# taz.de -- Bundesweiter Ehrentag: Es sind noch Schichten frei
       
       > Über eine Million Menschen engagieren sich in Berlin ehrenamtlich.
       > Unabhängig von dem Mitmachtag, zu dem der Bundespräsident am 23. Mai
       > aufruft.
       
 (IMG) Bild: Steinmeier am 20. Mai in Bernburg. Ob er am Samstag auch zur Berliner Tafel kommt?
       
       Der Aufruf zum Engagement ist zu begrüßen. Aber Ehrentag? Weniger
       pathetisch hätte es auch getan. Aber zu Frank-Walter Steinmeier passt’s.
       
       Auch in Berlin finden am 23. Mai, dem vom Bundespräsidenten initiierten
       Ehrentag, zahlreiche Mitmachaktionen statt: Gärtnern in einer
       Flüchtlingsunterkunft, Clean-ups und Aufräumaktionen im Kiez, ein
       inklusives Fußballturnier, Straßenfeste, ein Spieleabend im Seniorenheim.
       Auf der Website [1][https://www.ehrentag.de/ehrentag-unterstuetzen/] sind
       alle Aktivitäten gelistet.
       
       Den deutschlandweiten Ehrentag hat der Bundespräsident am 23. Mai
       anlässlich des 77. Geburtstags des Grundgesetzes ins Leben gerufen.
       Ehrenamtliches Engagement soll sichtbar gemacht und Menschen sollen
       angeregt werden, sich einzubringen. Die Idee dahinter: Demokratie lebt von
       der Beteiligung. Umgesetzt wird die Initiative in Zusammenarbeit mit der
       Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Aktionszeitraum ist der 16.
       bis 31. Mai 2026.
       
       Wenn es um ehrenamtliches Engagement geht, muss sich Berlin nicht
       verstecken. Rund 33 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren betätigen sich
       freiwillig, teilte Julia Wendt, Referentin für Engagement- und
       Demokratieförderung bei der Senatsverwaltung für Kultur und
       Gesellschaftlichen Zusammenhalt, der taz mit. Hochgerechnet entspricht das
       über einer Million Menschen. Bundesweit liegt die Engagementquote bei etwa
       27 Millionen Menschen.
       
       Die wichtigsten Gebiete sind Wendt zufolge Sport und Bewegung, gefolgt vom
       sozialen Bereich. Auch Kultur und Musik, Schule und Kindergarten sowie
       kirchliche und religiöse Engagements gehören dazu. Hinzu kommen Feuerwehr,
       Rettungsdienste und Katastrophenschutz sowie Umwelt- und Naturschutz.
       
       ## Ohne Ehrenamtliche nicht arbeitsfähig
       
       Allein bei der Caritas im Erzbistum Berlin gibt es 5.000 Ehrenamtliche. Sie
       unterstützen junge und alte Menschen, betreuen Familien oder engagieren
       sich in der Hospizarbeit. „Ohne sie wären viele soziale Angebote in Berlin
       nicht möglich“, so Caritas-Sprecher Björn Trautwein.
       
       Auch auf die Berliner Tafel trifft das zu. „Ohne die Ehrenamtlichen wären
       wir nicht arbeitsfähig“, sagte Antje Trölsch, Geschäftsführerin der
       Berliner Tafel, schon bei anderer Gelegenheit zur taz. [2][660 Tonnen
       Nahrungsmittel verteilt die Tafel jeden Monat an armutsbetroffene
       Berliner.] Gestemmt wird das von 3.700 Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit,
       viele sind bereits im Ruhestand. „Wir sind eine der größten
       Sozialbewegungen in Deutschland geworden“, sagte Trölsch.
       
       Grundsätzlich sind es nach Angaben von Julia Wendt aber eher Jüngere sowie
       die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen, die sich ehrenamtlich betätigen.
       Frauen und Männer seien nahezu gleich häufig engagiert. „Frauen engagieren
       sich häufiger im sozialen Bereich, während Männer häufiger im Sport oder in
       leitenden Funktionen aktiv sind.“
       
       Nach der Entwicklung gefragt, ist das Niveau des Engagements in Berlin
       Wendt zufolge „stabil hoch“. Aktive Engagierte investierten heute teilweise
       sogar noch mehr Zeit als früher. Allerdings werde es immer schwerer,
       geeignete Räume zu finden, in denen Engagement stattfinden könne. „Dies
       wird gerade für kleine Vereine und Initiativen zu einem großen Problem, da
       sie sich die teuren Mieten nicht leisten können.“ Auf
       [3][engagiertes.berlin] gibt es eine [4][Raumbörse].
       
       „Den Ehrentag finden wir gut“, lässt [5][die Berliner Tafel] die taz
       wissen. „Schließlich geht es dabei um Anerkennung und Wertschätzung.
       Ehrenamtliche verdienen genau das.“ Wer Lust hat, sich zu beteiligen, könne
       sich noch für eine Schicht am Samstag eintragen lassen. Auch eine Führung
       durch das Logistikzentrum, „das Herz der Berliner Tafel“, wird angeboten.
       
       22 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.ehrentag.de/ehrentag-unterstuetzen/
 (DIR) [2] /Alltag-der-Armut/!6165088
 (DIR) [3] https://engagiertes.berlin/de/
 (DIR) [4] https://raum.engagiertes.berlin/raeume?page=2
 (DIR) [5] https://www.berliner-tafel.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Plutonia Plarre
       
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