# taz.de -- Xenophobie in Südafrika: Ghana bringt seine Bürger in Sicherheit
       
       > Die südafrikanische Bürgerbewegung „March and March“ demonstriert, teils
       > mit Gewalt, gegen afrikanische Migranten im Land. Nun zieht Ghana
       > Konsequenzen.
       
 (IMG) Bild: Eine Demonstrationen gegen Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung in Johannesburg am 29. April 2026
       
       Dutzende Busse brausten gegen drei Uhr morgens Richtung Johannesburgs
       internationalem Flughafen, wo ein eigens von der ghanaischen Botschaft
       gecharterter Flug wartete. Am Mittwoch hat [1][Ghana] damit begonnen, seine
       in Südafrika lebenden Staatsangehörigen zurückzuführen. Grund dafür sind
       anhaltende, gewalttätige Proteste gegen illegale Einwanderung in Teilen von
       Südafrika.
       
       Seit April organisiert die Bürgerbewegung „March and March“ immer wieder
       Demonstrationen gegen Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung in Großstädten
       wie Pretoria, Johannesburg und Durban. Die Gruppe fordert unter anderem
       strengere Visabestimmungen, eine Überarbeitung der Asylpolitik und
       Maßnahmen gegen Unternehmen, die Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung
       beschäftigen. Für den 30. Juni ist ein landesweiter Streik angedroht,
       sollte die Regierung bis dahin keinen Fahrplan präsentiert haben.
       
       Für in Südafrika lebende Ausländer – sowohl jene mit als auch ohne
       Aufenthaltserlaubnis – ist der 30. Juni ein mit Anspannung erwarteter Tag.
       Erst Ende April war es in der Provinzhauptstadt von KwaZulu-Natal, Durban,
       zu Protesten gekommen, bei denen auch legal in Südafrika lebende
       afrikanische Ausländer angegriffen worden waren. Dabei machen die
       Protestierenden ausländische Staatsangehörige zum Sündenbock [2][für die
       wirtschaftlichen Probleme Südafrikas], die [3][hohe Kriminalität] und die
       schlechte Versorgung mit öffentlichen Dienstleistungen.
       
       ## Xenophobe Diskriminierung und Übergriffe
       
       Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnte davor, Ausländer
       pauschal für soziale Missstände verantwortlich zu machen. Die Ursachen der
       Krise reichten deutlich tiefer und lägen vor allem in struktureller Armut,
       hoher Arbeitslosigkeit und [4][ungelösten sozialen Problemen]. Eine
       pauschale Schuldzuweisung verschärfe bestehende Spannungen und könne Gewalt
       gegen Migranten legitimieren. Auch António Guterres, Generalsekretär der
       Vereinten Nationen, zeigte sich besorgt über die gemeldeten Fälle von
       xenophober Diskriminierung und Übergriffen in den Provinzen KwaZulu-Natal
       und Ostkap.
       
       Eine erste Gruppe von 300 ghanaischen Staatsangehörigen konnte nun auf
       eigenen Wunsch das Land verlassen. Weitere Flüge sollen in den nächsten
       Tagen folgen. Nach Angaben von Ghanas Botschafter in Südafrika, Benjamin
       Quashie, haben sich bislang rund 890 Ghanaerinnen und Ghanaer für das
       Rückführungsprogramm ihrer Regierung angemeldet. „Keiner von ihnen ist in
       irgendwelche kriminellen Machenschaften verwickelt“, betonte Quashie im
       Gespräch mit lokalen Medienvertretern. Auch in Nigeria wird aufgrund der
       angespannten Lage eine mögliche Rückführung von Staatsangehörigen
       diskutiert.
       
       27 May 2026
       
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 (DIR) Helena Kreiensiek
       
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