# taz.de -- Report des Deutschen Kinderhilfswerks: Kinder für mehr Mitbestimmung in der Schule
> Kinder und Jugendliche wollen mehr Mitsprache in der Schule – das ist ein
> Ergebnis des neuen Kinderreports. Chancengerechte Bildung funktioniere
> noch nicht.
(IMG) Bild: Holger Hofmann und Anja Siegesmund vom Deutschen Kinderhilfswerk mit Karin Prien (CDU, M.) bei der Pressekonferenz am 26. Mai 2026
In der Schule soll gelernt werden, wie Demokratie funktioniert und wie man
fair miteinander umgeht. Das finden 94 Prozent der Kinder und Jugendlichen
zwischen 10 und 17 Jahren wichtig. 88 Prozent wünschen sich außerdem mehr
Möglichkeiten zur Mitbestimmung in der Schule, 70 Prozent mehr
außerschulische Projekte. Diese Zahlen, die am Dienstag im Rahmen der
Veröffentlichung des Kinderreports 2026 vorgestellt wurden, unterstreichen
die Bedeutung von Demokratiebildung für soziale Teilhabe und
Chancengerechtigkeit.
Der Kinderreport erscheint jährlich und wird vom Deutschen Kinderhilfswerk
auf Grundlage einer Forsa-Umfrage erstellt. In diesem Jahr geht es um
chancengerechte Bildung, [1][die in Deutschland immer noch nicht
funktioniert] – also um gleichen Zugang, unabhängig vom sozioökonomischen
Hintergrund. „Kinder fordern Chancen ein“, sagt Anja Siegesmund,
Vizepräsidentin des Kinderhilfswerks. „Und ihre Stimmen müssen gehört
werden“. Mehr als 1.000 Kinder und genauso viele Erwachsene hat das
Kinderhilfswerk also gefragt, was sich für ein gerechteres Bildungssystem
ändern müsste. Aus ihren Antworten leitet das Kinderhilfswerk konkrete
Forderungen an die Regierung ab.
Gefordert wird unter anderem [2][ein bedarfsgerechter Ausbau von
Kitaplätzen], bundesweit verbindliche Standards für den
Fachkraft-Kind-Schlüssel, mehr Ganztagsangebote und ein sofortiger
Bildungszugang für geflüchtete Kinder. Auch Demokratiebildung soll fest in
Lehrplänen verankert werden – und zwar ab der ersten Klasse. „Denn Bildung
ist mehr als Lernen, es geht um Teilhabe“, sagt Siegesmund.
Das Kinderhilfswerk fordert deshalb auch mehr Mitbestimmung für
Schüler:innen bei der Gestaltung des Schulsystems, etwa durch
Schulkonferenzen. Außerdem brauche es eine gesetzliche Absicherung für die
Förderung von freien Trägern, die Demokratieprojekte anbieten. Das soll
insbesondere Kindern, die von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen
sind, mehr Bildungschancen bieten.
„Für das Vertrauen in unsere Demokratie ist das Einlösen des
Aufstiegsversprechens wahrscheinlich eine der entscheidenden
Stellschrauben“, sagt Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Dafür müsse das
Bildungssystem reformiert werden, Investitionen seien nötig. Auch
Demokratiebildung in der Schule und darüber hinaus sei ein entscheidender
Punkt, so Prien, [3][die wegen der Umgestaltung des Programms „Demokratie
Leben!“ in der Kritik steht]. Prien verweist auf das
4-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm für Kitas aus dem Sondervermögen,
sowie auf die 100 Milliarden Euro für Länder und Kommunen.
26 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Chancenungleichheit-in-Deutschland-Desaster-fuer-Jugendliche-und-Staat/!6174652
(DIR) [2] /Fehlende-Plaetze-in-Kitas/!5985377
(DIR) [3] /Umbau-von-Demokratie-leben/!6172952
## AUTOREN
(DIR) Jule Frank
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