# taz.de -- Russischer Präsident in China: Xi und Putin betonen Freundschaft in Peking
       
       > Kurz nach dem Besuch Donald Trumps rollt Peking für Kremlchef Wladimir
       > Putin den roten Teppich aus. Xi Jinping demonstriert Verbundenheit mit
       > Russland.
       
 (IMG) Bild: Demonstrative Einigkeit, zumindest an der Oberfläche: der russische Präsident Wladimir Putin und Chinas Präsident Xi Jinping
       
       dpa | Wenige Tage nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump haben
       Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Russlands Präsident
       [1][Wladimir Putin in Peking] ihre [2][Freundschaft] und enge
       Zusammenarbeit betont. Vor der Großen Halle des Volkes begrüßte Xi den
       Kremlchef mit militärischen Ehren und auf dem roten Teppich. Auf Bildern
       chinesischer Staatsmedien waren auch Kinder mit russischen und chinesischen
       Fähnchen zu sehen.
       
       Die Bilder erinnerten in ihrer staatlichen Choreografie an den Empfang
       Trumps wenige Tage zuvor. Auch den US-Präsidenten hatte Xi in Peking mit
       [3][vielen freundlichen Worten empfangen]. Nun zeigten China und Russland
       demonstrativ Nähe.
       
       ## Freundschaftsvertrag verlängert
       
       Xi verwies zum Auftakt der Gespräche auf die langjährige gute Nachbarschaft
       beider Staaten. Angesichts einer von Unruhe geprägten internationalen Lage
       müssten China und Russland ihre umfassende strategische Zusammenarbeit
       vorantreiben. Putin sagte, die Beziehungen beider Länder seien einer „der
       wichtigsten stabilisierenden Faktoren auf der internationalen Bühne“. Beide
       Seiten verlängerten auch ihren seit 25 Jahren bestehenden Vertrag über gute
       Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit.
       
       Der russische Präsident hob die Bedeutung seines Landes als verlässlicher
       Energielieferant in Krisenzeiten hervor. „Vor dem Hintergrund der Krise im
       Nahen Osten behält Russland weiterhin seine Rolle als zuverlässiger
       Lieferant von Rohstoffen bei, während China als verantwortungsbewusster
       Abnehmer dieser Rohstoffe auftritt“, sagte Putin. Er lud Xi auch zu einem
       Gegenbesuch 2027 nach Russland ein.
       
       ## Xi ruft zu Waffenstillstand im Nahen Osten auf
       
       Mit Blick auf die Nahost- und Golfregion sagte Xi nach chinesischen
       Angaben, ein umfassender Waffenstillstand sei dringend nötig, Verhandlungen
       seien besonders wichtig. Eine frühe Lösung des Konflikts könne helfen,
       Störungen der Energieversorgung, der Lieferketten und der internationalen
       Handelsordnung zu verringern.
       
       Zumindest in den öffentlich transportierten Aussagen der beiden Präsidenten
       spielte der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zunächst keine Rolle.
       
       ## Freundliches Treffen mit Trump
       
       Putins Besuch sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil Xi erst in der
       vergangenen Woche Trump in Peking empfangen hatte. Die Reise des russischen
       Präsidenten war nach Kremlangaben allerdings bereits zuvor geplant worden.
       
       Xi hatte Trump zum Abschluss seines Besuchs auch nach Zhongnanhai
       eingeladen, dem abgeschirmten Sitz der chinesischen Führung. Umso genauer
       wurde nun beobachtet, wie Xi den russischen Präsidenten empfängt und welche
       Nähe beide demonstrieren. Der Besuch ermöglicht Peking, zwei Botschaften
       zugleich zu senden: China will die Beziehungen zu den USA nach Trumps
       Besuch stabilisieren, hält aber gleichzeitig an der engen Partnerschaft mit
       Russland fest.
       
       ## Was der Besuch den beiden Präsidenten bringt
       
       „Der Besuch dient beiden Präsidenten“, sagte Johann Fuhrmann, Leiter des
       Auslandsbüros China der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Putin brauche
       die Rückendeckung seines wichtigsten Partners – Bilder, die Stabilität
       vermitteln. „Denn er steht zweifellos unter Druck, nicht nur
       wirtschaftlich“, sagte Fuhrmann. „Dass ukrainische Drohnen inzwischen
       Moskau erreichen können, verunsichert natürlich auch die eigene
       Bevölkerung.“
       
       Die russischen Atomstreitkräfte begannen am Dienstag, dem Tag der Abreise
       Putins, als Machtdemonstration und wohl auch als eine Art zusätzlichen
       Schutz für einen ungestörten Flug des Präsidenten, ein Großmanöver. Die
       Übung ist bis diesen Donnerstag angesetzt, wenn Putin wieder in Russland
       sein will. Moskau war zuletzt wiederholt Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.
       Es gab Tote und Verletzte und schwere Zerstörungen.
       
       Xi wiederum könne laut Fuhrmann zeigen, dass sich das Zentrum der
       Weltpolitik weiter in Richtung Peking verschiebe. Die großen Staatsmänner
       geben sich bei ihm die Klinke in die Hand: erst Trump, jetzt Putin. „Die
       Botschaft ist klar: An Peking, aber auch an Xi persönlich, kommen weder
       Washington noch Moskau vorbei.“
       
       ## Russland will mehr Energie verkaufen
       
       Ein wichtiges Thema war die Energiezusammenarbeit. Russland ist nach
       Moskauer Regierungsangaben führender Energieexporteur für China: Im Jahr
       2025 wurden 101 Millionen Tonnen Erdöl und 49 Milliarden Kubikmeter Erdgas
       über Pipelines und in Form von Flüssigerdgas geliefert.
       
       „Die Lokomotive in der russisch-chinesischen Zusammenarbeit ist die
       Kooperation im Energiebereich“, sagte Putin. Trotz ungünstiger äußerer
       Faktoren zeige die wirtschaftliche Zusammenarbeit Russlands und Chinas eine
       gute Dynamik. Im vergangenen Vierteljahrhundert sei der Handel beider
       Länder um das 30-fache gewachsen und liege seit Jahren solide über 200
       Milliarden US-Dollar, sagte Putin.
       
       ## Moskau treibt Pläne für neue Pipeline voran
       
       Russland will seine Lieferungen nach China ausbauen. Dabei könnte auch die
       seit Langem verhandelte Gaspipeline „Kraft Sibiriens 2“ eine Rolle spielen,
       die russisches Gas über die Mongolei nach China bringen soll. Für Moskau
       wäre das Projekt nach dem Wegfall großer Teile des europäischen Marktes
       strategisch wichtig. Peking kann jedoch aus einer Position der Stärke
       verhandeln.
       
       „Ob es nun belastbare Fortschritte gibt, wird am Ende maßgeblich darüber
       entscheiden, ob der Kreml den Besuch als Erfolg verkaufen kann“, sagte
       Fuhrmann. Die russische Seite erwarte Bewegung bei der Planung der
       Pipeline, sagte auch der für Energiefragen zuständige Vizeregierungschef
       Alexander Nowak in Peking. Der Chef des russischen Gasriesen Gazprom,
       Alexej Miller, gehört der Delegation ebenfalls an.
       
       20 May 2026
       
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