# taz.de -- Putin und Trump in China: Der hofierte KP-Chef
       
       > In Peking geben sich die Regierungschefs der USA und Russlands die Klinke
       > in die Hand. Dabei ist klar, wer von den beiden Chinas Präsident Xi
       > nähersteht.
       
 (IMG) Bild: Peking, China, 19. Mai: In einem Souvenirladen steht ein Teller mit Russlands Präsident Putin und Chinas Präsident Xi
       
       Dass nur wenige Tage nach dem US-Präsidenten Donald Trump der russische
       Machthaber Wladimir Putin Chinas Präsident Xi Jinping besucht, ist zwar
       Zufall. Schließlich war [1][Trumps Besuch] ursprünglich schon für März
       geplant gewesen, bevor er auf die törichte Idee kam, den [2][Irankrieg] vom
       Zaun zu brechen. Als der nicht so lief, wie in Washington erhofft, verschob
       Trump seinen Peking-Trip. Das Ergebnis: In nicht einmal einer Woche machten
       der amerikanische wie der russische Präsident China die Aufwartung und
       kürten es symbolisch so nicht nur zum neuen Reich der Mitte, sondern auch
       zum hofierten Partner.
       
       Dabei ist es noch nicht lange her, da haben die USA mit Barack Obamas
       „[3][Pivot to Asia]“, Joe Bidens Eindämmungspolitik und Trumps
       Zolldrohungen sowie diversen bis heute geltenden Sanktionen versucht,
       Peking auf Abstand und zugleich machtpolitisch kleinzuhalten. Ein Ausdruck
       der bewussten Animosität davon ist auch, dass es neun Jahre gedauert hat,
       bis ein US-Präsident wieder den Weg nach Peking gefunden hat.
       
       Doch siehe da: Auf einmal macht Trump angesichts schlechter Umfragewerte,
       nicht zuletzt mit Blick auf die Midterms, bei Xi den Kratzfuß. Er warb um
       dessen Unterstützung, die er braucht, um noch einigermaßen gesichtswahrend
       aus dem Iran-Desaster herauszukommen. Doch der umworbene Xi hielt sich
       nicht nur bedeckt, sondern drohte Trump noch im Falle Taiwans mit Härte.
       Trump schien überrumpelt und sagte dazu nichts.
       
       Und jetzt kommt Putin. Es ist sein 25. Besuch in Peking. Das allein zeigt,
       wo China steht. Nicht zwischen den USA und Russland, sondern eindeutig an
       der Seite Moskaus. Während Trump Xi einseitig zum großartigen Führer
       erklärte, beruht die „grenzenlose Freundschaft“ zwischen Xi und Putin
       stärker auf Gegenseitigkeit. Beide sind sich einig, dass die Zeit der
       US-Hegemonie vorbei ist. Dass sie dabei viele eigene Probleme und auch
       viele unterschiedliche Interessen haben, steht auf einem anderen Blatt und
       nützt Trump derzeit gar nichts.
       
       19 May 2026
       
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