# taz.de -- Aktivisten von „Ende Gelände“: Großdemo gegen Gaskraftwerke angekündigt
> Die Klimabewegung ruft zu Protesten im Ruhrgebiet gegen die
> Energiepolitik von CDU-Wirtschaftsministerin Reiche auf. Auch „Ende
> Gelände“ ist dabei.
(IMG) Bild: „Ende Gelände“ ist wieder da: Aktion im Rheinische Braunkohlerevier im Jahr 2019
Unter dem Motto „[1][Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen]“
mobilisieren Umweltschützer:innen ab Mittwoch nach Hamm im östlichen
Ruhrgebiet. Dann startet dort ein fünftägiges [2][Klimacamp], mit dem gegen
die Umweltzerstörung durch fossile Energien wie Öl und Gas protestiert wird
und wo klimafreundliche Alternativen diskutiert werden.
Für Samstag, 30. Mai, rufen der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND),
Greenpeace, Fridays for Future und Campact außerdem zu einer Demonstration
auf, zu der Tausende Menschen erwartet werden. Auch das Bündnis Ende
Gelände, das immer wieder auf zivilen Ungehorsam setzt, [3][plant eine
Massenaktion].
Auslöser der Proteste ist die [4][Energiepolitik von
CDU-Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche]: Die 52-Jährige setzt
weniger auf erneuerbare Energieträger und verstärkt auf Gas. Um die
Stromversorgung auch bei sogenannten „Dunkelflauten“, wenn weder die Sonne
scheint noch der Wind weht, zu sichern, will Reiche [5][statt
Batteriespeichern fossile Kapazitäten] von mindestens 9 Gigawatt zubauen
lassen – das entspricht rund 20 großen Gaskraftwerken.
„Lobbyministerin Katherina Reiche will die erneuerbaren Energien ausbremsen
und Milliarden in klimaschädliche Gaskraftwerke stecken“, kritisiert
deshalb Verena Graichen, beim BUND Geschäftsführerin Politik. Und nirgendwo
in der Bundesrepublik seien „derzeit mehr Gaskraftwerke geplant als im
Ruhrgebiet – allein rund um Hamm sind es drei“, erklärt die
Umweltschützerin. Von den Plänen profitierten „vor allem RWE und Co., deren
Wünsche Reiche in Gesetze“ gieße.
## Streit über geplante Kundgebung an Kraftwerk
„Alle zusammen nach Hamm“, sagt deshalb auch Fridays-Sprecherin Linda
Kastrup. Zentrales Ziel der Proteste ist das von RWE betriebene
Gersteinwerk an der Hammer Stadtgrenze. Eigentlich könnte das Großkraftwerk
ein Symbol der Energiewende sein: Erst im Oktober wurde der 282 Meter hohe
Schornstein des dortigen 620-Megawatt-Steinkohlekraftwerkblocks gesprengt,
der die Gifte aus der Verbrennung möglichst breit verteilen sollte. Jetzt
aber ist der Bau eines neuen fossilen Gasblocks geplant, der mit bis zu
1.300 Megawatt mehr als doppelt so viel Leistung haben soll.
Dennoch will die Polizei die Auftaktkundgebung der Großdemonstration am
Samstag vor dem Kraftwerk verbieten – mit einem Eilantrag vor dem
Verwaltungsgericht Gelsenkirchen werden die Organisator:innen am
Dienstag gegen die Auflage vorgehen. „Geht es nach der Polizei, soll die
Demo außerhalb von Sicht- und Hörweite des Gersteinwerks stattfinden“,
erklärte Fridays-Sprecherin Kastrup der taz: „Es ist fatal, dass unsere
Arbeit so erschwert werden soll.“
Für die Dortmunder Polizei, die wegen „größerer personeller Strukturen“ für
den Einsatz in Hamm aktiv ist, hält Sprecher Kai Christopher Becker
dagegen: Der „Schutz von Versorgungseinrichtungen, wegen denen das
Klimacamp stattfindet“, also des Kraftwerks, sei „Aufgabe der Polizei“.
Doch gerade die Aktivist:innen von Ende Gelände wollen sich davon nicht
ausbremsen lassen. „Wir rufen zu Aktionen massiven zivilen Ungehorsams
auf“, so eine Sprecher*in zur taz: „Wir gehen an die Orte der
Zerstörung.“ Außerdem ist gegen Ende der Proteste ein Weltrekord geplant:
In Sichtweite der drei riesigen Kühltürme des Gersteinwerks wollen
Demonstrierende mit ihren Körpern das [6][bisher größte menschliche
Windrad] formen.
25 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://zukunftstattgas.de/
(DIR) [2] https://hammer.klimacamp.net/
(DIR) [3] https://www.ende-gelaende.org/aktion-2026/#main
(DIR) [4] /Transformation-und-Stromnetze/!6177933
(DIR) [5] /Plaene-der-Bundesregierung/!6173258
(DIR) [6] https://www.bund-nrw.de/themen/klima-energie/aktiv-werden/demonstration-in-hamm-zukunft-statt-gas-gemeinsam-fuer-die-energiewende/
## AUTOREN
(DIR) Andreas Wyputta
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