeiter von Kongos Gesundheitsbehörde.
       
       Das größte Problem mit der Epidemie sei vor allem der anhaltende Krieg in
       den von Ebola betroffenen Provinzen, macht WHO-Chef Tedros Adhanom
       Ghebreyesus am Mittwoch erneut deutlich. Aufgrund der „katastrophalen
       Kollision von Krankheit und Konflikt übersteigt der Ebola-Ausbruch in der
       Provinz Ituri die Fähigkeiten, darauf zu regieren“, [3][stellte er auf X
       klar] und ruft alle Konfliktparteien zu einem unmittelbaren
       Waffenstillstand auf: „Wir können kein Vertrauen in der Gemeinschaft
       aufbauen und die Kranken nicht isolieren, während Bomben fallen.“
       
       ## Afrikanisches Zentrum für Seuchenkontrolle erhöht Warnstufe
       
       In der ostkongolesischen Provinz Nord-Kivu, wo die Rebellen der M23
       (Bewegung des 23. März) weite Gebiete eroberten, wurden ebenfalls bereits
       Ebola-Fälle gemeldet. Dort kam es in den vergangenen Tagen zu heftigen
       Gefechten zwischen Kongos Armee und der M23, die erneut Abertausende
       Menschen aus ihren Dörfern vertrieben haben. Diese Vertreibungen würden das
       Risiko erhöhen, das sich das gefährliche Virus weiterverbreitet, so der
       WHO-Chef.
       
       Das Afrikanische Zentrum für Seuchenkontrolle, CDC Africa, hat zu Beginn
       der Woche die Warnstufe für die umliegenden Länder erhöht, nachdem nun auch
       in Kongos Nachbarland Uganda neue Fälle bestätigt wurden. In Uganda wurden
       bereits sieben Menschen positiv getestet, darunter eine Familie, die von
       Kongo nach Uganda gereist war, sowie Krankenhauspersonal und ein Fahrer,
       die mit der Familie in Kontakt waren.
       
       Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hat Ugandas Regierung am
       Mittwoch die Grenze zu [4][Kongo vorübergehend geschlossen]. Diana Atwine,
       Staatssekretärin von Ugandas Gesundheitsministerium, erklärte, nur noch
       Ebola-Experten, Ärzte sowie Lebensmittel- und Frachtlieferungen, die zur
       Ebola-Bekämpfung nötig sind, dürfen die Grenzposten unter strengen
       Hygienemaßnahmen überqueren.
       
       ## 21 Tage Isolation
       
       Ebola-Teams, die aus dem Infektionsgebieten in Kongo nach Uganda
       zurückkehren, müssen sich nach Ankunft in Uganda 21 Tage lang isolieren.
       Die bedeutet jedoch auch, dass keine Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten
       Kongos mehr nach Uganda kommen dürfen.
       
       Die US-Regierung hat in Kenia ein Quarantänezentrum eingerichtet, wo
       US-Staatsbürger isoliert werden sollen, wenn sie in Kongo oder Uganda mit
       Ebola-Verdachtsfällen in Kontakt waren. „Wir können und werden nicht
       zulassen, dass Ebola-Fälle in die USA gelangen“, erklärte US-Außenminister
       Marco Rubio. Kanada kündigte an, dass alle Reisenden aus den betroffenen
       Gebieten sich bei Ankunft drei Wochen lang in Quarantäne begeben müssen.
       
       28 May 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [3] https://x.com/DrTedros/status/2059557343923167511
 (DIR) [4] https://x.com/UgandaMediaCent/status/2059832040779055461
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simone Schlindwein
       
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