# taz.de -- Ebola-Ausbruch: WHO-Chef sichert Kongo internationale Unterstützung zu
> Tedros Adhanom Ghebreyesus verspricht den Menschen im Osten Kongos Hilfe.
> Ärzte ohne Grenzen beklagen zu wenig medizinische Fachkräfte in der
> Region.
(IMG) Bild: WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei der Ankunft in Bunia/Kongo
afp | Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom
Ghebreyesus, hat bei einem Besuch im Zentrum des schweren Ebola-Ausbruchs
im Osten der Demokratischen Republik Kongo den Menschen internationale
Unterstützung zugesichert. „Ihr seid nicht allein. Wir sind hier, wir
stehen euch bei, und wir werden das gemeinsam durchstehen“, sagte Tedros am
Samstag bei einer Pressekonferenz in Bunia, der Hauptstadt der besonders
betroffenen Provinz Ituri.
Die internationale Gemeinschaft unterstütze die Regierung der
Demokratischen Republik Kongo bei der [1][Bewältigung des Ausbruchs], sagte
Tedros. „Wir sind hier, um uns mit der Gemeinschaft auszutauschen, um zu
verstehen, wie auf die Lage reagiert wird, und mögliche Schwierigkeiten zu
erkennen, damit wir Unterstützung leisten können“, betonte der WHO-Chef.
Der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba sagte seinerseits:
„Wir haben derzeit in den Lagern alles, was nötig ist, um den gesamten
Bedarf an Schutzausrüstung“, an Medikamenten und an Tests zu decken. Es sei
eine Frage der Logistik, die nun geklärt werden müsse.
## Ausmaß könnte größer sein
Der neue Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in Ituri ausgerufen worden.
Inzwischen wurde das Virus [2][in insgesamt drei kongolesischen Provinzen]
sowie im Nachbarland Uganda nachgewiesen. In der Demokratischen Republik
Kongo wurden seit Beginn des Ausbruchs nach Angaben der Gesundheitsbehörde
der Afrikanischen Union (Africa CDC) bislang mindestens 1.077
Ebola-Verdachtsfälle registriert, darunter 246 Todesfälle. In Uganda wurden
nach jüngsten Angaben neun bestätigte Infektionen registriert, ein Mensch
starb.
Laut der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wurden „noch nie bei
einer Ebola-Epidemie in den ersten Tagen nach ihrer Ausrufung so viele
Fälle verzeichnet.“ In der [3][betroffenen Region] seien nicht genügend
medizinische Fachkräfte im Einsatz, hieß es weiter.
Die WHO befürchtet, dass das tatsächliche Ausmaß der Epidemie deutlich
größer sein dürfte. Die Demokratische Republik Kongo hat nur begrenzte
Kapazitäten für Labortests zur Bestätigung von Infektionen.
## Schwache Präsenz staatlicher Stellen
In Ituri wurde nach WHO-Angaben ein Großteil der bestätigten Fälle im Kongo
festgestellt. Die Reaktion auf den Ausbruch wird dort durch die schwache
Präsenz staatlicher Stellen in ländlichen Gebieten und die Gewalt
bewaffneter Gruppen erschwert. Zudem leben Millionen von Vertriebenen in
Lagern, wo Enge und schlechte Hygienebedingungen eine Ausbreitung des Virus
begünstigen könnten.
Ebola verursacht Fieber mit Blutungen und wird über Körperflüssigkeiten
übertragen. Der aktuelle Ausbruch wird durch die Virusvariante Bundibugyo
verursacht, gegen die es bislang weder eine spezifische Behandlung noch
einen zugelassenen Impfstoff gibt.
Am Samstag gab Gesundheitsminister Kamba bekannt, dass sich eine
„vielversprechende“ Behandlung gegen die Variante in der Testphase befinde.
Zuvor hatte die Africa CDC erklärt, sie rechne mit einem verfügbaren
Impfstoff bis Ende des Jahres.
## Impfstoffe im Test
Die WHO erklärte ihrerseits, dass ihre Beratungsgremien klinische Studien
für mehrere Impfstoffe und Behandlungen empfohlen hätten, die potenziell
gegen Bundibugyo wirksam seien.
In der Zwischenzeit bestehe die Priorität darin, „die Übertragung mit den
Mitteln zu stoppen, die wir seit Jahrzehnten bei der Bekämpfung von Ebola
einsetzen“. Dazu gehörten unter anderem Schnelltests, die Nachverfolgung
von Kontaktpersonen, die Isolierung und Versorgung von Patienten, die
Infektionsprävention und -kontrolle, die Einbindung der Bevölkerung sowie
„sichere und würdige Bestattungen“, hieß es in einer Erklärung der WHO.
31 May 2026
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