# taz.de -- Diskussion an der TU Berlin: Uiguren-Unterstützer unter Druck
       
       > Der AStA der TU Berlin will über die Lage der Uiguren informieren. Die
       > chinesische Botschaft hat die TU wohl aufgefordert, die Veranstaltung
       > abzusagen.
       
 (IMG) Bild: Haiyuer Kuerban, Berlin-Direktor des Weltkongresses der Uiguren, 2025 bei einem Protest vor dem Auswärtigen Amt
       
       Im Vorfeld einer Diskussionsveranstaltung zur Lage der Uiguren kritisieren
       die Veranstalter*innen Einschüchterungsversuche und Druck aus China.
       Die Gruppe „Students for Uyghurs Berlin“ plant am Donnerstag in Räumen der
       [1][Technischen Universität (TU) Berlin] einen Dokumentarfilm zu zeigen,
       außerdem ist ein Vortrag eines Anthropologen und ein Input aus der
       uigurischen Community vorgesehen.
       
       In der Veranstaltung soll es um die systematische Verfolgung der Uiguren,
       um Internierungen und Zwangsarbeit in China gehen. Allerdings seien sowohl
       die Uni-Leitung als auch der AStA kontaktiert und aufgefordert worden,
       diese Veranstaltung abzusagen, heißt es von den Veranstalter*innen, den
       Angaben nach von der chinesischen Botschaft.
       
       Außerdem habe sich die „Gesellschaft chinesischer Akademiker an [2][der TU
       Berlin]“ mit einem langen Brief an den AStA und die Uni gewandt. „Sie haben
       unmissverständlich die Absage gefordert, weil sie sich damit nicht wohl
       fühlen“, sagt ein Mitglied von Students for Uyghurs der taz. Insbesondere
       der Begriff „Ostturkistan“ habe die Gruppe wohl getriggert. Students for
       Uyghurs hatte diese Bezeichnung auf Plakaten und Flyern zur Veranstaltung
       genutzt.
       
       „Dass sie jetzt versuchen, uns einzuschüchtern, beweist nur, wie notwendig
       unsere Veranstaltung ist“, schreibt die Gruppe in einem Statement auf
       Instagram. [3][Das Leid der Uiguren] sei eines der „zentralen
       Menschenrechtsthemen unserer Zeit“. Der Gegenwind bestärke sie nur noch
       mehr.
       
       Students for Uyghurs ist eigenen Angaben zufolge ein relativ neu
       gegründetes Kollektiv. Erstmals seien sie am 9. Dezember, dem Jahrestag, an
       dem die UN 1948 die Genozid-Konvention ratifiziert haben, mit einer
       Kundgebung vor der chinesischen Botschaft in Erscheinung getreten. Die
       Diskussion am Donnerstag ist demnach ihre erste größere Veranstaltung. Das
       bildungspolitische Referat des TU-AStA habe sie dazu eingeladen.
       
       ## Ungewöhnliche Anmeldungen
       
       Sorge bereitet den Veranstalter*innen, dass sich in kurzer Zeit
       ungewöhnlich viele Teilnehmer*innen angemeldet hätten, und zwar
       überwiegend mit chinesisch klingenden Namen. „Es ist denkbar, dass es zu
       Störaktionen kommt“, sagt Haiyuer Kuerban vom World Uyghur Congress (WUC),
       der selbst auf der Veranstaltung sprechen wird. „Bei Veranstaltungen etwa
       in Kanada oder den USA haben wir bereits absichtliche Störungen erlebt“,
       sagt er. Das Schreiben von dem Verein der chinesischen Akademiker findet er
       „unverschämt“. Es sei eine drastische Reaktion auf unspektakuläre
       Aufklärungsarbeit.
       
       Die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ kritisierte in einem Statement
       Hinweise auf Einschüchterungsversuche. Ihnen lägen belastbare Hinweise vor,
       dass die chinesische Regierung Druck ausgeübt habe. Die Gesellschaft
       spricht in diesem Fall von „transnationaler Repression“, also staatlichen
       oder staatsnahen Versuchen, Menschen im Ausland einzuschüchtern – dies
       geschehe oft auch über Bildungseinrichtungen und Hochschulen.
       
       20 May 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uta Schleiermacher
       
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