# taz.de -- Hightech-Agenda Deutschland: Fahrplan für Deutschlands digitale Zukunft
       
       > Sechs Wochen lang können Bürger die Hightech-Agenda kommentieren. Eine
       > Chance, grüne Impulse in Deutschlands Technologiepläne einzubringen.
       
 (IMG) Bild: Will Deutschland zum „Top-Technologieland“ machen: Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär
       
       Großer Technologieauftrieb in dieser Woche im Berliner Regierungsviertel:
       Die [1][Hightech-Agenda Deutschland] (HTAD), das langfristige
       Innovationsprogramm der Bundesregierung, hat für seine sechs
       Zukunftstechnologien endlich die Umsetzungsfahrpläne bekommen, neudeutsch
       „Roadmaps“.
       
       In den „HTAD-Tagen“, orchestriert von Bundesforschungsministerin
       [2][Dorothee Bär], jagte eine Roadmappräsentation die nächste: Übergabe im
       Kanzleramt, Kabinettsbefassung, Forschungsausschuss des Bundestages,
       Pressekonferenz im Ministerium. Zugleich wurde eine digitale Konsultation
       gestartet, an der sich in den kommenden sechs Wochen neben den Fachexperten
       aus Wissenschaft und Wirtschaft auch Technologie-interessierte Bürger
       beteiligen können.
       
       Als „Fahrplan für die Zukunft“ bezeichnete Bär die sechs Roadmaps für die
       Schlüsseltechnologien künstliche Intelligenz, Mikroelektronik,
       Biotechnologie, Fusion, Batterien und Quantentechnologie. Auf 126 Seiten
       sind darin 76 „Flaggschiff-Maßnahmen“ definiert, die von unterschiedlichen
       Akteuren in Hochschulen, Unternehmen und Verwaltungen in den nächsten
       Jahren kooperativ umgesetzt werden sollen.
       
       Seitens des BMFTR stehen dafür [3][18 Milliarden Euro zur Verfügung]. Sinn
       der Übung: Mit der HTAD wolle die Bundesregierung Deutschland zum
       „Top-Technologieland“ machen und die Standortattraktivität für Forschung
       und Wirtschaft erhöhen, hatte Bär im Ausschuss erklärt. Unter anderen soll
       die künstliche Intelligenz so schnell in die wirtschaftliche Anwendung
       gebracht werden, dass in 2030 die deutsche Wirtschaftsleistung zu zehn
       Prozent durch KI-Techniken zustande kommt.
       
       ## Technikeuphorie nicht ansteckend
       
       Aber von der Technikeuphorie sind nicht alle infiziert. Die
       Grünen-Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke hat in der Agenda gravierende
       Leerstellen ausgemacht. Wenn Deutschland in den Feldern KI und
       Mikroelektronik erfolgreich sein wolle, „dann müssen Effizienz,
       Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit zum strategischen Schwerpunkt gemacht
       werden“, erklärte die forschungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion
       gegenüber der taz.
       
       „Auf Nachhaltigkeit fokussierte Lösungen können echte Wettbewerbsvorteile
       schaffen“, betonte Lübcke. Hierzu finde sich aber „zu wenig in der
       Hightech-Agenda“. Zudem dürften strategische Forschungsfelder wie Umwelt-,
       Klima- und Nachhaltigkeitsforschung sowie Geistes- und Sozialwissenschaften
       „nicht nur beiläufig erwähnt werden“.
       
       Dies werde zu wenig beachtet, so die Grünen-Abgeordnete: „Transformation
       ist nicht nur eine technologische, sondern auch eine gesellschaftliche
       Aufgabe“. Die Onlinekonsultation eröffnet jetzt die Chance, in die
       Hightech-Agenda mehr „grüne Impulse“ einzuspeisen.
       
       21 May 2026
       
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